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#63 Die Überlebende: Margot Friedländer

Shownotes

Margot biegt um die Kurve. Da sieht sie ihn. Der fremde Mann steht direkt vor ihrer Wohnungstür. So, als würde er auf jemanden warten. Am liebsten würde die 21-Jährige auf den Absatz kehrt machen. Aber dafür ist es zu spät. Er hat sie schon längst bemerkt. Margot muss sich jetzt unauffällig verhalten. Ohne den Mann anzuschauen, geht sie an ihm vorbei. Eine Etage höher klingelt sie bei den Nachbarn und wird hereingelassen. Die Nachbarin sagt ihr: “Sie sind gekommen.”

Ein paar Stunden zuvor wurde Margots Familie nach Auschwitz deportiert. Sie bleibt allein zurück – als Jüdin in Nazi-Deutschland.

In dieser Folge erzählen wir euch von einer außergewöhnlichen Frau, die das KZ überlebte, Weggefährten und eine neue Heimat fand und mit einer Mission nach Deutschland zurückkehrte. Margot Friedländer wollte von damals erzählen. Aufklären. Damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

Quellen (Auswahl) Buch „Versuch dein Leben zu machen“ von Margot Friedländer Buch "Ich tue es für euch" von Margot Friedländer und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Doku "Ich bin! Margot Friedländer"

Eine Produktion von Auf Ex Productions. Hosts: Leonie Bartsch & Linn Schütze Recherche: Fabian Nolte Redaktion: Antonia Fischer Produktion: Alexander Chouzanas

Hintergrundinformationen, Bilder und Videos findet ihr auf unserem Instagram- oder TikTok-Kanal @true.lovepodcast. Oder auf unseren privaten Profilen @leonie_bartsch und @linnschuetze.

Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr den Podcast bewertet und teilt. Haben euch lieb & bis in zwei Wochen!

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:24: Hallo, ich bin Lin Schütze.

00:00:35: Und herzlich willkommen bei einer neuen Folge True Love!

00:00:38: Mein Name ist Leonie Bartsch

00:00:39: und mein Name ist Lin Schutze.

00:00:43: Leo, ich habe dich lange nicht mehr so viel Wein gesehen.

00:00:45: Ich wusste,

00:00:46: dass du so einsteigst in die Fallge.

00:00:49: Ja.

00:00:49: Ich hab's kommen sehen...

00:00:51: Also man muss sagen, Leo und ich sind gerade zusammen im kleinen Häuschen am Meer Eine schöne Girls-Time.

00:01:01: Wir sind hier gerade nur in der Dreiermedelsklicke, wir kochen und sind am Meer.

00:01:06: Und eigentlich ist alles schön!

00:01:08: Und Leo fängt einfach die ganze Zeit an zu weinen.

00:01:10: Ja aber jetzt nicht weil ihr denkt ich habe irgendwie krasse Stimmungsschwankungen oder irgendwie zu viele Hormone oder so... Ich recherchiere halt einfach die krasseste Geschichte aller Zeiten.

00:01:22: Ich weiß wir haben das auch öfter mal bei True Love angekündigt Aber ich glaube wirklich dass es für mich jetzt wieder so ein So eine Folge, ich werde ganz viele weitere Schuler folgen mit der vergleichen.

00:01:33: Weil ... Ich kann jetzt schon ankündigen auch Sorry noch mal an den Schnitt.

00:01:38: also es wird ganz vielen dieser Folge wahrscheinlich raus geschnitten werden müssen weil ich weiß gar nicht wie ich diese Geschichte heute mit trockenen Augen erzählen soll denn es geht um Leute!

00:01:49: Ich hoffe ihr kennt sie eh alle schon.

00:01:51: Es geht um Margot Friedländer und ich wusste vorher bevor ich angefangen habe mit dieser Geschichte, dass diese Frau krass ist.

00:01:59: Ich wusste, sie war krass.

00:02:01: Aber ich wusste nicht wie krass sie ist!

00:02:05: Also ich bin glaube ich in kürzester Zeit zu dem heftigsten Fan geworden.

00:02:11: Ich habe so eine Ehrfurcht vor dieser Frau, vor ihrem Leben... Vor Ihren Worten, ich bin einfach total ... Ich weiß nicht.

00:02:20: Ich bin jetzt schon zu Beginn der Folge sprachlos und es ist noch nicht mehr

00:02:23: losgegangen!

00:02:24: Und das hat ja auch einen Grund dafür, dass wir diese Geschichte jetzt erzählen.

00:02:28: Nämlich vor einem Jahr ist Margot Friedländer mit hundert drei Jahren in Berlin gestorben.

00:02:33: Das heißt so wenigen Tagen am neunten Mai, zwei tausend sechsundzwanzig jahrsicher Todestag.

00:02:39: Und mein Gott Friedländer war bis zuletzt eine sehr laute, eine sehr starke Stimme.

00:02:44: Obwohl sie am Ende nur noch geflüstert hat aber eine sehr Starke Stimme gegen das vergessen an die Vergangenheit.

00:02:51: und deswegen ist es auch so wichtig dass wir jetzt wo sie selbst nicht mehr sprechen kann ihre Worte für Sie stellvertretend weitergeben können.

00:03:01: Ich muss sagen, ich finde es so schockierend, dass man immer wieder merkt wie viele Leute die Geschichte vergessen.

00:03:06: Gerade auch jüngere Menschen.

00:03:07: Deswegen vielen Dank, dass du diese Geschichte mitgebracht hast!

00:03:10: Ja also ich find' auch Margot Friedländer's Leben.

00:03:13: alles was passiert ist, ist unfassbar.

00:03:15: Es sollte in jeder Schule eigentlich ja Pflichtlecktüre sein.

00:03:20: Sie hat selber ja auch Bücher geschrieben und Texte.

00:03:23: In späten Jahren hat sie damit angefangen dazu gleich mehr Und ich bin sehr schockiert darüber, dass es einfach noch kein Hollywood Film über sie gibt.

00:03:31: Also dieses Leben alles was sie erlebt hat das ist eigentlich ein Blockbuster der schon längst über sie gedreht werden sollte.

00:03:39: aber nach dieser Ansprache müssen wir uns jetzt erstmal auch mit der Geschichte überhaupt beschäftigen und Falls ihr Margot Friedländer's Geschichte nicht kennt, dann bin ich ganz, ganz happy dass wir das jetzt hier gemeinsam nachholen können.

00:03:53: Und ich freue mich auch kann ich jetzt schon mal sagen über jeden der diese Folge weiter empfiehlt ist es mir wirklich eine richtige Herzensangelegenheit, dass jeder ihre Geschichte kennt!

00:04:02: Es ist so wichtig und worauf ich auch total stolz bin und total dankbar auch ist, dass wir obwohl Margot Fridländer nicht mehr mit uns in einem Interview sprechen konnte persönlich Wir trotzdem sie selbst hören werden.

00:04:18: Deswegen auch an dieser Stelle schon mal ein ganz großes Dankeschön, an unseren Freund und Podcast-Kollegen Leon Winscheidt der in seinem Polymo-Podcast in Extremköpfen einen vierstündiges Interview mit Marc und Friedländer geführt hat.

00:04:31: Und stellenweise werden wir heute auch daraus ihre Stimme hören!

00:04:36: Denn ja... Auch da habe ich Rots und Wasser geheulte und mir gedacht Das möchte ich gerne auch noch mal einen Lovies präsentieren.

00:04:45: Und damit geht es jetzt los!

00:05:27: Hier gibt es keine glänzenden Wolkenkratzer.

00:05:30: Stattdessen reihen sich rote Backsteinhäuser aneinander.

00:05:35: Tagsüber schlendern die Bewohner gerne durch die grüne Nachbarschaft, doch jetzt spät in der Nacht liegen die meisten schon seit Stunden in ihren Betten.

00:05:44: Nur

00:05:45: aus einem Fenster mit Blick auf den großen Friedhof dringt noch Licht.

00:05:51: Eine kleine Lampe wirft einen warmen Schein auf dem Schreibtisch.

00:05:56: Davor sitzt eine zierliche Frau mit grauen Haaren, die konzentriert auf das Papierblick, das vor ihr liegt.

00:06:04: Der Stift kratzt über die Seite – ansonsten ist es ganz still!

00:06:10: Nur hier in der Stille und Dunkelheit ihrer Wohnung kann die Frau ihren Gefühlen- und Erinnerungen freien Lauf lassen.

00:06:19: Es sind Erinnerung, die sie noch nie mit jemandem geteilt hat Nicht einmal mit ihrem Mann.

00:06:27: Er wollte nicht über das sprechen, was ihnen vor vielen Jahren passiert ist.

00:06:32: Der Schmerz war immer noch zu groß.

00:06:36: Doch ihr Mann ist jetzt nicht mehr da – er ist mit siebenundachtzig Jahren gestorben!

00:06:42: Nach fünfzig Jahren Ehe ist Margote plötzlich wieder ganz allein.

00:06:47: und jetzt, immer nachts wenn die Erinnerungen hochkommen dann schreibt Margote sie auf.

00:06:55: Sie schreibt über ihre große jüdische Familie Über ihre Kindheit in Berlin.

00:07:00: Über ihren kleinen Bruder Ralf und über ihrer Mutter Auguste, die sie immer nur Mutti nannte.

00:07:07: Sie schreibt über die Menschen, die von einem Tag auf den anderen einfach aus ihrem Leben verschwunden sind.

00:07:16: Versuch dein Leben zu machen – das waren die letzten Worte Ihrer Mutti!

00:07:22: Sie sind es, die Margot Friedländer auch in den dunkelsten Stunden ihres Lebens weiter vorangetrieben haben.

00:07:29: Nur durch die Stärke und Liebe ihrer Mutter hat sie selbst überlebt.

00:07:34: All das schreibt Margot in das kleine Heft, dass vor ihr liegt.

00:07:39: Dass Margot im nur wenigen Jahren in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehren wird – das weiß sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht!

00:07:47: Sie weiß noch nicht mal mehr, dass sie diesen Wunsch in sich trägt.

00:07:51: Sie schreibt sich das Trauma einfach von der Seele Zeile für Zeile.

00:07:57: Sie tut es im Namen von allen unschuldigen Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet worden sind.

00:08:04: Für Freunde und Bekannte für ihren kleinen Bruder und ihre Mutter, deren schwere Bernstein-Kette sich Magod jeden Morgen um den Hals legt – es ist das einzige Andenken, dass ihr geblieben

00:08:17: ist.".

00:08:19: Während Magod zum ersten Mal ihrer Erinnerung aufschreibt, sitzt sie tief in Gedanken versunken an ihrer kleinen Wohnung mitten in Queens.

00:08:28: Doch in ihrem Geist wandert sie wieder durch die Straßen von Berlin, durch ihre Heimat.

00:08:34: Und ihre Gedanken wandern zu einem ganz bestimmten Tag und zwar zum neunten November nineteenhundertachtunddreißig.

00:08:45: Lynn ich weiß nicht ob dieses Datum dir jetzt direkt versagt aber für Margot ist das wirklich der Tag, der Moment an dem sich wirklich alles verändert hat Und genau dahin gehen wir jetzt einmal gemeinsam zurück.

00:09:15: Margot denkt eigentlich, dass es ein schöner Tag wird!

00:09:18: Keine einzige Wolke ist am Himmel zu sehen als Margot um kurz vor acht auf die Straße tritt.

00:09:24: Nur die Luft riecht irgendwie komisch an diesem Tag – sie riegt nicht frisch und klar sondern

00:09:32: scharf

00:09:33: und nach Rauch so als würde in der Nähe ein riesiges Feuer wüten.

00:09:39: Merkwürdig, denkt sich Magot.

00:09:41: Wenn es brennt warum hört sie dann keine Sirenen?

00:09:45: Und wo sind all die Menschen?

00:09:48: Normalerweise ist um diese Uhrzeit schon sehr viel los also normalerweise sieht sie Leute auf der Straße aber jetzt liegt die Straße verlassen vor ihr.

00:10:00: Magot läuft jetzt weiter durch Berlin.

00:10:02: ganz automatisch geht sie den Weg zur Arbeit.

00:10:05: Magott hat lockige dunkelbraune Haare und ein strahlendes Lächeln.

00:10:11: Sie ist auch immer sehr gut angezogen.

00:10:13: Margot ist wahnsinnig Mode interessiert, sie hat einen Stil sicheren guten Geschmack und will später mal Designerin werden.

00:10:21: Schon früher hat Margot als sie Verwandte am Scharmützelsee besucht hat dort in den Cafés die Kleidung der Leute beobachtet – sie hat gemerkt, sie will selbst Kleider entwerfen!

00:10:35: Nach der Schule hat Margot deshalb eine Lehre zur Modezeichnerin begonnen und findet mit siebzehn Jahren eine Anstellung in einem Salon, zu dem sie jetzt gerade läuft.

00:10:45: Ihr kleiner Bruder Ralf ist da ganz anders – er ist viel Zuhause, übt Geige oder lernt für die Schule.

00:10:53: Ralf is in vielen Fächern klassenbester und laut Margot es eher ein Mathe-Genie.

00:11:00: Plötzlich zuckt Margot zusammen

00:11:02: und

00:11:02: wird aus ihren Gedanken gerissen….

00:11:05: Etwas ist ihren Auge geflogen.

00:11:08: Eine Rußflocke.

00:11:10: Erst jetzt bemerkt Margot die kleinen Partikel, Die wie Schnee durch die Luft wirbeln.

00:11:17: Ein ungutes Gefühl breitet sich in ihr aus Aber Margot hat keine Zeit dafür.

00:11:24: Sie muss zur Arbeit.

00:11:27: Unsicher geht sie weiter.

00:11:29: Nach wenigen Schritten knirscht etwas unter ihren Schuhen Glas Überall liegen Scherben die Morgenlicht funkeln.

00:11:39: Sie kommen von einer zerbrochenen Schaufensterscheibe ein paar Meter weiter, auf dem Gehweg davor liegen zerbeulte Konservendosen und zerfetzte Tüten.

00:11:50: Dazwischen stehen zwei Männer in braunen Uniform- und rote Armbinder.

00:11:55: Oh nein aber das scheint ja es Armmänner zu sein!

00:11:59: Ja also Hitlers Schlägertruppe.

00:12:02: und genau die Menschen vor denen sich Margot...in Acht nimmt.

00:12:06: Magdott senkt jetzt den Blick und geht schnell an ihn vorbei.

00:12:10: Doch

00:12:11: je weiter sie kommen, desto schlimmer wird es.

00:12:15: Jedes jüdische Geschäft in der Straße ist zerstört und geplündert.

00:12:21: Aus den Läden dringt ein Geruch nach Moda und Rauch – vor den Lädchen stehen immer noch mehr Männer der SA!

00:12:29: Und obwohl Sie ganz normal aussehen, machen Sie Magdotte in dem Moment Angst.

00:12:35: Irgendwann hält Margot es nicht mehr aus.

00:12:38: Sie dreht sich um und läuft schnell zurück nach Hause.

00:12:43: Zuhause angekommen erfährt sie jetzt auch, was in der Nacht passiert ist.

00:12:47: Ich meine wir haben wahrscheinlich alle irgendwie schon mal in der Schule von dieser Nacht gehört.

00:12:53: eine ganz schreckliche Nacht die ja auch ein Wendepunkt in der Geschichte verzeichnet denn Die Nazis haben in dieser Nacht die Synagogen angezündet und nicht nur das.

00:13:04: Sie haben auch jüdische Geschäfte geplündert, sie haben Wohnungen verwüstet, sie habe Jüdinnen und Juden in Deutschland verletzt, ermordet oder einen Selbstmord getrieben.

00:13:17: Und auch nicht nur in Berlin dort wo Margot es gerade miterlebt sondern ganz Deutschland.

00:13:22: Ja bis dahin war's ja so ein bisschen so dass einige Juden gedacht haben vielleicht Geht das alles wieder vorbei?

00:13:30: Vielleicht haben wir hier doch noch einen Platz in diesem Land.

00:13:33: Und die Reichskristallnacht hat wirklich gezeigt, jeder Jude in Deutschland muss um sein Leben

00:13:41: fürchten.".

00:13:41: Ja und tatsächlich war es auch ein bisschen so eine Margotts-Familie also... Margot begreift in dieser Nacht und an diesem Tag dass sie hier nicht mehr sicher sind und dass ihnen niemand helfen wird und sie realisiert, dass das gerade erst der Anfang ist.

00:13:58: Hitler wird nicht verschwinden.

00:14:00: Sie sind diejenigen, die verschwenden

00:14:02: müssen.".

00:14:04: Denn ihr könnt es euch ja jetzt schon längst denken – auch Magod kommt aus einer jüdischen Familie!

00:14:09: Magod ist gerade mal zwölf Jahre alt als die Nationalsozialisten neunzundhundertdreiunddreißig an die Macht kommen.

00:14:16: Damals versteht sie noch nicht was das bedeutet.

00:14:20: Denn obwohl Magods Familie jüdisch ist, läuft das Leben für sie zunächst ruhig weiter….

00:14:25: Ihr Vater ist selbstständig und er ist deswegen auch erst mal nicht von den Berufsverboten betroffen, die Nazis dann schon bald für jüdische Beamte, für Lehrerinnen und Lehrer und Richter verhängen.

00:14:36: Margot's Familie geht es erstmal gut – doch dann verändert sich die Stadt um sie herum!

00:14:44: Wenn Margot jetzt durch die Straßen läuft, dann stehen der überall plötzlich Männer in braunen Uniform.

00:14:51: Sie gehören zu Hitlers Sturmabteilung und sind dafür bekannt brutal gegen ihre Gegner vorzugehen.

00:14:59: Jetzt stehen sie mit Schildern vor jüdischen Geschäften und sie waren davor, dass Menschen dort

00:15:05: einkaufen.".

00:15:07: Margot, dir versteht das nicht so recht?

00:15:09: Wieso sollen die Menschen nicht mehr zu den Fleischern oder Schustern gehen bei denen Sie schon jahrelang eingekauft

00:15:16: haben?!

00:15:18: In der Zeitung ließt sie dann, dass jüdische Schülerinnen und Schüler auf höhere Schulen gehen dürfen!

00:15:25: und dass jüdische Mitglieder aus Vereinen ausgeschlossen werden.

00:15:29: In den kommenden Jahren werden insgesamt mehr als zweitausend Gesetze und Verordnungen erlassen, die das Leben von Jüdinnen und Juden schrittweise

00:15:39: einschränken.".

00:15:40: Ich glaube es ist ganz wichtig zu begreifen gerade wenn wir jetzt auch über einen Rechtsruck in Deutschland sprechen, dass das nicht einfach so ist, oh da waren auf einmal die Nazis, nein es hat sich entwickelt.

00:15:52: Das, was den Juden angetan wurde in Deutschland ist nach und nach einfach immer schlimmer geworden.

00:15:59: Ja und was auch so krass ist zum Beispiel die Margotsfamilie wohn hier schon seit Ewigkeiten in Deutschland.

00:16:05: ihre ganzen verwandten Wohnen hier.

00:16:07: es ist einfach deren Heimat.

00:16:09: und dementsprechend sagt zum Beispiel Margots Papa immer zu ihr Ja, es gibt gerade irgendwie so eine Stimmung gegen uns.

00:16:15: Aber die meinen nicht uns damit weil wir leben hier schon ganz lange.

00:16:19: Wir arbeiten hier und tun dem Land was Gutes Und das ist doch auch unser Land.

00:16:25: aber nach dieser Nacht weiß Margots Familie Sie müssen weg!

00:16:31: Das realisiert jetzt als allererstes Margots Vater.

00:16:34: Dem wurde er jetzt sein Geschäft genommen.

00:16:36: Das gehört jetzt nicht mehr ihm sondern einem neuen deutschen Inhaber.

00:16:40: Es heißt im Jagon sozusagen, es wurde arisiert.

00:16:43: Also es wird dann an deutsche Inhaber weitergegeben und den jüdischen Inhabern weggenommen.

00:16:49: Und damit die Übergabe reibungslos verläuft, zwingen ihnen die Nazis jetzt, den neuen Besitzer

00:16:54: einzuarbeiten.".

00:16:55: Das ist auch so makaber!

00:16:58: Ja wir klauen dir einfach alles was du hast.

00:17:00: aber ja du müsstest noch der Person, die dir gerade alles geraubt hat zeigen wie's denn funktioniert?

00:17:07: muss jetzt sogar auch mit diesem neuen Besitzer, beziehungsweise der Person die ihm alles raubt um her reisen.

00:17:14: Denn er hat ja auch zum Beispiel Geschäftsbeziehungen in ganz Europa und Lieferanten aus ganz Europa Und deswegen reisen er und den neue Besitzer Jetzt gemeinsam nach Dänemark, nach Frankreich und nach Belgien Um ihn dort vorzustellen und einzuarbeiten.

00:17:28: Ich frag

00:17:29: mich auch echt wie das Die Menschen die Sachen dann übernommen haben für sich rechtfertigen konnten.

00:17:35: Es ist unglaublich.

00:17:37: Also, da waren einfach ganz viele Menschen daran beteiligt.

00:17:40: Ja und diese Frage macht einen irgendwie sprachlos.

00:17:44: aber es bedeutet jetzt erstmal für Margots Vater dass er Deutschland verlässt und in Belgien trifft er dann ganz spontan eine Entscheidung.

00:17:53: Er bleibt ohne seine Familie

00:17:56: Aber bleibt er dort weil

00:17:58: er

00:17:59: Angst hat und sich selbst in Sicherheit bringt?

00:18:02: oder warum bleibt er?

00:18:03: Ja ich glaube die Frage beschäftigt Margots ihr ganzes Leben.

00:18:07: Also ich hab da ganz, ganz viele Gespräche von ihr gehört wo sie darüber nachdenkt was die Motivation gewesen sein könnte.

00:18:15: natürlich will er sein Leben retten.

00:18:17: also er weiß einfach in Deutschland könnte es für ihn irgendwann tödlich enden das ist klar.

00:18:23: aber sie fragt sich auch warum er dann die Familie nicht mitgenommen hat.

00:18:27: also warum hat er sie alle quasi im Stich gelassen?

00:18:30: man muss auch sagen dass führt auch noch ein bisschen dazu.

00:18:33: Die Ehe von Margotts Eltern hat schon seit einigen Jahren gekriegselt.

00:18:37: Also die haben sich auch getrennt, auch schon vor der Reichskristallnacht.

00:18:41: aber trotzdem hätte Margot nie gedacht dass ihr Vater sie einfach so zurückläss.

00:18:47: Jetzt hat sie nur noch ihre Mutter.

00:18:50: und was ich auch ganz krass finde... Margot sagt auch selbst über sich, dass sie eigentlich immer ein Papakind war.

00:18:56: Also alle Fotos von früher zeigen irgendwie Ralf dann eher bei der Mama auf dem Schoß und Margot ist bei ihrem Papa Und das er einfach gegangen ist wird sie ihm nie verzeihen Auch später nicht.

00:19:10: Aber ihre Mama tut jetzt alles dafür um ihre Kinder aus dem Land zu kriegen.

00:19:15: Am Tisch der kleinen Pensionen in der die Familie mittlerweile lebt schreibt Margots Mutter deswegen Briefe an Verwandte ein Verwandte in den USA und Brasilien.

00:19:24: Sie sollen für die Familie bürgen, denn nur so bekommt man eines der mittlerweile ragesäten

00:19:31: Visa.".

00:19:32: Als er sich dann irgendwann schließlich eine Chance für einen Visum nach Shanghai bietet, verlangen die Nazis eine Erlaubnis des Vaters.

00:19:40: In einem Brief bittet Margots Mutter ihn jetzt um seine Unterschrift.

00:19:45: Seine Antwort findet Margot ein paar Wochen später im Briefkasten.

00:19:50: Es sind nur ein paar Zeilen.

00:19:52: Darum steht... Was?

00:19:59: Warum ist der Vater denn so eiskalt?

00:20:02: Ja,

00:20:02: er gibt seine Einwilligung nicht und es tatsächlich auch einer seiner letzten Briefe bevor dann auch irgendwann Belgien besetzt wird und eher komplett verschwindet.

00:20:12: Margots Mutter muss also jetzt irgendwie weiter versuchen um ihn Kindern ein freies Leben in einem fremden Land zu ermöglichen.

00:20:19: Mittlerweile wird der Alltag in Berlin immer enger.

00:20:23: Jüdinnen und Juden dürfen jetzt nicht mehr in Parks, sie dürfen nicht mehr ins Schwimmbad oder ins Kino.

00:20:29: Nachts gilt für Sie eine Ausgangssperre – sie dürfen keine Haustiere mehr halten und werden gezwungen ihre Hunde und Katzen abzugeben.

00:20:38: In ihrer Ausweispapiere müssen Sie die Namen Sarah oder Israel eintragen lassen.

00:20:45: deutlich ist, dass sie jüdisch sind.

00:20:47: oder wieso ist das notwendig.

00:20:49: Außerdem

00:20:50: zwingen Sie Jüdinnen und Juden in Deutschland jetzt ein gelben Stern an ihrer Kleidung zu befestigen damit jeder sehen kann welcher Glaubensrichtung sie

00:20:58: angehören.

00:20:59: Zu all den Einschränkungen kommen dann die Gerüchte.

00:21:03: Margot hört jetzt von Konzentrationslagern aber sie weiß nicht so richtig was dort passiert Und sie hört von Menschen der aus ihren Wohnungen geholt werden.

00:21:15: diese Menschen So munkelt man, müssen dann in Güterzüge steigen und werden in den Osten gefahren.

00:21:22: Was dort aber mit den Menschen passiert – das weiß sie nicht!

00:21:27: Sie weiß nur, dass keiner von dort zurückkommt.

00:21:31: Der Osten schwebt ab sofort wie eine dunkle Wolke über Almen.

00:21:36: Auch Margotts Arbeitsplatz wird geschlossen.

00:21:39: Stattdessen findet sie jetzt eine Stelle beim jüdischen Kulturbund.

00:21:44: Das ist eine Vereinigung von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern, die nicht mehr an staatlichen Theatren arbeiten dürfen.

00:21:50: Margot ist jetzt hier Kostümbilderin – sie hilft quasi als Näherin bei den Kostümen aus!

00:21:57: Die Arbeit im Theater fühlt sich für Margot an wie eine Flucht vor dem Alltag… zumindest für eine kurze Zeit.

00:22:05: Man muss sagen wer so ein bisschen sehr nervt bei der Arbeit ist ihr Chef.

00:22:10: Den muss sie regelmäßig davon überzeugen, dass sie neue Stoffe braucht und neues Garn.

00:22:14: Und den findet sie so ein bisschen ätzend.

00:22:16: Sie findet das jetzt zwar sehr gut aussehend ist aber auch wahnsinnig eingebildet.

00:22:23: Kannst du dir ja immer merken, dass es da eine kleine Spannung gibt?

00:22:27: Eine Kusine meldet sich bei Margots Mutter.

00:22:30: Diese Kusin lebt bereits mit ihrem Mann in einem Polizeilager in Schlesien Und das klingt erst mal gar nicht so gut.

00:22:37: Aber sie hat es geschafft, dass sich dort mit einem deutschen Polizisten irgendwie ja nicht angefreundet hat aber sich so gut gestellt hat, sodass der Sie als Juden dort schützt und die Kursine verspricht.

00:22:50: jetzt wenn Margot und ihre Mutter und Ralf kommen dann sind auch sie dort sicher.

00:22:56: Aber dieses Angebot klingt ja irgendwie auch total unsicher ne?

00:22:59: Du bist total auf diese Gunst, dieses ein Mannes angewiesen.

00:23:07: Ja, du sagst es schon.

00:23:08: Also tatsächlich ist es so dass die Familie sich auch ganz lange Gedanken gemacht hat ob sie das Angebot annehmen wollen und es gab fast schon so Spannungen zwischen Margote und ihrer Mutter weil ihre Mutter hat es erst abgelehnt und dann als alle anderen Optionen weggebrochen sind uns ja auch vom Vater nicht die Erlaubnis bekommen haben irgendwie anders ein Visum zu bekommen.

00:23:28: da sagt die Mutter irgendwann okay uns bleibt keine andere Wahl wir machen das jetzt Und plötzlich muss das jetzt auch ganz schnell gehen.

00:23:37: Die Möbel stellt die Familie jetzt bei einer Tante unter, sie würden sie abholen wenn sie nach Berlin zurückkommen weil Sie glauben halt einfach dass ein Leben wie früher wieder möglich ist wenn der Krieg vorbei ist.

00:23:50: Dann buchen sie einen Zug für den nächsten Tag und Margot macht sich auf dem Weg zu ihrer allerletzten Schicht in der Fabrik Damit die Aufseher dort nicht sofort verdacht schöpfen.

00:24:00: wenn Margot am nächsten Abend nicht bei der Arbeit erscheint geht sie jetzt morgens sofort zu einem Arzt und lässt sich krank schreiben.

00:24:07: Danach hetzt Magdott mit gesenken Kopf durch die Straßen von Kreuzberg, Sie will auf keinen Fall auffallen!

00:24:15: Und was dann passiert ist?

00:24:18: Also diesen Teil im Skript den ich eigentlich dort stehen habe, den erzählt uns Magdotte jetzt einmal selbst.

00:24:27: Ich gehe die Skalle zur Straße entlang.

00:24:30: Es ist kurz nach zwei Uhr Ein Garurianormittag im Berliner Kreuzberg.

00:24:38: Auf den Hochbahngleisen rattert die U-Bahn, viele Leute sind zu Fuß unterwegs.

00:24:46: sie haben Blasse verschlossen Wintergesichte.

00:24:49: ihre Blicke sind stark auf dem Boden gerichtet.

00:24:52: auch ich bin so in Gedanken versunken dass sich der Mann kaum wahrnehme der ungefähr ein Häuserblock entfernt von mir her geht.

00:25:03: Es ist der zwanzigste Januar, neun zu dreieundvierzig.

00:25:08: Ich denke nur an heute Abend!

00:25:10: Wir wollen fort aus Berlin – meine Mutter, mein Bruder und ich.

00:25:16: Und so Flucht ist lange geplant.

00:25:19: Einmal noch treffen wir uns in der Wohnung um uns abzusprechen.

00:25:24: Wenn alles gut geht sind dies meine letzten Stunden in Berlin.

00:25:29: Wie wird es sein dort?

00:25:31: wo wir hin wollen, es wird besser sein als hier.

00:25:35: Das glauben wir zumindest!

00:25:37: Wir hoffen es ist unsere letzte Hoffnung.

00:25:41: Unser Vorhaben erscheint ungeheuerlich.

00:25:45: Es nimmt meine Gedanken völlig in

00:25:48: Anspruch.".

00:25:59: Alles läuft hoffentlich gut und mir in meiner Familie gelingt diese Flucht.

00:26:04: Aber sie hat ja auch davon gesprochen, dass da irgendwie ein Mann war... Ich werde grad schon bisschen nervös!

00:26:11: Wer war dieser Mann?

00:26:12: Was hat's mit dem auf

00:26:13: sich?!

00:26:14: Sie geht jetzt weiter nach Hause.

00:26:16: Erst wenige Schritte vor ihrer Haustür hebt Margot jetzt den Blick.

00:26:20: Vor ihr geht immer noch der Mann im dunklen Mantel.

00:26:24: Margot-Schritte werden jetzt langsamer.

00:26:27: Sie weiß nicht warum, aber irgendetwas an dem Mann gefällt ihr nicht.

00:26:32: Sie will ihn auf keinen Fall überholen!

00:26:35: Mit etwas Abstand beobachtet Margot jetzt wie der Mann in einem Hauseingang verschwindet.

00:26:42: Margot bleibt stehen – es ist Ihr Haus.

00:26:46: Das Haus, in dem ihre Familie auf sie wartet.

00:26:50: Für einen Moment kann sie sich nicht rühren….

00:26:53: was soll sie jetzt tun?

00:26:56: Sie will dem Mann nicht folgen, aber Magod weiß auch sie muss nach Hause.

00:27:01: Ihre Familie darf auf keinen Fall den Zug verpassen.

00:27:04: Sie muss sich an den Plan halten.

00:27:07: Magod atmet jetzt tief ein.

00:27:10: Intuitiv verdeckt sie mit ihrer Handtasche den gelben Sternen in ihrer Brust.

00:27:15: dann betritt sie leise das Treppenhaus

00:27:18: und der Mann ist ja jetzt auch im Haus?

00:27:21: Sie sieht ihn erst mal nicht mehr, sie geht jetzt rein.

00:27:24: Da ist kein Mann zu sehen und ihr Herzschlag beruhigt sich jetzt erstmal.

00:27:28: Und Magdott fragt sich auch, habe ich mir die Bedrohung vielleicht nur eingebildet?

00:27:33: Das war doch wahrscheinlich einfach nur jemanden hier im Haus besucht.

00:27:37: Wahrscheinlich ist alles in Ordnung, mir wird schon nichts

00:27:40: passieren.".

00:27:41: So ruhig wie möglich steigt Magdotte jetzt die Treppen hinauf.

00:27:46: Ihre Schritte heilen durch die Stille.

00:27:48: Ihre Wohnung liegt im zweiten Stock.

00:27:51: Gleich wird sie bei ihrer Familie sein.

00:27:54: Gleich werden Sie gemeinsam fliehen und irgendwo in der Ferne ein neues Leben beginnen.

00:27:59: Nach all den Versuchen hat es ihre Mutter tatsächlich geschafft!

00:28:04: Margot biegt um die letzte Kurve, dann sieht sie ihn.

00:28:09: Der fremde Mann steht direkt vor Ihrer Wohnungstür so als würde er auf jemanden warten….

00:28:17: Am liebsten würde Margot jetzt auf dem Absatz kehrtmachen und vor dem Mann davonlaufen.

00:28:23: Aber dafür ist es zu spät, er hat sie schon längst bemerkt!

00:28:27: Wenn Margot sich jetzt irgendwie auffällig verhalten würde weiß er dass es einen Grund dafür gibt und er würde sie sofort verhaften.

00:28:34: Also ist der Mann jemand von der SA?

00:28:37: Margot weiss das nicht so hundert Prozent aber sie geht davon aus weil er steht jetzt einfach vor ihrer Tür in diesem langen Ledermantel Und Margot versucht jetzt... Und das ist auch super smart von ihr.

00:28:48: Sie versucht jetzt so zu tun, als ob sie da gar nicht wohnen würde.

00:28:51: Ohne den Mann anzuschauen geht's jetzt einfach an ihm vorbei halt so wie wenn er in einem Stockwerk über ihrem eigentlichen Stockwerk müsste.

00:29:01: Sie ist ihm jetzt so nahe dass er sie berühren könnte doch er bewegt sich nicht.

00:29:07: Erst eine Etage höher bleibt Margot stehen und sie überlegt was soll sie jetzt

00:29:12: tun?

00:29:13: Sie kann nicht sofort zurückgehen Doch die Menschen, die hier leben, die kennt sie kaum.

00:29:19: Sie hat noch nie mit diesen Menschen gesprochen und trotzdem klopft sie jetzt mit pochendem Herzen an die Tür.

00:29:27: Und ob jemand die Tür öffnet?

00:29:28: Was dann passiert, erzählt uns Margot selbst.

00:29:46: war stumm und hat mich reingerufen und mich ins Wohnzimmer gebeten.

00:29:56: Und sie hat mir dann erzählt, was passiert ist.

00:30:02: Jetzt wird mir klar, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss.

00:30:06: Ich sehe es in die Augen.

00:30:07: Sie bittet mich ins Wohnzimmer, zeigt auf ein Stuhl.

00:30:10: Ich setze mich ... Sie nehmen Platz gegenüber.

00:30:14: Sie sind gekommen!

00:30:15: Sagt die Nachbarin leise, als könnte der Mann noch immer mithören.

00:30:22: Gestapo!

00:30:23: Margot realisiert in diesem Moment sie kommt zu spät.

00:30:27: ihre Familie ist weg.

00:30:29: Die Nachbarine erzählt jetzt ganz genau was passiert es also.

00:30:33: Sie erzählt dass erst wenige Stunden her ist als es im Hausflur plötzlich laut wird das dann Männer in die Wohnung gestürmt sind und Dann hat die Nachbarin beobachtet, wie mehrere Menschen aus dem Haus geführt werden.

00:30:48: Und sie hat beobachtet, wie Ralf – also Margotts kleiner Bruder in einen Polizeivagen gestoßen wird!

00:30:56: Margot wird in diesem Moment schlecht.

00:30:58: Ihr kleiner Bruda ist noch nie in seinem Leben ganz alleine gewesen.

00:31:03: Wie viel Angst er jetzt ohne seine Familie haben muss?

00:31:07: Aber ihre Mutter war nicht dabei, sagt die

00:31:09: Nachbarn.".

00:31:11: die sei erst danach zurückgekommen und als sie das erfahren hat, dass Ralf weggeholt wurde, sei sie zu anderen befreundeten Nachbarn gegangen.

00:31:20: Margot atmet jetzt auf!

00:31:22: Dort wartet hoffentlich ihre Muttiere auf sie... Margot wartet jetzt noch in der Wohnung weiter weil sie weiß ja, dass der Mann noch unten ist und sie bleibt jetzt bei den Nachbaren so ein bis zwei Stunden und wartet einfach nur darauf, dass man dann irgendwann geht Öffnet sie dann vorsichtig die Tür und lugt ins Treppenhaus.

00:31:42: Der Mann ist verschwunden.

00:31:44: Hast dich, alt ma Gott jetzt über die Straße zu der Wohnung der Nachbarn?

00:31:49: Doch jetzt erfährt sie wieder etwas das ihr ganzes Leben verändern wird.

00:31:55: Sie haben die Tür geöffnet, ich hab gefragt meine Mutter, da sagt die Dame, sie ist gegangen!

00:32:04: Ich konnte nicht verstehen, was heißt gegangen?

00:32:07: Sie hat eine Nachricht für dich hinterlassen.

00:32:11: Was ist die

00:32:12: Nachricht?".

00:32:14: Ich gehe mit Ralf, wohin auch immer das sein mag, versuche dein Leben zu machen und das sollen ihre Vorte sein nichts weiter.

00:32:28: dann ist sie gegangen.

00:32:30: Dann gab mir die Frau einer Handtösche, die meine Mutter für mich hinterlassen hat Und in der Handtasche war ein kleines Notizbuch.

00:32:42: Die Handtaser habe ich nicht erritten können durch die Jahre, aber die Kette hab' ich mit mir gehabt durch den Untergrund und das Lager – und hab sie heute

00:33:01: noch.".

00:33:02: Boah wie krass!

00:33:03: Also die Mutter ist ja dann ... dem Sohn mitgegangen, also mit Margotts Bruder hat sich sozusagen selber geopfert.

00:33:12: Man kann es irgendwie nachvollziehen weil natürlich als Mutter würdest du alles für dein Kind tun.

00:33:16: aber das ist natürlich unglaublich dass sie sagt ja dann gehe ich mit ins Konzentrationslager weil ich muss meinen Sohn finden.

00:33:23: Margot ist da schon ein bisschen älter ne?

00:33:24: Also sie ist halt die ältere Schwester.

00:33:26: Genau, also Margot is so im Zeitpunkt.

00:33:28: Einundzwanzig zwei und zwanzig Jahre alt als das passiert.

00:33:32: Ralf ist deutlich jünger.

00:33:35: Margot realisiert jetzt nur langsam, was das bedeutet.

00:33:38: Also die Nachbarin, die ihr gerade ... Die letzten Gegenstände übergeben hat von ihrer Mutter also ein Adressbuch, die Kette, die Margot auch später noch hat.

00:33:48: Ja, die sieht man ja immer wieder an ihr.

00:33:50: Wenn ihr euch Fotos von Margot Friedländer anschaut, dann hat sie immer diese Kette

00:33:54: um.

00:33:54: Die Bernstein-Kette der Mama und die Handtasche.

00:33:57: Das ist alles, was sie bekommt.

00:33:59: Über die Jahre verschwindet die Hand Tasche.

00:34:01: Sie konnte sie nicht mit aufbewahren.

00:34:03: Ihr wurd ja auch viel abgenommen dann später noch.

00:34:06: Anbesetzt Tümern von den Nazis, aber die Kette und das Adressbuch hat sie aufbewahrt fürs Leben.

00:34:13: Die Nachbarin sieht Magod jetzt nur mit leerem Blick an.

00:34:17: Magod steht wie er start in dem fremden Hausflur.

00:34:21: Die Bedeutung der Worte dringen jetzt nur langsam zu ihr durch – ihre Mutter ist weg!

00:34:27: Sie ist mit Reif gegangen damit der kleine Bruder nicht alleine verschleppt wird.

00:34:33: Sie hat Margot ganz alleine zurückgelassen.

00:34:36: Da fragt man sich auch wieder, was sind das für Menschen die einen kleinen Jungen mitnehmen?

00:34:43: Wie grauenhaft können einfach Menschen sein?

00:34:47: Ja, für Margot fühlt es mich natürlich in dem Moment auch ein bisschen so an als ob sie verlassen wurde.

00:34:52: Gleichzeitig wollte die Mama auch den kleinen Bruder nicht allein ins Konzentrationslager gehen lassen und Margot hat jetzt keine Ahnung wohin sie gehen soll.

00:35:03: Unendlich alleine in dem Moment.

00:35:05: Draußen ist es bereits dunkel und bitter kalt.

00:35:09: Margot schließt jetzt die Tasche ihrer Mutter, geht zur Tür.

00:35:12: Es gibt kein Grund noch länger zu bleiben.

00:35:15: Auf Wiedersehen sagt sie leise Dann fällt die Tür hinter ihren Schloss.

00:35:21: Warum hat ihre Mutter nicht auf Sie gewartet?

00:35:24: Dann wäre Margot ja mit ihr gegangen!

00:35:26: Dann wären sie alle zusammen los.

00:35:28: Also ich verstehe dass Margot sich das fragt aber... Für die Mutter war ja klar, sie opfert sich selber für den Sohn.

00:35:35: Aber für ihre Trochter will sie natürlich, dass sie weiter

00:35:37: lebt.".

00:35:38: Ja und sich weiter auch versteckt.

00:35:40: also sehr der gesagt macht ein Leben.

00:35:42: Und dieser Satz wird jetzt auch für Margot wirklich zum Lebensinhalt.

00:35:47: Also Es ist wirklich wie so'n Mantra das immer wieder durch ihren Kopf halt und es ist Der letzte Satz den Sie jemals von ihrer mutter quasi über liefert bekommen hat versuche Den leben zu machen.

00:36:01: Diese fünf Worte, die werden für sie eine Aufforderung.

00:36:04: Ein Appell!

00:36:06: Und Margot ahnt auch schon in diesem Moment was ihre Mutter damit gemeint haben könnte.

00:36:11: Sie soll sich verstecken.

00:36:12: Irgendwie weitermachen.

00:36:14: Irgenwie überleben.

00:36:17: Margot weiß wie sehr ihre Mutter sie liebt und genau deshalb beschließt Margot dass sie sich auf keinen Fall der Gestapo stellen wird.

00:36:31: ihr Leben zu machen, zu überleben für ihre Mutter und für den kleinen Bruder.

00:36:39: Aber trotzdem fragt Margot sich auch gleichzeitig noch hätte sie doch ihrer Mutter folgen sollen?

00:36:44: Und ihrem kleinen Brudder hätte auch Sie sich stellen sollen?

00:36:48: Das muss so schrecklich sein weil ich könnte mir niemals vorstellen meine Familie zurückzulassen.

00:36:54: also ich würde denen wahrscheinlich ins Feuer hinterherrennen aber trotzdem kann sie sie ja nicht retten.

00:37:02: Also auch wenn sie ins Lager gehen würde, sie könnte sie ja nicht retten.

00:37:06: Sie weiß ja gar nicht wo die hingegangen sind, sie weiß nichts!

00:37:09: Sie weiß nur dass sie jetzt irgendwie den Wort in ihrer Mutter folgen soll und überleben soll.

00:37:15: Plötzlich steht Margot vor der Haustür eines befreundeten Pärchens.

00:37:19: Sie geben ihr jetzt einen Schlafplatz und versprechen ihr zu helfen.

00:37:23: Und mit dieser Nacht beginnt für Margot das Leben im Untergrund.

00:37:30: Und muss sich ganz alleine in Berlin vor den Nazis verstecken und im Untergrund durchschlagen.

00:37:37: Wo versteckt sie sich denn?

00:37:38: Also wo geht man dann hin?

00:37:40: Ja, also das ist ganz spannend weil Sie jetzt ganz vielen Menschen gehen.

00:37:46: Die nächsten Monate überlebt Sie nie länger als so ein, zwei Tage oder mal ein paar Wochen bei der gleichen Person.

00:37:53: Sie ist auf Menschen angewiesen die ihr helfen, die ihr heimlich Unterschlupf geben Teilweise jüdische Familien oder Paare sind aber auch Deutsche, die ihr Leben riskieren.

00:38:05: Die Juden verstecken und wenn das rauskommt halt auch dafür getötet werden Und sie ist jetzt auf die Gunst dieser Menschen angewiesen.

00:38:13: Als erstes geht Margot zu einem befreundeten Pärchen.

00:38:17: Sie geben ihr jetzt erstmal einen Schlafplatz und versprechen ihr zu helfen.

00:38:22: Am nächsten Tag stecken sie ihr ein zusammengefaltetes Stück Papier zu.

00:38:26: Auf diesem Papier steht jetzt eine Adresse.

00:38:29: Sie sagen aber auch, dass Margot sich die Adresse einprägen soll und das Papier danach direkt wegwerfen muss.

00:38:35: Sonst alles andere wäre zu gefährlich.

00:38:38: Margot kennt die Menschen jetzt nicht bei denen sie ab jetzt lebt.

00:38:42: Aber die Menschen haben sich einverstanden erklärt sie für einige Zeit aufzunehmen.

00:38:47: Sie teilen jetzt Essen mit ihr Und dafür hält Margot ihre Wohnung sauber.

00:38:53: Es sind Margots erste Tage im Untergrund.

00:38:56: Während sie putzt, wäscht und aufräumt, kreisen ihre Gedanken unaufförlich um ihrer Mutter und ihren Bruder.

00:39:03: Sie weiß nicht einmal ob sie noch in Berlin sind oder ob es ihnen gut geht – Magot hofft aber so sehr dass sie sich eines Tages wiedersehen.

00:39:13: Magot hat in dieser Zeit unfassbare Angst davor das eines Tages die Gestapo vor der Tür steht und sie mitnimmt.

00:39:21: Meistens bekommt sie von ihren Helferinnen und Helfern eine neue Adresse zugesteckt.

00:39:26: Es sind immer fremde Menschen, von denen Margot kaum etwas weiß.

00:39:29: Das ist ja auch eine ganz besondere Liebesgeschichte also diese Menschen die einfach ihr eigenes Leben riskiert haben um andere zu retten, um Menschen wie Margot zu verstecken vor ganz ganz ganz schlimmen anderen Menschen.

00:39:47: Vor allem die Margot ja auch gar nicht kennen!

00:39:51: Also diese Menschen machen das für andere Menschen, mit denen sie nicht verwandt sind, nicht befreundet.

00:39:56: Das sind Fremde und trotzdem riskieren Sie ihr Leben!

00:40:00: Ich finde das so rührend und so schön und ich muss sagen... das sind solche Helden, ich frag mich voll oft wie ich oder wir in dieser Zeit gewesen wären, hätten wir auch jemanden geholfen.

00:40:11: Also man kann sich da wirklich mal selber die Frage stellen und man kann das dann vielleicht auf den aktuellen Zustand übertragen was mache ich eigentlich gerade gegen Unrechte der Welt?

00:40:23: Man bekommt von Dingen mit wo man so ist oh das ist unmenschlich.

00:40:25: aber was macht man wirklich?

00:40:27: Und ja diese Menschen damals sind einfach immer ein Beispiel dafür dass Einfach ein bisschen Courage braucht im Leben, um auf der richtigen Seite zu sein.

00:40:37: Für Margot ist es auf jeden Fall die einzige Möglichkeit wie sie in dieser Zeit überleben kann und doch muss Margot auch ständig auf der Hut sein.

00:40:46: Sie hat mittlerweile ein feines Bauchgefühl dafür entwickelt was gefährliche Situationen sind.

00:40:51: So gelingt es ihr jetzt Monat für Monat im Untergrund zu überleben Und um dort noch weniger aufzufallen lässt sich Margot jetzt sogar auch äußerlich sozusagen verändern.

00:41:03: Also sie färbt einmal ihre Haare komplett rot, sie sagt auch das Zart richtig weh in der Zeit.

00:41:09: also Sie hat die komplett rot gefärbt weil sie das Gefühl hatte ja jüdische Menschen haben er keine roten Haare und so könnte sie weniger auffallen.

00:41:17: Und sie lässt sich sogar von einem jüdischen Arzt der nicht mehr praktizieren darf ihrer Nase operieren um an das auszusetzen.

00:41:25: Sie hatte irgendwie Angst dass ihre Nase auf Nazis so wirken könnte, als ob sie irgendwie an ihr erkennen würden dass sie jüdisch ist.

00:41:34: Und sie sagt eigentlich auch das sie immer steil mochte wie sie aussah.

00:41:37: aber sie wollte einfach anders aussehen um zu überleben oder sie musste anders aussehen.

00:41:42: Das ist ja auch wirklich das Beängstigende.

00:41:44: wenn du dir mal Kinderbücher anschaust oder Schulbüchern aus der Hitlerzeit dann gibt es ja da einen ganz viele Karikaturen zu Juden Und das ist ja so, dass die Nazis wirklich Eigenschaften jüdischen Menschen zugeschrieben haben oder auch äußerliche Merkmale.

00:42:00: Ganz schlimm ganz rassistisch und da kann ich mir vorstellen, dass sie, die das natürlich auch wahrscheinlich gesehen hat in den Schulbüchern gerade bei denen äuzerlichen Merkmalen voll versucht, genau das Gegenteil darzustellen.

00:42:15: Ja und

00:42:15: ich habe dir auch mal ein Foto mitgebracht von Margot aus dieser Zeit und da siehst du zumindest in schwarz-weiß wie sie ausschaut und fällt ihnen noch etwas auf an ihr auf diesem Foto?

00:42:26: Ja sie trägt eine Kreuzkette.

00:42:28: Sie hat ihren Judenstern den sie eigentlich immer tragen muss gegen eine Kette eingetauscht wo ein Kreuz dran hängt.

00:42:35: also sie gibt vor christlichen Glaubens zu sein um sich so zu schützen.

00:42:41: Es ist inzwischen nineteenhundertvierundvierzig.

00:42:45: Margot lebt jetzt seit fünfzehn Monaten im Untergrund und sie erlebt dort, wie die deutsche Wehrmacht schwächer wird und die britischen Bombenangriffe auf Berlin zunehmen.

00:42:56: Jedes Mal wenn diese Rehen heulen, schnappt sich Margot ihren kleinen Koffer und eilt in einen der öffentlichen Bunker.

00:43:03: Im Bunkern ist es eng – Die Luft ist stickig Und bei jedem Einschlag riesel Staub von der Decke.

00:43:08: Wenn sich die Türen wieder öffnen und die Menschen nach draußen strömen, atmet Margot tief durch.

00:43:15: Dann macht sie sich gemeinsam mit der Familie bei der sie gerade unterkommt auf den Weg nach Hause.

00:43:21: Es ist auch krass weil eigentlich ist das ja so der gruseligste Moment dem man sich vorstellen kann du musst dich vor Bomben verstecken.

00:43:27: Margot sagt aber Sie hat sich in so einer riesen Menge besser gefühlt, weil ... Sie hat halt total Angst in der Zeit vor sogenannten Greifern.

00:43:36: Sagt ihr das was?

00:43:37: Wann ist nicht andere Juden die aber für die Gestapo gearbeitet haben oder die wohnen verschont, dafür dass sie halt andere verraten haben.

00:43:48: Genau

00:43:48: also es sind Juden in beispielsweise hier in Berlin die quasi leben gelassen werden und vor den Konzentrationslagern verschont bleiben, weil sie andere Juden in ihren Verstecken finden und an der Gestapo melden oder dorthin bringen.

00:44:03: Das heißt, in ihren verstecken fühlt sich manchmal unsicherer, weil irgendwo ein Greiffakt sein könnte als in so anonym großen Schutzbunkern wo sie eine von vielen ist.

00:44:14: Aber jetzt ist der Bombenangriff wieder vorbei und sie macht sich gemeinsam mit den anderen, mit denen sie sich gerade versteckt auf dem Weg zu ihrer Wohnung.

00:44:23: Doch plötzlich werden sie von zwei Männern gestoppt.

00:44:27: Margot denkt sich noch – der eine sieht ja gut aus!

00:44:30: Und Sie tragen auch keine Polizeioniform oder so sondern kennst normale Kleidung?

00:44:35: Papiere bitte, fordert einer von ihnen.

00:44:38: Nervös kramt jetzt ein Familienmitglied nach dem Anderen die nötigen Unterlagen aus der Tasche.

00:44:44: Alle können sich jetzt erst mal ausweisen, alle bis auf Magot.

00:44:48: Sie hat keine offiziellen Dokumente.

00:44:51: Offiziell darf es sie ja gar nicht mehr geben!

00:44:54: Magot weiß jetzt was passieren wird – die beiden Männer sind offenbar greifbar.

00:44:59: Sie wissen dass Magot anscheinend im Untergrund lebt, sonst hätte sie sicher ausweisen können und sie sagen jetzt zu ihr mit strenger Stimme wir müssen sie mit zur Wache nehmen.

00:45:09: Magot kann es kaum glauben.

00:45:11: Fünfzehn Monate hat sie es geschafft, im Untergrund zu überleben.

00:45:15: Und jetzt wo der Krieg langsam zu Ende zu gehen scheint wird sie entdeckt!

00:45:20: Das Versteckspiel ist vorbei.

00:45:22: Margot gibt sich geschlagen.

00:45:24: Mit festen Blick schaut sie den Mann an und dann gesteht sie – ich bin jüdisch.

00:45:38: Die beiden Männer nehmen Margot in ihre Mitte und schleppen sie zur nächsten U-Bahn-Station.

00:45:49: Geht es für Sie nach Theresien statt?

00:45:52: Lin, wahrscheinlich sagt die Theresien-Stadt was oder?

00:45:55: ich finde das ist so ein Begriff.

00:45:57: Da kriegt man immer einen Schaudern wenn man's noch aus dem Geschichtsunterricht kennt.

00:46:02: Ja also sie kommt jetzt ins Konzentrationslager.

00:46:05: Genau, also Theresienstadt gilt offiziell nicht so richtig als Konzentrationslager.

00:46:11: Man sagt erstes ein Arbeitslager kein Vernichtungslager sozusagen.

00:46:16: Also es ist trotzdem Ganz, ganz schlimm.

00:46:18: Also die Bedingungen sind zum Leben absolut katastrophal.

00:46:22: Da sterben Menschen an Hunger und Krankheit, an Überarbeitung, an allen möglichen schrecklichen menschengemachten Gründen durch die Nazis – also es ist auf jeden Fall ein unfassbar schlimmer Ort!

00:46:35: Ich muss sagen dass mich der Ort auch nie so ganz losgelassen hat weil ich habe viel zu früh das Buch wie Kinder von Theresien stattgelesen.

00:46:46: Meine Eltern haben mir immer verboten, das zu lesen und ich glaube bei Kindern ist es ja manchmal so wenn Eltern sagen...

00:46:53: Ich

00:46:53: erinnere mich aktiv wie meine Eltern und Eltern von einer guten Freundin sagt haben dass alle Bücher lesen außer das!

00:47:00: Und dann lag das so im Bücherregal und ich habe dann mit, ich glaube, zehn?

00:47:06: Ich hab's viel zu früh gelesen.

00:47:09: Ich glaub' ich war noch in der Grundschule als ich die Kinder von

00:47:13: Oh Gott, aber dann hattest du ja richtig Albträume wahrscheinlich davon oder?

00:47:18: Ja

00:47:18: ich glaube es hat mich total geprägt.

00:47:20: Ich habe nämlich dann, boah ich erinnere mich komplett... ...ich hab das Buch immer genommen bin auf dem Dachboden bei uns und habe unter der Decke das heimlich gelesen damit mich niemand erwischt.

00:47:28: und ganz tragisch die Seiten sind so richtig verwählt von dem Buch weil ich den ganzen Zeit gewohnt hab!

00:47:34: Man sollte es ja auch lesen also ist ja auch wichtig nur vielleicht jetzt ein bisschen in einem anderen Alter sonst wird man vielleicht einen sehr jungen Alter schon noch verstört von der Welt.

00:47:42: Aber es ist trotzdem Pflichtlektüre eigentlich, weil es zeigt einfach die Bedingungen.

00:47:46: Und das ist auch ein ganz bewegendes Buch über Holocaust-Überlebende aus Theresien statt.

00:47:52: und was ich niemals vergessen werde im Buch die Szene ist auch dass Theresien Stadt auch voll oft so genutzt wurde um Theater zu spielen.

00:48:01: also wenn das rote Kreuz oder so vorbeigekommen ist oder andere irgendwie offizielle Behörden dann mussten alle Kinder aus Theresienstadt immer so sich halt anders kleiden.

00:48:10: Da musst du dir immer vor den jahrrote Kreuzmitarbeitern sagen, dass sie so satt sein weil sie so viel Schokolade bekommen und der Wirklichkeit verhungern Sie halt aktiv.

00:48:19: Also ganz, ganz schlimm fährt es nie wieder vergessen!

00:48:22: Und genau dahin kommt jetzt Margott.

00:48:26: Im Juni-Mann-June-Läufer läuft Margott zum ersten Mal durch die grauen Straßen des Lagers.

00:48:33: Sie wird durch ein Tor geführt.

00:48:35: über unebenen Pflastersteine Hinter dem großen Tor und den Steinmauern breitet sich jetzt eine Stadt aus, doch sie wirkt anders als die, die sie kennt.

00:48:45: Die Häuser sind dicht gedrängt, ihre Fassaden blass- und abgenutzt, Fenster stehen offen – und aus den Fenstern schauen viele leere Gesichter.

00:48:55: Die Straßen sind voll, Menschen gehen dicht an dicht, sie weichen einander kaum aus, bleiben stehen dringend weiter.

00:49:03: Kleidung hängt lose an vielen Körpern, Mäntel sind zu groß oder zu dünn Schuhe abgetragen.

00:49:10: Tausende Menschen schlafen hier dicht an Dicht in den überfüllten Barakken, indem es von Leusen und Flöhen wimmelt.

00:49:17: Betten stehen nebeneinander oft mehrstöckig Holzgestelle auf denen dünne Decken liegen Es gibt kaum genug zu essen Und die hygienischen Bedingungen sind so schlecht dass sich Krankheiten rasend schnell ausbreiten.

00:49:32: Über all dem schwebt außerdem die Angst In einen der Züge Richtung Osten gesetzt zu werden.

00:49:37: Nur wer in Theresien statt gute Arbeit leistet, kann seine Deportation hinaus zögern.

00:49:43: Und Margot hat Glück!

00:49:45: Sie soll glimmerspalten – das ist so ein weicher Stein der aus mehreren Schichten besteht und als Isoliermaterial verwendet wird.

00:49:54: Und ich habe dir erzählt, Margot ist ja näherin und deswegen hat sie auch richtig flinke Finger also ein total gutes Fingerspitzengefühl.

00:50:01: Deswegen ist Margot auch super schnell darin, auch schneller als alle anderen Und das bedeutet quasi im Umkehrschluss, sie darf weiter leben.

00:50:10: Manchmal ist sie sogar so schnell dass sie noch den anderen Frauen hilft ihre Quote zu schaffen.

00:50:16: Als Margott einmal verschleft und viel zu spät an ihrem Posten steht zischt ihr der Aufseher zu Wenn du nicht so eine gute Glimmerin wärst fährst Du jetzt schon im Zug in den Osten.

00:50:27: Gott weißt Sie dann was?

00:50:29: Das bedeutet in Osten zu fahren, weil im Osten ist ja Ausspitz oder?

00:50:32: Und dann mit der sichere Tod eigentlich.

00:50:34: Genau also das weiß sie einfach nur dass Menschen von dort nie wieder zurückgekehrt sind Dass man nichts mehr von den menschen hört.

00:50:41: Man bekommt kein Brief keine Karte keinen Anruf.

00:50:44: Sie sind einfach weg die Menschen und Ja man munkelt halt dass es dort ganz ganz schlimm ist und dass das eichen Todesurteil bedeutet aber mehr weiss sie nicht und sie Weiß auch noch nicht für ihre Mutter und ihr Bruder hingebracht wurden.

00:50:56: Und so schlimm die Zeit im Lager ist, trotzdem hält diese Zeit noch etwas für sie bereit.

00:51:03: Etwas das ihm Leben eine neue Richtung gibt!

00:51:15: Es passiert eines Abends als Margot gerade auf dem Weg zu ihrem Schlafplatz ist – ein Mann kommt ihr entgegen.

00:51:23: Sein Arm liegt in einer Schlaufe.

00:51:25: Um den Kopf trägt er einen Verband und auf der Nase sitzt eine dicke Brille mit schäuseligem Rahmen….

00:51:32: aber der Mann lächelt.

00:51:35: ruft der Mann ausgelassen, als er näher kommt.

00:51:38: Und in dem Moment erkennt Margot ihn auch.

00:51:42: In ihm früheren Leben in Berlin haben sie sich gesiezt und Margot konnte ihn wirklich nicht leiden!

00:51:48: Sie fand ihn ätzend... Er war nämlich ihr Vorgesetzter beim jüdischen Kulturbund.

00:51:56: Oh, und sie musste sich doch irgendwie immer bei ihm rechtfertigen oder?

00:52:00: Ja, immer wenn sie Neues Garn wollte oder neue Stoffe für die Kostüme, musste sie zum Buchhalter gehen zu diesem Mann halt und dort betteln.

00:52:08: Und sie fand ihn einfach wahnsinnig arrogant und zwar gut aussehend ja aber halt auch einfach nervig.

00:52:14: Doch als der Mann ihr jetzt in Theresien statt entgegen kommt fühlt es sich an wie nach Hause kommen.

00:52:20: Und Lin?

00:52:21: Ich will's dir gar nicht verraten Aber dieser Riesen-Spoiler lässt sich leider nicht verhindern Denn ich muss dir den Namen dieses jungen Mannes sagen Adolf Friedländer.

00:52:34: Damit hast du uns gerade verraten, dass er ihr zukünftiger Mann ist und eigentlich ist Margot Friedlender an dem schlimmsten Ort, den man sich vorstellen

00:52:44: kann.

00:52:45: Und trotzdem in all diesem Grauen findet die Liebe ihren Weg.

00:52:50: Also sie trifft einfach im Konzentrationslager in Theresien statt ihrem Ehemann.

00:52:56: Aber das weiß Magod zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht.

00:52:59: Für sie bedeutet es einfach, da ist jemand den kenn ich von Zuhause der kennt mich schon und ich bin nicht mehr allein.

00:53:07: In den nächsten Wochen und Monaten verbringen Adolf und Magod jetzt viel Zeit miteinander.

00:53:12: Sie teilen ihr Essen Rauchen ab und an in Zigarette zusammen Und sprechen über Menschen die sie einmal kannten.

00:53:19: Und was auch krass ist, Magot stellt jetzt fest, dass auch Adolf seine Mutter verloren hat.

00:53:24: Also er versteht jetzt Magots Schmerz.

00:53:28: Beide haben ihre Familien an die Nazis verloren und dementsprechend fühlt sich Magot jetzt zum ersten Mal seit der Trennung von ihrer Mutter wirklich verstanden und sie fühlt es sich zum ersten mal wieder beschützt und geborgen.

00:53:43: Manchmal gehen beide gemeinsam durch die engen Gassen der Stadt.

00:53:47: Sie sprechen über Berlin, über das Theater.

00:53:50: Über ein Leben, dass sich plötzlich unendlich weit entfernt anfühlt.

00:53:55: Und trotzdem haben sie auch gemeinsame Leidenschaften.

00:53:58: Sie sprechen die gleiche Musik und Kunst.

00:54:03: Ja, Margot stellt fest so doof ist er eigentlich gar nicht.

00:54:06: Adolf ist älter als sie, er ist ruhiger.

00:54:09: Er hat eine Art, die Dinge total realistisch zu betrachten.

00:54:13: Genau das gibt Margot halt!

00:54:15: Er stellt keine Fragen, auf die es keine Antworten gibt.

00:54:19: Und doch

00:54:19: ist er da – verlässlich jeden Tag!

00:54:24: Wenn Wiederlisten verlesen werden und Menschen verschwinden, stehen sie nebeneinander.

00:54:30: Sie sagen wenig aber sie wissen beide was der andere denkt.

00:54:34: Wenn einer von ihnen krank ist oder schwächer wird bleibt der Andere.

00:54:39: Als Magdott ein Monat lang im Krankenhaus liegt bringt Adolf ihr heimlich ein blühenden Zweig ins Krankenzimmer.

00:54:47: Und wie die Knospen des Zweiges aufblühen, so wächst auch etwas in ihnen das Schwert zu benennen ist?

00:54:54: Es ist keine große stürmische Liebe!

00:54:57: Es ist nicht das was man sich als junges Mädchen vielleicht irgendwann mal vorgestellt hat... es ist etwas anderes.

00:55:04: Etwas dass in dieser Welt entstehen kann.

00:55:07: Ja sie sind verbündete.

00:55:09: Ja es ist Vertrauen, es ist näher Und es ist ein stilles Verstehen.

00:55:14: Da geht's natürlich ums Überleben, also das ist natürlich der Hauptfokus.

00:55:18: Ja und ihr Kopf ist auch voll mit anderen Gedanken nämlich mit der Frage wo ist meine Mutti?

00:55:24: Was ist mit meinem kleinen Bruder passiert?

00:55:26: Und diese Frage klärt sich ein Jahr später.

00:55:30: Margot ist immer noch im Lager Theresien statt.

00:55:34: da kommen plötzlich Züge an.

00:55:36: Endlosereien von Fivergons schieben sich ins Lager wo sie mit kreischenden Bremsen zum Stehen kommen.

00:55:43: Dann werden die Türen

00:55:45: aufgerissen.".

00:55:47: Und Magdott selbst beschreibt im Podimo-Interview, mit Leon Winscheidt den Moment wie folgt – da würde ich Sie nochmal das Selbst erzählen lassen?

00:55:56: Zusammen mit vielen anderen war ich von meiner Arbeit fortgeholt und zum Bahnhof geführt worden.

00:56:05: Wir sahen zu, wie der Zug einfuhr!

00:56:08: Viehwaggons.

00:56:10: Eine endlose Reihe, wir hatten keine Ahnung was das bedeutet.

00:56:17: Wir standen einfach an den Gleisen und warteten Und dann wurden die Waggon-Türen aufgeschoben.

00:56:26: Sie fielen einfach heraus.

00:56:29: Menschen Die keine Menschen mehr waren.

00:56:33: Viele waren schon tot Aber man konnte die Toten Nicht unterscheiden von den Lebenden.

00:56:42: Die Wangen waren eingefallen, die Nasen starren Spitz aus den Gesichtern hervorum.

00:56:51: Die Menschen trugen eine Art gestreifte Pyjamas.

00:56:55: Die meisten waren es nur Lumpen auf den nackten Schultern und Armen Hingstofffetzen, die irgendwann Jacken gewesen waren.

00:57:07: Anstelle von Schuhen trugen sie Holzband hin.

00:57:10: Kaum jemand hat da ganzes paar Schul.

00:57:14: Die meisten hatten nur einen, manche gar keine an.

00:57:18: Viele hatten Udeme in den Beinen, die dadurch so dick angeschwollen waren wie Elefantenbeine.

00:57:26: Andere waren nur noch gerübber.

00:57:28: Etwas fiel mir in die Arme ein

00:57:31: Mensch.".

00:57:31: so schwach, dass ich ihn tragen musste.

00:57:35: Er war

00:57:35: federleicht.".

00:57:38: Diese Menschen kamen aus Auschwitz.

00:57:41: Zum ersten Mal hörten wir diesen Namen.

00:57:45: Damals war Auschwiz gerade befreit worden.

00:57:48: Wir hatten nichts davon gewusst!

00:57:51: Die Transporte die jetzt eintrafen bestanden aushäftigen?

00:57:56: Die die SS vor der Befreiung am siebenundzwanzigsten Januar auf ein Todesmarsch geschickt hat.

00:58:04: Je es ist.

00:58:05: und der Name alles, damit die Überlebenden den Russen nicht in die Hände

00:58:11: fielen.".

00:58:12: Margot hört inmitten dieses Chaos zum ersten Mal ein Wort – Auschwitz!

00:58:19: Später wird Margot sagen dass sie ihn diesen Moment begriffen hat was die Nationalsozialisten den Menschen im Osten antun Und sie hat zum ersten Mal begriffen, was mit ihrer Familie passiert sein muss.

00:58:35: In diesem Moment bekam der Osten einen Namen.

00:58:39: In diesen Moment erfohren wir von den Todeslagern und in diesem Moment begriffe ich, dass sich meine Mutter und mein Bode nicht wiedersehen

00:58:52: würde.".

00:58:53: Oh mein Gott!

00:58:54: Es ist ja auch so schlimm, einfach nur diese Menschen sieht und dann weiß meiner Mutter und meinem Bruder ging es genauso.

00:59:02: Wie schafft man so was?

00:59:05: Ja, ich fand zwei Fragen da auch von unserem Podcast-Kollegen Leon ganz gut.

00:59:12: Ich würde da mal rein hören denn er hat das hier auch nochmal gefragt.

00:59:18: Macht dich das noch traurig wenn du dich daran jetzt so erinnerst?

00:59:21: Ja!

00:59:23: Ich hatte überlebt Aber nichts war mehr, so wie vorher.

00:59:28: Hinter mir lag meine Vergangenheit von der mir nur ein paar Fotos, ein paar Kleider, ein kleines Adressbuch und eine Bernstein-Gette geblieben waren.

00:59:43: Vor mir lag das Nichts, so ging es allen!

00:59:47: Wie waren die übrig gebliebene?

00:59:52: Margot, jetzt warst du ja die ganze Zeit so hoffnungsvoll und auch so voller Energie.

00:59:56: Jetzt kommt da diese Wahrheit, die du nicht mehr verdrängen kannst das deine Mutter tot ist und dein Bruder tot ist Wie hältst Du dann Deine Moral hoch?

01:00:05: Wie schaffst Du es dann wieder weiter zu machen?

01:00:09: Dann hatte ich Herrn Friedländer.

01:00:11: Da war's die Liebe.

01:00:13: Das war mein großes Glück!

01:00:15: Das heißt im Mann ist jetzt derjenige der ihr Kraft gibt.

01:00:19: Ja also Vielleicht hätte sie das alles gar nicht so überlebt, wenn die beiden sich nicht dort getroffen hätten.

01:00:26: Und tatsächlich verändert es sich jetzt auch für Margoth und ihren Partner dort diese Situation.

01:00:34: Denn dass die Züge aus Auschwitz

01:00:37: kamen

01:00:38: ist kein Zufall.

01:00:39: Das sind die sogenannten Todesmärsche gewesen, die waren kurz vor der Befreiung.

01:00:43: Da wollten die Nazis noch mal viele Menschen wie's geht wegschaffen von dort und auf diese Art und Weise töten.

01:00:50: Und das hat damit zu tun, dass die Alliierten immer weiter vorgerückt sind bisher.

01:00:55: Und dann eines Morgens holt ein SS-Mann die Hakenkreuzflagge ein.

01:01:01: Er steigt in eins der wartenden Fahrzeuge und alle Wachen fliehen.

01:01:06: Theresienstadt ist frei!

01:01:09: Also die Wachen in Theresienstatt wissen, dass ihr Ende auch naht.

01:01:12: also wenn jetzt hier die Allioten ankommen werden sie sehen was Sie den Menschen in Theresienstadt angetan haben und sie fliehn und somit steht das Tor plötzlich offen.

01:01:22: Es gibt jetzt keine Wachen

01:01:23: mehr,

01:01:24: niemand der Margot daran hindert einfach so aus dem Lager zu gehen.

01:01:30: Vorsichtig macht sie jetzt ein paar Schritte hinaus auf die Straße.

01:01:34: Kein Schuss ertönt Niemand kümmert sich um Sie.

01:01:39: Neben ihr steht Adolf.

01:01:41: Margot kann es kaum glauben.

01:01:43: Sie haben es geschafft?

01:01:45: Sie haben überlebt.

01:01:48: Unsicher Lächeln sie den Soldaten der Roten Armee zu, die an Theresien statt vorbeiziehen.

01:01:55: Sie wollen nach Prag um dort ihren Sieg über die Nazis zu feiern.

01:02:00: In den nächsten Tagen beginnt sich das Lager langsam zu lehren – fast alle haben irgendjemandem denen sie finden möchten!

01:02:09: Zurück im Lager bleiben nur die, die niemand mehr haben … Die, die nicht wissen wohin sie gehen sollen… Menschen wie Margot und Adolf.

01:02:20: Sie haben überlebt und trotzdem ist nichts mehr so wie früher.

01:02:25: Von Margotts Vergangenheit sind nur noch wenige Fotos, ein paar Kleider und eine Bernsteinkette von ihrer Mutter geblieben.

01:02:33: Adolf und ihre Freunde im Lager sind die einzigen Menschen, die sie jetzt noch hat.

01:02:38: Deswegen beschließen die beiden jetzt auch erst mal in befreiten Lager zu bleiben – sie versorgen hier die anderen Menschen, waschen Wäsche und wackeln Brot!

01:02:48: Wenn sie frei haben, spazieren Sie über die Felder in der Nähe des Lagers.

01:02:52: Sie unterhalten sich, pflücken Erdbeeren und versuchen, sich darüber klarzuwerden wie sie weiterleben wollen.

01:02:59: Eines Abends sitzen Sie nebeneinander auf einer Bank und schauen den Abendtimmel.

01:03:05: Da fragt Adolf sie aus dem Nichts?

01:03:09: Kannst du dir ein Leben mit mir

01:03:10: vorstellen?".

01:03:12: Es ist seine Art eines Heiratsantrags.

01:03:19: Und zu heiraten muss man doch unglaublich verliebt sein, denkt sie sich.

01:03:24: So verlieb das ist sie eigentlich nicht.

01:03:27: Sie kann dieses Gefühl ja gar nicht richtig zulassen.

01:03:30: Sie ist da in diesem schlimmsten Ort der Welt und in dem Moment ist sie erst mal wie er startt.

01:03:36: Die Schrecken der letzten Jahre haben all ihre Gefühle geraubt.

01:03:40: Da ist nur noch Schmerz.

01:03:43: In einem Interview drückt sie es später so aus Wir hatten keine Gefühler Wir waren viel zu krank, viel zu ausgepumpt.

01:03:52: Es hat lange gedauert bis wir wieder Menschen geworden

01:03:56: sind.".

01:03:57: Ja man hat ihn ja eigentlich alle Gefühle genommen und das überhaupt eine Art der Liebe an so einem Ort entstehen konnte macht aber für mich ganz viel Hoffnung.

01:04:09: Total heftig!

01:04:10: Und da ist halt immer noch so ne Sehnsucht in ihr.

01:04:13: also Magor die will eigentlich ein normales Leben führen.

01:04:17: sie Sehnt sich nach Sicherheit, nach Geborgenheit.

01:04:20: Nach dem was auch mit ihrer Familie irgendwie verloren gegangen ist und da es auch ihr gemeinsamer Schmerz der sie mit Adolf verbindet.

01:04:29: Und so sagt ma Gott ja Sie will versuchen sich mit ihm etwas aufzubauen.

01:04:37: Adolf gibt dir daraufhin den Traurig seines Vaters.

01:04:41: Sie wird ihn nie wieder abnehmen Genauso wie die Kette ihrer Mutter.

01:04:48: Die beiden heiraten noch in Theresien statt.

01:04:51: Was?

01:04:52: An diesem Ort?

01:04:53: Ja.

01:04:54: Irgendwie begrüht mich das ganz doll, weil da nimmt sie diesen Ort des Schreckens für dort etwas So Schönes durch nämlich eine Hochzeit ein fest der Liebe und zeigt irgendwie der Welt Und das ist ja eigentlich auch so stellvertretend von Margot Friedländer einer Frau der Sophie genommen wurde durch den Nationalsozialismus Der Sophie Leid angetan wurde die trotzdem immer weiter für die Liebe gekämpft

01:05:19: hat.

01:05:20: Es ist unfassbar, ich komme darauf auch nicht klar weil sie versuchen jetzt wirklich so eine Art Hochzeit durchzuführen.

01:05:26: also Magot näht sich davor noch ein Kleid selbst als ein Hochzeitskleid aber sie hat ja nichts.

01:05:33: deswegen muss sie so Stoffe nehmen, die ihr einen Freund besorgt.

01:05:37: Eine Freundin flückt wiederum hier einen kleinen Brautstrauß und nach der Trauerung sitzen Sie damit ihren Freunden zusammen Sie trinken Kaffee und essen ein Stück Kuchen.

01:05:48: Für einen ganz kurzen Augenblick fühlt es sich fast wie ein normales Leben an Und dann, nur wenige Tage nach ihrer Hochzeit kommt ein Telegramm aus New York im Lager an.

01:06:00: Es ist an Adolf adressiert.

01:06:03: Ungläubig starrt Margotts Mann jetzt auf den Namen.

01:06:06: Es ist von seiner Schwester Ilsa.

01:06:08: Sie ist bereits vor der Machtergreifung der Nazis ausgewandert und lebt mittlerweile in New York.

01:06:15: Dort hat sie seit dem Ende des Krieges jeden Tag die Listen der Überlebenden durchforstet, die in den Zeitungen abgedruckt wurden.

01:06:22: Und dann irgendwann hat sie seinen Namen entdeckt.

01:06:25: Der Brief gibt Adolf jetzt ein neues Ziel.

01:06:29: Seine Mutter hat er nicht retten können aber dafür hat seine Schwester ihn gefunden.

01:06:34: Für ihn steht jetzt fest Er will nach Amerika!

01:06:37: Er will nie wieder unter den Menschen leben, die seinem Mutter ermordet haben.

01:06:42: Kurze Zeit später gehen Magd und Adolf Friedländer gemeinsam an Bord eines amerikanischen Schiffes.

01:06:50: Im Krieg hat es Soldaten nach Europa gebracht, jetzt bringt es Tausende von Juden nach New York City.

01:06:58: Als das Schiff an der Freiheitsstatue vorbeizieht steht Magd an der Reling.

01:07:03: Ihr Kopftuch flattert im Wind.

01:07:05: Die dicken Perlen der Bernsteinkette gleiten durch ihre Finger.

01:07:10: Sie denkt an den kleinen Bruder und an ihrer Mutter Daran wie verzweifelt sie noch vor wenigen Jahren versucht hat, ein Visum für ihre Familie zu bekommen.

01:07:20: Dass die sich wahrscheinlich gewünscht hätte mit denen auch da zu sein.

01:07:25: Heute weiß Margot, sie wird als Einzige von ihnen in amerikaner Land gehen aber es war die Entscheidung ihrer Mutter, die ihr das Leben gerettet habt.

01:07:36: Ihr letzter Wunsch hat sich erfüllt.

01:07:38: Margott hat ihr Leben gemacht.

01:07:41: Sie hat überlebt.

01:07:43: Sie hat jeden Tag versucht ihr Leben zu leben, für ihre Mutter und für ihren kleinen Bruder Ralf.

01:07:51: Am Hafen in New York werden Margot und Adolf von seiner Schwester Ilse begrüßt.

01:07:56: Für einen Moment stehen sie jetzt einfach nur da Dann fallen sie sich in die Arme.

01:08:02: Es ist ein Wiedersehen mit dem keiner von ihnen gerechnet hätte.

01:08:07: Kurz darauf bringt sie dann die Hilfsorganisation für jüdische Immigrantinnen ein Hotel.

01:08:12: Es ist jetzt nur ein einfacher Raum, doch zum ersten Mal nach all den Jahren haben Margot und Adolf ein Zimmern nur für sich alleine.

01:08:20: In diesem Moment hat Margot nur ein Gedanken – Jetzt fängt ein neues Leben an!

01:08:28: Auch wenn sie noch nicht weiß was dieses Leben für Sie bereithält.

01:08:32: Ihr Hotel liegt direkt am Broadway.

01:08:35: Staunt betrachtet Margot die bunten Werbetafeln und Geschäfte vor denen sich Obst- und Gemüse stapeln.

01:08:43: Einige der Früchte hat sie noch nie gesehen.

01:08:46: Zu Feier des Tages gibt es jetzt eine kleine Willkommensfeier.

01:08:49: Am nächsten Morgen trinken Sie frischen Kaffee und essen gebratenen Speck.

01:08:53: Sie nehmen das erste Mal wieder ein Leben, in dem sie sich einfach frei fühlen dürfen?

01:08:57: Ja!

01:08:58: Und vor allem wo sie einfach das Essen können was sie wollen.

01:09:01: Sie konnten jahrelang nicht mehr essen was sie wollten.

01:09:05: Ja und vor ihrer Verhaftung waren sie ja auch nicht wirklich frei.

01:09:09: ne da mussten sie ja immer auf der Hut sein

01:09:13: Und jetzt sind sie das endlich.

01:09:15: Nur zwei Wochen nach ihrer Ankunft findet Magod über Freunde eine Anstellung in einer Änderungsschneiderei.

01:09:21: Adolf beginnt kurz darauf, von einer Druckerei zu arbeiten.

01:09:25: Nach nur drei Wochen sind Sie finanziell unabhängig.

01:09:28: Für Magod ist dieses Gefühl überwältigend Aber es dauert noch lange bis sie sich daran gewöhnt hat kein Hunger mehr zu haben und plötzlich Geld in der Tasche zu haben.

01:09:40: Schritt für Schritt bauen sie sich in Amerika ein neues Leben auf.

01:09:44: Schon nach wenigen Monaten können Sie sich erst das Auto leisten, mit dem Sie jeden Tag gemeinsam zur Arbeit fahren.

01:09:51: Margot liebt es, mit ihrem Mann einkaufen zu gehen!

01:09:54: Adolf trägt immer akkurat geschnittene Anzüge und es gefällt Margot ihm passende Krawatten und Hemden auszusuchen.

01:10:02: Immer wieder reisen die beiden auch nach Europa – sie besuchen dann zum Beispiel Frankreichs, sie besuchten die Schweiz oder Italien.

01:10:09: Nur nach Deutschland will Adolf Friedländer nie wieder zurück.

01:10:14: Die Erinnerungen sind immer noch zu schmerzhaft, die Vergangenheit lässt sie nie los.

01:10:21: Genauso wenig auch wie die offenen Fragen.

01:10:24: Margot will jetzt unbedingt herausfinden was wirklich aus ihren Liebsten geworden ist.

01:10:29: Deswegen schreibt sie jetzt auch die nächsten Jahre immer wieder Organisationen an, die nach Überlebenden suchen und auch Daten über Tote sammeln eine Antwort.

01:10:39: Es ist so krass, bekommt Margot allerdings erst vier Jahrzehnte später.

01:10:45: Was?

01:10:46: Also, vierzig Jahre!

01:10:48: Weiß sie wirklich nicht was genau passiert ist.

01:10:50: also Sie weiß halt dass niemand mehr lebt offensichtlich weil es hat sich ja nie jemandem gemeldet.

01:10:56: aber erst vierzig Jahre später erfährt sie jetzt das ihre Mutter und ihr Bruder schon in einem Zug in den Osten sind, als sie selbst ihre ersten Tage im Untergrund verbringt.

01:11:06: Also die sind zu Gestapo gebracht worden zur Polizeiwache und von da direkt in den Zug nach Auschwitz gekommen.

01:11:13: Ihrer Mutter gelingt es sogar noch zwei Postkarten mit verzweifelten Hilferofen aus dem Bagon zu werfen – aber das bringt nichts!

01:11:21: Als der Zug in Auschwiz anhält, kriegt sie nicht einmal eine Heftlingsnummer.

01:11:26: Sie wird sofort in der Gaskammer

01:11:28: ermordet.".

01:11:30: Und ihr kleiner Bruder und der Sohn Ralf folgt ihr nach ein paar Monaten Zwangsarbeit.

01:11:36: Ja, man muss sagen diese Information die Margot da bekommen hat sie hat sich darauf ja schon vorbereitet dass das kommt.

01:11:42: aber Das führt jetzt dazu dass sie natürlich unfassbar viel nachdenkt.

01:11:47: also sie liegt ganz oft nachts

01:11:48: wach

01:11:49: und grübelt und fragt sich Wie es den wohl ergangen ist wie's auch ralf ergang ist was aus dem geworden wäre.

01:11:56: und so Sie denkt ganz, ganz oft vor allem an die Wärme und die verzweifelte Liebe ihrer Mutter mit der sie versucht hat ihre Kinder bis zum allerletzten Moment zu retten.

01:12:07: Sie ist es für die Margot all die Jahre versucht ihr Leben zu machen.

01:12:12: Über fünfzig Jahre bleiben Margot und Adolf verheiratet.

01:12:16: Wow!

01:12:17: Sie kochen für Freunde, sie gehen zur Konzerten im jüdischen Kulturzentrum dessen Geschäftsführung Adolf bald übernimmt und sie feiern gemeinsam jüdische Feste.

01:12:28: Nur über die Vergangenheit sprechen sie kaum.

01:12:32: Adolf Willisso.

01:12:33: Trotzdem sind Sie ein Team, ein Wir.

01:12:37: Bis im Jahr nineteenhundertseinundneunzig der Stuhl neben Margot plötzlich leer bleibt.

01:12:44: Adolp ist mit eighty-seven Jahren eingeschlafen und Margot wieder alleine.

01:12:50: Um sich von seinem Tod abzulenken besucht Margot jetzt einen Kurs für kreatives Schreiben für Senioren.

01:12:57: Anfangs weiß Margot jetzt nicht, worüber sie schreiben soll.

01:13:02: Doch dann kommt die Erinnerung.

01:13:06: und damit sind wir jetzt wieder am Beginn der Folge, nämlich in den schlaflosen Nächten, in denen Margot am Schreibtisch sitzt und ihre Geschichte aufschreibt.

01:13:16: Während Margot Zeile für Zeile auf Papier bringt, spürt sie wie intensiv ihre Gefühle für Deutschland noch immer sind.

01:13:25: Dieses Land hat ihr alles genommen Und zeitgleich hatte sie aber auch das Überleben ermöglicht.

01:13:32: Ihre Familie ist von Deutschland ermordet worden, aber es waren auch Deutsche die sie versteckt haben.

01:13:38: In den Nächten des Schreibens merkt Margot – Sie isst mit diesem Land noch nicht fertig!

01:13:44: Auch nach vielen, vielen Jahren in New York fühlt sie sich nicht wirklich als Amerikanerin.

01:13:49: Im Herzen ist sie immer noch Bellinerin.

01:13:59: Das finde ich auch wieder so krass, weil Margot entscheidet jetzt mit zweiundachtzig Jahren dass sie zurückziehen will.

01:14:08: Also sie will zurück in ihre alte Heimat ziehen nach Berlin.

01:14:14: Das ist wirklich was sich so beeindruckend finde an dieser Geschichte.

01:14:19: diese Frau hat sich dazu entschlossen dieses Land Deutschland nicht aufzugeben obwohl ist für sie die absolute Hölle war.

01:14:30: Und dass sie weiter hierfür die Liebe kämpfen will und dafür, dass die Liebe am Ende gewinnt... ...und das ist wirklich ihr Vermechnis ne?

01:14:41: Ich find's unfassbar.

01:14:42: also man denkt irgendwie diesem Alter Ja da passiert nichts mehr im Leben so!

01:14:46: Man is so alter kommt man zur Ruhe.

01:14:49: Margotts neues Kapitel beginnt jetzt einfach.

01:14:52: Also Sie ist mit zweiundachzig Jahren das erste Mal zurück in ihre Heimat.

01:14:56: Da geht sie das erste mal wieder durch Berlin und wurde auch vom Senat eingeladen, und sie schaut sich jetzt an wie alles dort aussieht.

01:15:03: Sie erkennt die Stadt gar nicht mehr so richtig wider!

01:15:06: Alles ist schneller, lauter... Und trotzdem fühlt es sich für Margot ein bisschen an als würde sie endlich nach Hause kommen.

01:15:13: Und sie besucht jetzt auch all die Orte wo sie in ihrer Kindheit war.

01:15:16: Also sie fährt wieder zum Schamützelsee, sie läuft durch die Straßen und mit achtundachtzig Jahren entscheidet sie sich dann endgültig nach Berlin zurückzukehren.

01:15:26: Und das ist ein Neuanfang für sie und gleichzeitig auch eine

01:15:30: Rückkehr.".

01:15:31: Margot zieht jetzt in eine Seniorenresidenz, unweit des KTV – und obwohl sie ja mit ihrem Mann zusammen jahrzehntelang geschwiegen hat ihre Geschichte zu erzählen fängt sie jetzt an zu sprechen!

01:15:44: Und zwar die ganze Zeit.

01:15:47: Mehrmals pro Woche steht Margot jetzt in Schulen und erzählt von ihrem Leben Und sie tut es im Namen von allen unschuldigen Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet worden sind.

01:15:57: Sie spricht für ihre Mutter, sie spricht für ihren Bruder, sie spricht für ihre Freunde und für ihre Bekannte.

01:16:04: Wenn sie von ihnen erzählt wird ihre feste Stimme leise und brücheig.

01:16:08: Und was sie zu erzählen hat?

01:16:10: Das sagt uns Margot jetzt nochmal selbst!

01:16:15: Ich spreche für die, die nicht sprechen können und meine Worte zu denen... Menschen, zu denen ich spreche sind.

01:16:25: Es ist für euch was ich mache.

01:16:27: Was war?

01:16:28: War!

01:16:29: Das können wir nicht mehr ändern.

01:16:32: Aber es darf nie wieder geschehen.

01:16:34: Ich will nicht dass einer von euch jemals mit sowas konfrontiert wird, das wir erleben mussten.

01:16:43: Ich spreche nicht nur für die sechs Millionen Juden.

01:16:46: Ich spreche für alle Menschen, die man unschuldig umgebracht hat.

01:16:52: Das ist etwas, was ihr euch sagen müsst.

01:16:57: Es waren ja nicht nur Juden und Menschen haben es gemacht!

01:17:01: Ich sage ich bin zurückgekommen um euch die Hand zu reichen aber euch zu bitten dass ihr die Zeitzeugung sein wollt, die wir nicht mehr lange sein können.

01:17:14: Als das ihr Vermächtnis ihre Mission dir Kraft gibt So viel Kraft, dass sie noch mit über hundert Jahren auf dem Cover der Vogue posiert und auch Interviews gibt und unermüdlich erzählt.

01:17:28: Also diese Frau hat im hohen, hohen Alter eine komplette Karriere begonnen als eine unfassbare wichtige Aktivistin die das ganze Land zieht und Menschen waren vor dem was damals passiert ist Und sie bekommt dafür auch vollkommen zurecht die Anerkennung, die sie verdient hat.

01:17:47: Also an den Wänden ihrer Wohnung hängen schon bald Bilder mit Politikerinnen und Politikern wie zum Beispiel Angela Merkel.

01:17:54: Sie sammelt auf einer schweren dunklen Holzkomode jetzt ihre Auszeichnungen, zum Beispiel das Bundesverdienstkreuz für Engagement als Zeitzeugin.

01:18:03: Das goldene Herz oder der German Dream Award?

01:18:06: Ich finde es ist auch so beeindruckend wenn man sich diese Frau anguckt, Interviews von ihr liest oder hört.

01:18:12: Sie hat so eine Wärme sie hat so viel Gutes was sie ausstrahlt, so viel Liebe und die sagt ja auch einfach so die Wahrheit.

01:18:23: also wie sie.

01:18:23: Ich erinnere noch, wie sie irgendwie mal gesagt hat.

01:18:25: Es sind alles Menschen egal welche Religion du hast ob du jetzt muslimisch bist oder judisch bist Ob du christlich bist.

01:18:33: wir sollten uns alle wie menschen verhalten und ich glaube gerade in der aktuellen Zeit wo so viel Schlimmes passiert Wo Jetzt grade natürlich auch in palestina ganz viel schreckliches passiert und den menschen ist dort super schlecht geht Sollten wir uns das halt in den kopf rufen.

01:18:48: Wir sind alles menschen Und diese frau zeigt halt Dass wir alle einfach für das Gute kämpfen sollten.

01:18:56: Ja und sie warnt vor allem sehr eindrücklich, also sie sagt immer wieder, dass was gerade hier auch im Land passiert so hat es damals auch angefangen Und diese Message hat sie auch noch mal im Podimo Podcast in extremen Köpfen erwähnt.

01:19:10: Diese Worte werde ich auch nie wieder vergessen.

01:19:13: Ich fürchte guck mal was passiert jetzt?

01:19:16: komische Sachen Ich bin zu alt, mich wird es nicht mehr treffen.

01:19:20: Es ist für euch ihr müsst dafür sorgen dass es für euch nicht passiert.

01:19:25: etwas was ich euch bitte zu bedenken das es Menschen waren und Menschen haben das gemacht mit Menschen.

01:19:41: Das ist etwas was es nicht geben darf.

01:19:48: Aber es ist so vieles auch an, das sage ich Ihnen seit vorsichtig.

01:19:54: So hat's auch damals angefangen.

01:19:57: Ich warne euch!

01:19:58: Ja, das passt ja wieder dazu was ich vorhin schon gesagt habe.

01:20:02: die Verfolgung der Juden kam mich plötzlich.

01:20:04: Das war schleichend und dass muss man sich immer wieder in Kopf rufen Dass man einfach aufpassen muss und dass wir die Geschichte nicht vergessen dürfen.

01:20:16: Ja, und das war die Geschichte von Margot Friedländer.

01:20:19: Ich könnte jetzt noch hundert Stunden weiter erzählen von ihr.

01:20:22: es gibt so viel.

01:20:23: bitte hört euch alle Interviews mit ihr an.

01:20:25: Es gibt ganz viel Material auf YouTube.

01:20:27: es gibt Dokumentationen mit dem Podcast den ich hier ein paar mal erwähnt habe.

01:20:31: bei Podimo verlinke ich euch natürlich in der Folgenbeschreibung ist eine ganz ganz tolle Tolle Frau.

01:20:37: ich finde auch beeindruckend dass sie immer wieder sagt Sie liebt trotzdem Menschen.

01:20:42: also obwohl sie alles erlebt hat liebt sie Menschen, weil sie glaubt in jedem Menschen gibt es trotzdem etwas Gutes.

01:20:48: Das müssen wir nur selbst entdecken.

01:20:50: und sie sagt auch dass ihr ihre Arbeit in den hohen Jahren also noch mit hundert drei Jahren hat sie Interviews gegeben.

01:20:57: Also zwei Tage bevor sie gestorben ist, hat sie noch Interviews gegeben und am Tag wo sie gestorsen ist hätte sie eigentlich das große Verdienstkreuz bekommen von Walter Steinmeier.

01:21:07: Sie hat wirklich bis zuletzt noch gearbeitet und gekämpft und sie Sie sagt, ich habe das Gefühl.

01:21:15: Ich werde etwas

01:21:16: hinterlassen.".

01:21:17: Mein Leben hat einen Sinn gehabt!

01:21:20: Ja also wenn jemand was hinterlassen hat dann auf jeden Fall Margot Friedländer

01:21:25: und deswegen finde ich sollten die letzten Worte in dieser Folge auch margott friedländers Letzten Worte sein und damit beenden wir diese folge.

01:21:34: schön dass ihr dabei wart.

01:21:36: ich

01:21:37: finde diese message sollte uns am allermeisten im kopf bleiben.

01:21:40: Danke auf jeden Fall für diese Geschichte, Leo.

01:21:42: Das war ganz unglaublich.

01:21:44: Man denkt ja, dass man in so einem schrecklichen Schicksal gar nicht noch Liebe findet und das sie doch noch da war – das macht wirklich Mut!

01:21:52: Und jetzt bin ich natürlich noch ganz gespannt am Ende darauf, welches Zitat du uns noch von Margot Friedländer mitgeben willst?

01:22:01: Ich hatte überlebt aber nicht wahr mehr an wie vorher.

01:22:10: hinter mir lag meine Vergangenheit, von der mir nur ein paar Fotos, ein paar Kleider, ein kleines Adressbuch und eine

01:22:26: Bernsteigette

01:22:28: verblieben war.

01:22:31: Vor mir lag das Nichts!

01:22:36: So sind es allen.

01:22:40: wir waren, die uns gebliebene

01:22:49: Bitte!".

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