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#61 Der Ruf der Wildnis

Shownotes

Raus. Einfach nur raus. Weg von allem – und nie wieder zurückkommen. Das ist alles, was Chris will. Nach seinem Studium lässt er alles hinter sich, fährt los und trifft eine radikale Entscheidung: Er kehrt der materialistischen Welt den Rücken.

Zwei Jahre lang reist Chris durch die USA – nur mit einem Ziel: Allein in der Wildnis zu leben. Er träumt von den unendlichen Weiten Alaskas. Von seiner unbändigen Wildnis, seinen Gefahren. Im hohen Norden findet er auf dem Weg zum mächtigen Mount McKinley einen verlassenen Bus. Der "Magic Bus" soll sein Zuhause werden.

Heute erzählen Linn und Leo die berührende Geschichte von "Into the Wild" – die Geschichte von Chris McCandless aka Alex Supertramp.

Quellen (Auswahl) Buch „In die Wildnis“ von Jon Krakauer Buch „Die Geheimnisse, die Chris McCandless in die Wildnis trieben“ von Carine McCandless

Eine Produktion von Auf Ex Productions. Hosts: Leonie Bartsch & Linn Schütze Recherche: Fabian Nolte Redaktion: Antonia Fischer Produktion: Lorenz Schütze

Hintergrundinformationen, Bilder und Videos findet ihr auf unserem Instagram- oder TikTok-Kanal @true.lovepodcast. Oder auf unseren privaten Profilen @leonie_bartsch und @linnschuetze.

Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr den Podcast bewertet und teilt. Haben euch lieb & bis in zwei Wochen!

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Transkript anzeigen

00:00:07: Wie kann ich dir das erzählen, wenn

00:00:15: du es wirklich

00:00:21: magst?

00:00:23: Ich bin in Liebe several times before.

00:00:36: Und jedes Mal habe ich gedacht,

00:00:43: dass ich meinen Prinz Charming gefunden habe.

00:00:46: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge True Love.

00:00:51: Ah, sind wir jetzt schon mittendrin?

00:00:53: Also wir nehmen auf jeden Fall schon seit ein paar Sekunden auf.

00:00:56: Mein Handy ist gerade runtergefallen, falls irgendjemand sich fragt warum ich hier so vor mir hin geflucht habe und

00:01:02: falls ihr euch fragt, warum in der letzten Folge, ich weiß nicht ob es bei True Love auch der Fall war, so ein kleines Piep geräuscht drin war... Nicht nur Linz Handy ist in letzter Zeit regelmäßig runtergefallen, auch ihr Mikrofon.

00:01:12: Und wir wurden jetzt freundlicherweise darauf hingewiesen, dass so ein kleiner Tinnitus entsteht bei Leuten wenn sie unsere Folge hören.

00:01:18: Ich glaube das haben unsere Katta ganz toll rausgezaubert!

00:01:22: Ich

00:01:22: hoffe auf jeden Fall haben wir hier neues Equipment und es wird jetzt bewacht?

00:01:26: Oh ich meine ich bin genauso tollpatschig.

00:01:28: also eigentlich kann's mir genau so gut passieren aber wir versuchen es diesmal.

00:01:32: Aber

00:01:32: Leo vielleicht bist du nicht so tollpadschig oder ungeschickt oder dumm wie unser Dating-Fail.

00:01:40: Oh ja, den brauchen wir mal wieder hier!

00:01:41: Ja es wird höchste Zeit.

00:01:43: Schickt uns gerne auch eure Datingfails zu oder die verrücktesten Datingstories, die immer von irgendjemandem gehört haben?

00:01:50: Macht das wirklich gerne weil ich persönlich habe so viele erlebt und Gut und besser, wenn es nicht nur mir so geht.

00:01:57: Und nicht nur ich ganz viele Fails hatte bei Dates.

00:01:59: Hier ist es tatsächlich auch so, dass jemand uns ein Dating-Fail zugeschickt hat, und zwar Silvio ... Hi Silvio!

00:02:05: Er kommt aus einem kleinen Dorf in Österreich und hat uns eine Geschichte geschickt, die sich dort immer erzählt wird?

00:02:13: Weil in diesem Dorf kennt jeder jeden.

00:02:16: Dating fails...

00:02:22: Sein damaliger Nachbar hatte eine Affäre.

00:02:25: Jetzt war's aber so dass die Affäre von dem Nachbarn und die Ehefrau von den Nachbahren gleichzeitig schwanger wurden.

00:02:35: Also, er hat irgendwie hingekriegt beide Frauen gleichzeitig zu schwängern Und dann musste er eh schon ziemlich aufpassen das sie beiden Frauen nicht merken Dass sie beide vom gleichen Mann schwanger sind.

00:02:49: Es wurde dann aber kritisch.

00:02:50: Für mich wird's auch grad schon kritisch, ich weiß nicht ob das noch in die Richtung Datingfail geht?

00:02:54: Ja

00:02:55: es würde dann kritisch als beide Frauen ihre Wehen bekommen haben.

00:02:59: Gleichzeitig!

00:03:01: Und in diesem Dorf gibt es nur ein Krankenhaus und so warst du dass beide Frauen zur gleichen Zeit in dieses Krankenhaus kamen um das Kind zu bekommen.

00:03:09: Nein!

00:03:10: Als der Mann dieser Nachbar, deinem das Krankenhaus, kam merkte er aber... Die beiden Frauen sind nicht nur im gleichen Krankenhaus.

00:03:19: Nein, sie sind auch noch in einem gleichen Zimmer!

00:03:22: Also die wurden

00:03:23: in ein Doppelzimmer gepflanzt.

00:03:24: Nicht dein Ernst?

00:03:25: Das heißt ... Die Verwirrung war dann sehr groß als er in das Zimmer kam zu seiner Frau und die Frau im Nebenbett

00:03:33: freuchte sich auf einmal auch.

00:03:35: Und so kam das halt raus.

00:03:36: Okay,

00:03:36: die haben sich wahrscheinlich kurz gefreut und dann haben Sie sich nicht mehr gefreucht weil sie gecheckt haben.

00:03:41: der Mann kommt für zwei Geburten da rein.

00:03:42: Nein nein ich glaube er wollte zu seiner Frauen kommen und er geht ja in dieses Zimmer rein Ja.

00:03:48: Toll, der kommt für mich und ich stelle mir nur vor wie diese beiden Frauen sich angucken und in dem Moment checken... Fuck!

00:03:55: Ja.

00:03:56: Also, zumindest die Frau hat es in diesem Moment gecheckt

00:03:59: und danach nicht mehr nur noch schreien vor Schmerzen sondern auch noch vor Wut.

00:04:04: Und sämtliche Kräfte mobilisieren nicht um da ein Kind raus zu pressen sondern auch um diesen Menschen möglichst schnell erwürgen zu können.

00:04:12: Ich muss sagen ich finde das darf eigentlich nicht unsere Rubrik-Dating-Fail weil das ist für mich fast zu verharmlosend.

00:04:18: also es geht fast in die Richtung keine Ahnung.

00:04:20: als ob man jetzt sagen würde der Untergang der Titanic war eine Poolparty.

00:04:24: Also es ist schon sehr verharmlosend.

00:04:27: Ja, das ist auch ein kleines zu dumm zum Verbrechen eigentlich.

00:04:30: Ich hatte mir so'n bisschen gewünscht dass das ne List der Frauen war.

00:04:33: weißt du?

00:04:34: Dass die Frau irgendwann gecheckt hat?

00:04:36: hey der betrug mich damit er Fähre gesprochen hat und die beiden dachten sie legen ihn rein.

00:04:40: Es war tatsächlich nicht so.

00:04:41: also die Frau hat sich dann von ihm scheiden lassen Und erst mit der Fähere zusammengekommen.

00:04:45: Die hat er dann später aber auch noch bedrohen

00:04:47: Mein Gott.

00:04:49: Also in meiner idealen Welt hätten die beiden Frauen sich verbündet und hätten eine Patchwork-Familie ohne den Mann gegründet, weil beide haben ja anscheinend einen ähnlichen Männergeschmack.

00:04:59: Vielleicht sind sie auch als Freundinnen potenziell ähnlich?

00:05:04: Also gute WG mit Bewohnerinnen...

00:05:08: Sie werden zusammengekommen!

00:05:09: Was wäre denn das für ne Crazy Story?

00:05:10: Das

00:05:11: müssen sie natürlich auch noch in dem Sinne kompatibel sein.

00:05:14: I don't know Aber ich find's interessant, dass du das als Datingfell erzählst.

00:05:19: Weil merkt ihr diese Geschichte jetzt noch mal für die Folge, die ich dir jetzt erzähle?

00:05:24: Sag bloß ... Das ist zweimal passiert!

00:05:29: Also... Ich kann es selbst grad nicht glauben.

00:05:31: Das war nicht geplant, dass hier auswählen soll als DATINGFELL für diese Folge.

00:05:35: Es hat auf eine Art was mit der heutigen Geschichte zu tun.

00:05:39: Aber nur ganz, ganz peripher.

00:05:40: also... Okay,

00:05:41: bin gespannt.

00:05:42: Genau.

00:05:43: Bestimmt irgendwann merken, was ich meine.

00:05:45: Und ich würd sagen dafür steigen wir heute ein in eine ganz besondere Schulerfolge.

00:05:53: Eine die ihr vielleicht schon mal irgendwann in eurem Leben gesehen habt im Fernsehen oder im Kino wie auch immer ihr vielleicht von diesem Film mitbekommen habt.

00:06:03: aber dazu später.

00:06:04: mehr vorab an dich Lin.

00:06:06: die Frage Hast du manchmal als eine Person, die an der Stadt wohnt.

00:06:13: Die jeden Morgen ihren Matcha trinkt oder ein Kaffee und zum Spinningkurs geht und all die Vorzüge der Stadt genießt hast du manchmal das Gefühl dich zieht es ins andere Extrem?

00:06:25: also vielleicht so keine Ahnung Die Wildnis oder die raue Natur hinlands, irgendwo im Schnee gestürmen.

00:06:34: Nur du und dein Zelt!

00:06:36: Und die rauere Wildnis.

00:06:38: Hast du auch manchmal diesen Survival-Wunsch?

00:06:42: Ja man kann sich das bei mir glaube ich kaum vorstellen weil ich habe ja auch tierische Angst vor Spinnen

00:06:46: und

00:06:47: wie gesagt mag auch schon alle Vorteile sehr gerne von der Stadt aber... Ich hab das ziemlich häufig.

00:06:54: Weil ich hatte übrigens nicht mit dieser Antwort gerechnet.

00:06:56: Doch

00:06:57: ich bin ja richtig in der Natur groß geworden.

00:07:00: Also meine Oma ist mit mir immer durch die Wälder gestreift und deswegen könnte ich mir jetzt nicht vorstellen irgendwo im Zelt zu wohnen, aber an so einer Hütte nirgendwo.

00:07:09: manchmal denke ich, ich breche alles ab?

00:07:12: Nein Leute da könntest du auch ein Podcast aufnehmen!

00:07:14: Aber ich denk so... Ich packe meinen Podcast-Equipment ein und ziehe irgendwo ins Nirgendwo weil Manchmal mag ich ja auch Menschen gar nicht so gerne.

00:07:23: Ich fahre mich auch richtig gern einfach nur allein!

00:07:25: Okay, diese Antwort ist perfekt für die heutige Folge, weil ich glaube, die Person um die es heute geht hat ziemlich ähnlich gefühlt wie du.

00:07:31: Ich muss nur dazu sagen... Ich glaube, es gibt noch einen kleinen Unterschied zwischen in der Natur im gemütlichen Hütchen oder Häuschenwohnen und zudem um das es heutegeht.

00:07:43: Weil was wir heute besprechen, ist eher so seven versus wildmäßig wirklich Du und der Überlebenswelle.

00:07:52: Und ja, die raue Natur, die dir da auch teilweise steinenden Weg legt!

00:07:58: Und das schauen wir uns heute mal genauer an – damit geht's los.

00:08:15: Raus einfach nur raus.

00:08:19: Wegfahren und

00:08:20: nie

00:08:21: wieder zurückkommen Das ist alles was Chris McCandless durch den Kopf geht während er in seinem gelben Auto über den Highway brettet.

00:08:32: Sein Staubiger in die Jahre gekommener Datzen-Zweihundertzehn vibriert bei jedem Schlagloch.

00:08:39: Der Motor brummt rau und ungleichmäßig, als würde er protestieren gegen diese endlose Fahrt!

00:08:45: Der Fahrtwind pfeift durch einen winzigen Schwalt im Fenster – und irgendwo im Armaturenbrett klappert etwas bei jeder Bodenwelle.

00:08:54: Der gelbe Lack ist von Sonne und Staub ausgeglichen.

00:08:57: Auf der Motorhaube kleben die Spuren unzieliger Insekten.

00:09:01: Chris sitzt hinter dem Lenkrad und vor ihm liegt der Highway.

00:09:06: Die Straße zieht sich wie ein graues Band durch die Landschaft, Kilometer um Kilometer verschwindet die Welt, die erkennt im Rückspiegel.

00:09:15: Im Kofferraum liegt ein Sack Reis und eine kleine Pistole – mehr braucht er nicht!

00:09:22: Chris ist nämlich auf einer Mission.

00:09:26: Lynn hast du eine Ahnung, um welche Mission es gehen könnte?

00:09:31: Du hast ja schon am Anfang gesagt, es geht ums Rauskommen in die pure Natur gehen.

00:09:36: Und ich musste da schon an einen Film denken den ich super gerne früher geschaut habe nämlich Into the Wild.

00:09:43: und jetzt gerade beim Namen hat alles zusammengepasst.

00:09:46: deswegen denke ich Es geht um ein jung Mann der einfach ins Nögenfuhr fährt also der sein ganzes Leben zurücklässt und jetzt in die Wildnis fliehen möchte

00:09:59: Ganz genau.

00:10:00: Es geht um Chris McHandless.

00:10:02: und vor nicht allzu langer Zeit war Chris eigentlich ein ganz normaler Student, so ein sportlicher Sunny Boy der auch große Ziele hatte.

00:10:14: Er war zum Beispiel einer der besten Athleten des Jahrgangs.

00:10:18: er hat auch sehr verbissen noch trainiert wenn andere schon längst aufgegeben haben Und was Chris sich vornimmt das schafft er.

00:10:27: An der Uni kam dann noch der große Idealismus dazu.

00:10:31: Chris versteht nämlich nicht, wieso Menschen auf der Welt hungern müssen und seine Freitagabende verbringt er deswegen in der Stadt.

00:10:40: aber er tanzt nicht im Club sondern verteilt Bürger an Obdachlose.

00:10:45: Und zwischendurch überlegt ihr ernsthaft wie man Waffen nach Südafrika schmuggeln könnte um dort gegen die Apartheid zu kämpfen.

00:10:53: Chris ist auf der Suche nach einer besseren, gerechteren Welt.

00:10:58: Und die will er jetzt irgendwo am Ende des Highways

00:11:03: finden.".

00:11:04: Man muss nämlich auch sagen, er hat seinen Studium in Geschichte und Anthropologie gerade erst abgeschlossen – wir sind im Sommer an- neunzehntneunzig!

00:11:14: Er hat das mit sehr guten Noten abgeschlossen, mit Auszeichnung... Aber man wird ja jetzt denken, nach so einem sehr erfolgreichen Studium fängt er auch in einem sehr gut bezahlten renommierten Job dann anzuarbeiten.

00:11:28: So ist das nicht bei Chris!

00:11:30: Nach dem Studium hat er sein gesamtes Vermögen – vierundzwanzigtausend Dollar zu dem Zeitpunkt – an eine soziale Einrichtung gespendet die gegen Welthunger kämpft und es dann abgehauen.

00:11:43: Seine Familie weiß das noch nicht.

00:11:46: Nur seiner Schwester Karen hat Chris von seinen Plänen berichtet, denn die beiden teilen jeden Wunsch und jede Sorge miteinander.

00:11:56: Seine Eltern werden schon früh genug bemerken, dass er nicht mehr auf ihre Briefe antwortet und das sein Zimmer im Wohnheim neu vermietet wird.

00:12:04: Ist Chris aber egal?

00:12:06: Chris ist alles egal!

00:12:08: Er will nichts mehr wissen von Familie, von Gesellschaft und von Kapitalismus – alles verlogen.

00:12:16: Es ist

00:12:16: ja so spannend, weil seine Eltern sind ja sehr wohlhabend.

00:12:20: also er kommt aus einer ganz anderen Welt wo eigentlich diese Werte total wichtig sind.

00:12:26: Ja es steht gleich noch genauer auf seiner Familie ein.

00:12:29: Es hat natürlich etwas mit seiner Familiengeschichte zu tun warum eher so negativ auf die Welt blickt.

00:12:38: und das hat auch ein bisschen was mit den Büchern zu tun die er liest.

00:12:42: denn sein Ganz, ganz großes Vorbild ist Leo Tolstoy und dem will er es gleich tun.

00:12:49: Chris bewundert nämlich den russischen Autor.

00:12:52: Er bewundert Tolstoi dafür die Annehmlichkeiten eines Lebens in Reichtum und privilegierter Bequemlichkeit aufgegeben zu haben um sich unter die Armen und Entrechteten der Gesellschaft zu mischen.

00:13:05: Und wie du schon sagst auch Chris kommt eigentlich aus so einer sehr Ja, privilegierten bequem reichen wohlhabenden Welt.

00:13:14: Er wurde in eine wohlhabende Familie reingeboren und zwar in Kalifornien.

00:13:20: dann ist die Familie aber mit ihm nach Washington DC in einen reichen Vorort gezogen wo er dann aufgewachsen ist.

00:13:27: Chris lehnt das Bürgertum und sein vor allem auch materialistischen Lebensstil aber sehr strikt ab.

00:13:36: Denn Chris der hat sich mal angeschaut, was dieses Leben in Überfluss denn auch hervorbringt.

00:13:43: Und die Antwort ist für ihn Misere und Lügen.

00:13:46: Menschen wie zum Beispiel sein Vater, die ein Doppelleben führen und ihre Familie verraten.

00:13:52: Ich sag bloß!

00:13:54: Sein Vater hat noch eine andere Frau geschwängert... ...und die lag im gleichen Krankenhauszimmer als die Mutter.

00:14:00: Gut kombiniert.

00:14:02: Was du am Anfang erzählt hast – The Dating Fail – is fast die Geschichte von Chris' Vater.

00:14:08: Weil, ich hab dir auch mal ein Familienfoto mitgebracht.

00:14:11: Man kann es nicht glauben, wenn man vor allem dieses Foto sieht?

00:14:13: Vielleicht kannst du das ja mal beschreiben ... Obwohl,

00:14:15: ich kann's schon glauben, wie ich hier das Foto sehe!

00:14:18: Also... Das tut mir ganz so leid zu sagen aber ich find der Vater sieht eins-zu-eins aus als würde der irgendwie noch seine Sekretärin schwängern.

00:14:27: Ja, es sieht aus nach einer Familie die möchte dass es so aussieht als wäre alles perfekt.

00:14:33: alle sind ganz adreth angezogen Perfekt gefühlte Haare Aber bei sowas denke ich meistens schon.

00:14:39: Ich glaube, es ist alles nicht so schön wie ihr das nach außen darstellt.

00:14:44: Und vielleicht kannst du ja Chris mal beschreiben, wie er auf dem Foto guckt?

00:14:47: Alle

00:14:48: lachen und Chris sieht richtig abgefuckt aus!

00:14:52: Er sieht so richtig aus als hätte seine Eltern ihm gesagt, Chris, kannst dich bitte mit aufs Foto stellen?

00:14:57: Komm, lach ein bisschen und erst so... Näh.

00:15:01: Oder

00:15:02: es sieht auch ein bisschen so aus, als ob der Vater oder die Mutter das Foto genommen haben, wo sie sich selbst am meisten mögen und dann guckt Chris halt gar nicht gut, also einfach mit Mund offen und sehr ernst und die sind so ... Nee, aber wir sehen gut aus!

00:15:14: Wir nehmen das Fotto.

00:15:16: Das

00:15:16: bleibt... Aber was?

00:15:17: Also du musst mal kurz auflösen.

00:15:20: Was hat der Vater gemacht?

00:15:23: Die Geschichte ist insofern sehr ähnlich als dass der Vater Eine Frau hat und vier Kinder mit ihr.

00:15:30: Und in der gleichen Zeit hatte eine weitere Familie, zwei Kinder mit dieser anderen Frau.

00:15:35: Wow!

00:15:35: Diese zweite Familie ist Chris' Familie.

00:15:39: Das alles findet Chris erst raus als er schon älter ist, also schon im Teenager-Alter.

00:15:44: Dann irgendwann als Student auch mal sich auf die Spurensuche gemacht hat und zu der anderen Familie gefahren ist.

00:15:51: Dass krass es auch.

00:15:53: als er geboren wurde, als diese zweite Familie schon existierte ... ist Chris Vater noch bei der anderen Familie gewesen.

00:16:01: Also er hat ein komplettes Doppelleben geführt, zwei Familien gehabt und die erste Frau mit der er für Kinder hatte, die hat irgendwann gesagt ich mach das nicht mit, nicht wenn es diese andere Familie gibt.

00:16:13: woraufhin Chris Mutter gesagt hat Ich schon Und ich hab da jetzt auch nochmal einen Buch eingelesen und ein Podcast gehört von Chris Schwester.

00:16:21: Die hat das erst vor ein paar Jahren alles aufgearbeitet auch der Öffentlichkeit so zur Verfügung gestellt.

00:16:29: Es gibt ja ganz schlimme Erzählungen, die Mutter von Chris war sehr darauf abhicht, eine perfekte Familie zu sein oder überhaupt eine Familie zu haben und Kinder, dass sie Hochzeitsanladungen an ihre Eltern rausgeschickt hat, die gar nicht gestimmt haben.

00:16:42: Also es war gar nicht abgesprochen, sie hatten nie einen Antrag bekommen zu dem Zeitpunkt.

00:16:45: Sie hat das alles nach außen gefaked damit das irgendwann passiert.

00:16:49: Und man muss sagen beide Frauen ... könnte man auch, wir wissen nicht dann jedes Detail aber auch als Opfer von häuslicher Gewalt und diesem Mann auch sehen.

00:17:01: Chris selbst hat auf Freunden erzählt oder seiner Schwester erzählt dass er ja Mitgefühl hat für seine Mutter.

00:17:08: Dann wiederum aber gesehen hat das der Vater.

00:17:11: die Mutter schlägt die Kinder schläge Und nachdem er das gemacht hat hat er der mutter Geschenke gekauft und sie hat die angenommen statt zu sagen Schlagt die kinder nicht mehr.

00:17:22: Ja, also verstehe ich voll.

00:17:24: Man wünscht sich auch, dass die eigene Mutter einen beschützt.

00:17:26: Aber man muss hier ganz doll aufpassen, dass nicht ein Täter-Opferumkehr passiert.

00:17:31: Weil diese Frau wurde wahrscheinlich super manipuliert von ihrem Ehemann und er ist derjenige, der das nicht hätte machen sollen?

00:17:40: Also Chris sagt seine Mama war eine Enablerin.

00:17:44: Sie hat den Missbrauch an den Kindern ermöglicht weil sie weggesehen hat oder ... Es ignorierte, hat nicht eingeschritten ist.

00:17:50: Gleichzeitig war sie aber auch Opfer und der Vater war superautoritär.

00:17:55: Wenn er einen Ausraste hatte, hat er erst mal die Mutter geschlagen oder hat rumgeschrien, es ausgetickt, hat irgendwann dann auch die Kinder geschlagen.

00:18:04: Und es gibt ja so Stories an die sich Chris und seine Schwester noch erinnern, dass zum Beispiel der Vater wieder ein Ausraster hatte von der Arbeit kamen, der war ein erfolgreicher Geschäftsmann Und dann ist er ins Wohnzimmer rein und hat die Mutter gesehen.

00:18:17: Dann haben sie sich erst mal lautstark geschritten, angeschrien, Sachen geworfen.

00:18:21: Die Kinder haben immer nur Streit mitbekommen.

00:18:23: Irgendwann hat der die Mutter angegriffen und dann ist Chris dahin gelaufen.

00:18:28: Dann hat die Mother geschrieben ... Chris, mach was!

00:18:32: Look what your father is

00:18:33: doing.".

00:18:35: Daraufhin hat der Vater geschrieben, Chris macht nichts?

00:18:38: So look what you mother-is making me do.

00:18:42: Das erklärt natürlich auch diesen Wunsch da auszubrechen und auch dieser Hass auf diese Welt, wo nach außen alles schön scheint.

00:18:52: Aber innen halt eigentlich die Hölle los ist.

00:18:55: Das kann man natürlich auch auf die Welt insgesamt übertragen wie er es ja auch tut dass man sagt hey wir tun immer so als wäre alles gut aber auf der ganzen welt sterben Leute an Hunger.

00:19:07: Wir leben eigentlich in der Illusion wo wir sagen Hey, mir geht's hier gut.

00:19:12: Weil ich kann meinen teuren Kaffee

00:19:14: kaufen.".

00:19:15: Aber eigentlich ist niemand so richtig glücklich und dieses Gefühl

00:19:19: komplett ... Ist

00:19:19: natürlich bei ihm dann auch einfach noch mal super verstärkt von zu Hause aus?

00:19:23: Ganz genau das.

00:19:24: es die Gefühlswelt in der Chris sich befindet.

00:19:27: Er hat das Gefühl, die ganze Welt ist in so einem Hamsterrad gefangen.

00:19:30: alle laufen und laufen aber keiner hält mehr an und denkt darüber nach warum man in diesem Hamsterrat überhaupt drin ist.

00:19:36: Und für ihn fühlt es sich einfach so an als sei seine Welt auf Lügen aufgebaut.

00:19:42: Also der moralische Kompass, den seine Eltern ihm hätten mitgeben sollen, existiert einfach nicht und deswegen muss Chris dann irgendwo anders finden.

00:19:50: Er liest vor allem die Bücher von großen Philosophen aber so sehr er auch versucht in die Büche hinein zu flüchten es funktioniert einfach nicht.

00:20:00: Er muss wortwörtlich flühten.

00:20:03: ein Teil dieser Gesellschaft will Chris auf keinen Fall mehr sein Und ebenso wenig teilt er Zivilisation, die sie hervorgebracht hat.

00:20:12: Um davor zu flüchten, begibt es sich auf eine Reise, die nur ein Ziel hat.

00:20:17: Er will im Einklang mit der Natur leben – frei sein!

00:20:21: Weg von all den Menschen, die ihn krank machen.

00:20:26: In seinem Wagen fährt er von der Ostküste in den Süden vorbei an Houston durch hunderte Kilometer staubtrockene Wüste.

00:20:34: Menschen vermeidet er, die will er nicht sehen….

00:20:37: Er schläft in einem Zelt und wenn er sich ausruht, liest er in Büchern, in denen es um die Wildnis geht.

00:20:43: Um das Aussteigerleben und um tiefe philosophische Betrachtungen des Menschen.

00:20:49: Seine Lieblingsartoren sind wie schon vorhin erzählt Leo Tolstoy aber auch Jack London und Henry Thoreau.

00:20:56: Man merkt dabei dass Chris, naja er hat schon diesen moralischen Kompassant entwickelt man merkt trotzdem auch dabei dass er halt noch Anfang zwanzig ist und dass ja auch so ein paar Regeln nur dann akzeptiert, wenn sie auch ihm selbst irgendwie sinnvoll erscheinen.

00:21:11: Das merkt man ganz besonders auf seinen Reisen.

00:21:15: z.B.,

00:21:15: wenn er jetzt irgendwie im Straßenrand ein Schild ist und da steht Nationalpark also bitte nicht betreten schon gar nicht mit dem Auto reinfahren hat ja auch meistens den Grund in der Tourbus geschützt werden oder Tiere oder so.

00:21:27: Dann ist das für Chris jetzt nicht immer wirklich einen Grund da nicht reinzufahren.

00:21:30: tatsächlich

00:21:31: muss ich auch schon so bisschen Einige Community Ton aus meinem Studium denken, die auch so gesagt haben.

00:21:37: Die Welt ist unfair und alles ist so schlimm und man muss ausbrechen Und in diesen Regeln dann aber auch teilweise ein bisschen unlogisch waren weil die werden einfach den ganzen Tag In ihrem Zimmer und haben gekifft und haben jetzt auch nicht die welt verändert indem sie darüber geredet haben wie schlecht die welt ist

00:21:53: Und

00:21:54: haben sich da auch so ein bisschen ihre eigenen Regeln geschaffen und haben natürlich jetzt nicht immer beim Fleisch nur das Bio-Fleisch gekauft oder waren vegan oder vegetarisch, wie man wirklich wäre.

00:22:05: Wenn man sagt hey ich möchte die Welt zu einem besseren Ort machen.

00:22:08: Also da ist ja manchmal auch eine kleine Doppelmoral drin wo ich sagen muss bei Chris finde es zumindest cool dass der wirklich sagt Ich mache das für mich.

00:22:17: Ich brech wirklich aus, ich sitze nicht nur in meinem Zimmer und philosophier mir hier ein ab sondern ich versuche wirklich die Welt so zu nutzen wie ich sie besser finde.

00:22:27: Ja

00:22:27: Chris ist schon sehr konsequent.

00:22:29: also wir alle glaube ich hatten vielleicht ja auch mal eine Phase mit Anfang zwanzig.

00:22:32: ich kenne das auch von mir.

00:22:33: ich habe dann irgendwann mein Facebook Hintergrundbild geändert zu sowas wie... Society is making you sick oder so, keine Ahnung.

00:22:40: Aber

00:22:41: noch bei Facebook seid?

00:22:42: Genau!

00:22:43: Also es war auf jeden Fall eher so ein Ding... Ich glaube ich war zu dem Zeitpunkt einfach wahnsinnig unzufrieden mit mir selbst und dann habe ich das übertragen auf die Gesellschaft und gesagt ja gut ist auch der Welt die halt so schlimm ist.

00:22:55: Bei Chris, glaube ich ist es ganz viel was da abgeht in ihm.

00:22:58: Also gefühlsmäßig.

00:22:59: Das ist wirklich so ein Anfang zwanzigjähriger Philosoph aber wahnsinnig konsequent.

00:23:04: also er zieht das durch was er sich vornimmt und für chris ist klar wenn ihr wirklich das durchziehen will dann muss er auch raus in die Natur Und deswegen packt er all seine Sachen und nimmt sich vor nach dem Studium nicht in einem Job anzufangen Sondern einfach durch die Welt zu fahren.

00:23:22: Einfach durch die natur Ohne ein Zeitplan, diese Reise kann zehn Jahre dauern.

00:23:27: Ein paar Monate oder für immer!

00:23:30: Er will auf jeden Fall einfach nur weg von Städten, weg vom Dörfern rein in die Natur und das ist jetzt sein Ziel.

00:23:36: Er hat kein wirkliches Ziel außer weg zu sein von der Zivilisation.

00:23:40: Und wenn er halt mal Bock hat auf so einen romantischen Platz für seinen Zelt dann lässt er sich auch von so Schildern am Straßenrand nicht aufhalten.

00:23:48: Er lenkt dann seinen gelben Datzen von der Straße rein ins Gelände rein in die Wildnis.

00:23:54: Chris liebt sein gelbes Auto, er hat es sich selbst gekauft von seinem selbstverdientem Geld und lange darauf gespart.

00:24:04: Es ist kein Premium-Auto im Gegenteil – es ist gebraucht und in die Jahre gekommen.

00:24:09: Aber er hat damit schon so viel erlebt.

00:24:13: Losfahren bedeutet für Chris Freiheit.

00:24:18: Am Horizont tümen sich beeindruckende braune Berge auf Die Luft flimmert über der kalifornischen Wüste.

00:24:26: Eidechsen nehmen Reis aus vor den Reifen, in einem ausgetrockneten Flussbett unter ein Baum schlägt Chris sein Zelt auf.

00:24:34: Es ist nicht seine erste Nacht in der neuen Freiheit aber vielleicht die schönste Sterne Berge Wüster Leere.

00:24:43: Zweiter später fängt es dann an zu regnen und das ist auch etwas sehr besonderes denn es ist etwas Selten ist ein Gewitter mitten in der Wüste.

00:25:01: Wassermassen stürzen von den Bergen hinunter ins Tal, wo der ausgetrocknete Boden sie nicht aufnehmen kann.

00:25:08: Ein reißender Strom bedroht das kleine Lager von Chris.

00:25:11: Hektisch reist er sein Zelt ab, rettet seine Bücher und seinen Essen und bringt sich in Sicherheit raus aus dem Flussbett.

00:25:18: Ich hab schon gedacht es kann ja auch eine sehr beängstigende Situation sein, in der er sich gerade befindet.

00:25:23: Chris ist ohnehin in sehr vielen gefährlichen Situationen.

00:25:27: Also, nicht nur da habe ich mir gedacht ... krass!

00:25:30: Das hätte ich mich nicht getraut.

00:25:32: und es geht jetzt so weit dass er auf eine Anhöhe flüchtet und von dort aus hilflos zusehen muss wie sein geliebtes gelbes Auto im Wasser versinkt.

00:25:47: Irgendwann hört der Regen langsam auf Und Chris staunt.

00:25:52: das Auto hat sich kein Zentimeter bewegt.

00:25:55: Es steht da, als wäre nichts gewesen.

00:25:58: Doch als Chris endlich zu ihm allen kann, stellt er fest ... Die Batterie ist kaputt!

00:26:03: Der Wagen springt nicht mehr an und er fragt sich was jetzt?

00:26:08: Ja weil das ist dann das Problem wenn du mitten im Lügen wo bist.

00:26:12: Woher kriegst Du jetzt eine neue Batterie?

00:26:14: Und er kann jetzt auch die Parkranger nicht informieren denn dann würden die ja fragen warum er die Straße verlassen hat.

00:26:19: Das durfte er gar nicht.

00:26:21: Es kann auch sein, dass sie ihn dann mitnehmen würden und es will er am allerwenigsten.

00:26:25: Es könnte sogar sein, das ihr seine Eltern

00:26:27: informieren.".

00:26:29: Und die wissen ja noch gar nicht, dass er einfach seit ein paar Monaten nicht mehr im Studentenwohnheim lebt sondern halt durch die Welt reißt.

00:26:36: Aber vielleicht sagt er sich ist das auch ein Zeichen eine gute Gelegenheit, sich auch von seinem Auto zu trennen.

00:26:43: Schließlich ist sein Auto ein letztes Überbleibsel aus seinem Studentenleben.

00:26:48: Es wäre also fast inkonsequent, das jetzt mitzunehmen in sein neues Leben.

00:26:54: Er will und er muss – das fühlt er – jede Verbindung zu seinem alten Ich trennen.

00:27:01: Wenn er wirklich ein neuer Mensch werden will, muss er seine ganze Vergangenheit gehen lassen.

00:27:07: Egal wie sehr der schmerzt!

00:27:09: Das ist der Preis für ein neues Leben im Einklang mit der

00:27:13: Wildnis.".

00:27:14: Okay, er ist echt sehr konsequent.

00:27:16: Weil das hab ich auch schon gedacht.

00:27:17: Ich dachte so ein bisschen, komplette Wildnis hast du eigentlich nicht wenn du noch einen Auto besitzt?

00:27:22: Ja und er hat sogar noch ein bisschen Geld im Rucksack Und auch das ist für ihn so'n Zeichen des Kapitalismus.

00:27:29: Er will eigentlich nicht mehr Geld besitzen und deswegen holt er jetzt all seine Scheine die er hat aus seinem Rucksacks Legt sie mitten in die Wüste auf einem kleinen Haufen zählt mal kurz durch es sind hundertundzwanzig Dollar und zündet das Geld dann an.

00:27:44: Nein!

00:27:46: Davon macht Chris noch ein Foto mit seiner Kamera, auf der er alles festhält weil er sagt sich nur die will er wirklich behalten um seine Reise zu dokumentieren.

00:27:56: Das entwickelte Foto klebt er in sein Tagebuch dass er auch behalten will.

00:28:01: Darin dokumentiert er seine gesamte Reise das Abenteuer von Chris McCandless.

00:28:07: Und als er das grad so aufschreibt da fällt ihm auf Moment mal Dieser Name, Chris McCandless.

00:28:15: Das ist ja noch der Name seines alten Ichs!

00:28:18: Er möchte aber eine neue Person werden und deswegen gibt er sich jetzt auch einen neuen Namen.

00:28:24: Er nennt sich von nun an nur noch Alexander Super Tramp.

00:28:29: Weil er

00:28:29: Tramp?

00:28:30: Weil er der Super Tramper abgeteilt sein muss.

00:28:32: Okay!

00:28:33: Und er kann Auto mehr... Und wie der Name schon sagt, er trämmt ab jetzt.

00:28:39: Er stellt sich den Autofahrer an als Alexander vor und ich muss trotzdem sagen, ich werde ihn weiterhin in dieser Geschichte Chris nennen so wie es auch seine Schwester tut und auch der Autor des Buches der Chris-Geschichte aufgeschrieben hat.

00:28:52: Was wäre denn dein Name?

00:28:54: Leo Podcast sagen oder?

00:29:00: Ich händ die ja immer zu irgendwas mit, weil's einfach ist Löwe Leo Löwenherz, ich wäre einfach ein Leo

00:29:07: Löwenherz.

00:29:09: Boah das ist eine fantastische Arme!

00:29:12: Vielleicht musst du mich umbenennen?

00:29:14: Jaaa...

00:29:15: Aber es gibt einen Leo Löwingerz, irgendwas klingelt da bei mir im Kopf?

00:29:19: Gibt's nicht ein Kinderfilm oder so?

00:29:21: Irgendwas?

00:29:22: Also Eltern?

00:29:23: Oder Kinder die uns hören?

00:29:25: Kinder und Eltern sagt Bescheid.

00:29:28: Ich glaube es gibt es, irgendwas Klingelta.

00:29:31: Ja, doch.

00:29:32: Es gibt einen Kinderbuch, das heißt mein Freund Leo Löwmeherr.

00:29:35: Ich hatte irgendwas anders im Kopf aber vielleicht war es auch nur ein sehr lebhafter Traum an den ich bin.

00:29:39: Das finde ich in ganz tollen Namen und Lin ... lieblich?

00:29:46: Lovelin!

00:29:47: Vielleicht hätten wir's damit einfacher beim Trampen weil man möchte ja auch nicht gefährlich wirken wenn man irgendwo eine steigt beziehungsweise mitgenommen werden soll.

00:29:56: Und Chris der struggled aber schon bisschen Denn es ist nicht so, dass er nicht mitgenommen wird.

00:30:03: Es ist eher so, er will gar keinen Kontakt zu Menschen haben!

00:30:06: Beim Trampfen hat er die aber ja.

00:30:08: Das heißt, er ist immer für die Dauer eine Autofahrt mit anderen Menschen zusammen und das ist leider der preiszene Zeit.

00:30:15: Und so reist Chris im Sommer weiter entlang der Westküste hoch bis nach Seattle.

00:30:21: Zwischendurch hilft er dann auch noch auf ein paar Farmen aus.

00:30:25: Er muss sich doch ein paar Dollar verdienen denn ganz ohne Geld Geht es in einer kapitalistischen Welt doch nicht, merkt er?

00:30:32: Da ist er dann doch nicht mehr so konsequent.

00:30:34: Aber es ist auch ... Es ist sehr schwierig.

00:30:36: Also klar, er muss irgendwie natürlich auch überleben.

00:30:40: Ja also manchmal hat er einfach Hunger.

00:30:43: Ist einfach so und da braucht er irgendwie Reis.

00:30:46: Er erinnert sich von sehr viel Reis Und den kann er halt nur kaufen indem man dem Moment halt ein bisschen Bargeld hat aber er hat nie viel.

00:30:54: Also er lebt wirklich von Tag zu Tag Und wann auch immer er genug von einer Gegentage und den Menschen, die dort leben, reißt er weiter.

00:31:03: Ende Oktober werden die Tage dann kälter.

00:31:05: Also lässt sich Chris von einem Truck ins warme Kalifornien bringen.

00:31:10: Er fährt jetzt da mit dem Kanurum macht auch da wieder so ultra gefährliche Manöver.

00:31:15: also alle möglichen Leute, die sich auskennen Mit den Stromschnellen und dem Umwetter, die raten ihm davon ab dass er dort mit dem kanurum fährt.

00:31:24: aber für chris ist das egal er will neue Abenteuer haben.

00:31:27: Man muss aber auch sagen, während er da im Süden ist und es schön warm ist, merkt Chris dass er ja eigentlich noch ein anderes Ziel hatte.

00:31:36: Ein Traum den er schon seit vielen Jahren träumt!

00:31:40: Nicht die Wärme des Golden States wo man sich auch im Winter unter dem Palmen sonnen kann nicht die weißen Strände Mexikos die sich umgeben von steilen Klippen unendlich weit erstrecken.

00:31:52: Chris träumte von den Unendlichen Weiten Alaska's.

00:31:57: So spannend.

00:31:57: Wir haben ja irgendwie schon richtig viel über Alaska gesprochen, sowohl bei True Love wie auch beim Mord of Ex und irgendwie scheint ja dieser Ort Aussteiger magisch anzuziehen.

00:32:08: Ich verstehe aber glaube ich auch warum weil ich kenne jemanden der dort auch lebt, tatsächlich kommt er auch aus einer sehr wohlhabenden Familie und hat sich dazu entschlossen in Alaska ins Nögenswurz zu ziehen.

00:32:19: Und ich habe mit dem nochmal darüber geredet und der gesagt einfach nirgendwo ist die Natur so beeindruckend wie in Alaska?

00:32:25: Du hast ja diese Berge, diese kalten Seen, diese unglaubliche Landschaft!

00:32:32: Ich glaube wenn man nach der puren Natur sucht, ist das schon sehr nah dran.

00:32:40: Es ist sehr menschenleer und das ist ja Chris absolutes Ziel, weg von der Zivilisation.

00:32:46: Man erkennt das auch so ein bisschen an den ganzen Spitznamen die US-Bundesstaaten vergeben wurden also bei Florida.

00:32:52: es ist ja der Sunshine State.

00:32:55: dann haben wir auch schon über Kalifornien geredet den Golden State.

00:32:59: Und kennst du den Spitzname den Alaska hat?

00:33:02: Ja, ich glaube der ist Last Frontier.

00:33:04: Also letzte Grenze?

00:33:07: Und das ja so ein bisschen gemeint als das Ende der besiedelten Welt!

00:33:10: Genau und genau das ist Chris Ziel.

00:33:14: Wenn der Winter im hohen Norden gewichen ist Bedecken Mose, Gräser und bunte Wildblumen.

00:33:20: die weiten Tunderin Flüsse, die vom Schmelzwasser der Gletscher gespeist werden ziehen sich durch die Landschaft.

00:33:28: Im hohen Norden geht die Sonne wochenlang kaum unter.

00:33:32: Das weiche Licht taucht selbst in der Nacht Berge, Wälder und Seen in ein goldenes Leuchten.

00:33:38: Chris weiß dass die Natur ungezähmte Gefahren bereithält.

00:33:42: Durch die dichten Wälden und mächtigen Gebirgsketten streifen Elche, Karibus und Bären.

00:33:48: Die Sümpfe, die die Regionen durchziehen sind trotz ihrer Schönheit unberechenbar.

00:33:53: Für Chris steht fest er möchte genau dort hin.

00:33:57: nach einem halben Jahr der Reise wo er jetzt irgendwie den Golden State gesehen hat und Mexico und viele andere Orte in Amerika, schreibt er in sein Tagebuch folgenden Auszug.

00:34:08: Und ich hab dir immer mal wieder Tagebuchenträge jetzt mitgebracht.

00:34:11: Vielleicht kannst du uns ja mal vorlesen, was ihr hier aufschreibt?

00:34:15: Ja, er schreibt jetzt Folgendes und benutzt jetzt schon seinen neuen Namen.

00:34:18: Er nennt sich ja nicht mehr Chris sondern Alex!

00:34:21: Und hier in seinem Tagbuch schreibt der wie folgt... Ist das noch der gleiche Alex, der im Juli Unter?

00:34:30: Ernährung und das Leben auf der Straße haben seinem Körper arg zugesetzt, über twenty-fünf Pfund weniger.

00:34:37: Seine seelische Verfassung könnte jedoch nicht besser

00:34:40: sein.".

00:34:43: Also da merkt man schon dass er nichts scheut also auch keine körperlichen Beeinträchtigungen.

00:34:49: Hauptsache er kann in der Wildnis leben!

00:34:54: Total glücklich.

00:34:56: In der Zivilisation hält er es inzwischen eh nur noch wenige Tage aus.

00:35:01: Zum Beispiel sagt er auch zu ein paar Mitreisenden, die er auf dem Weg trifft folgendes Ich habe es unter den ganzen Plastikmenschen nicht mehr ausgehalten.

00:35:12: Im nächsten Jahr indem er wieder die USA bereist schärft sich sein Blick dann weiter für das größte Abenteuer seines Lebens Alaska.

00:35:20: Linn hast du schon mal von dem Autor Jack London gehört?

00:35:23: Nee ich glaube nicht aber... Du hast vorhin einmal drüber gesprochen und meintest, dass Chris total gerne seine Werke liest.

00:35:31: Genau!

00:35:31: Und er hat als kleiner Junge wirklich alles von ihm verschlungen.

00:35:36: ganz besonders hatte das Buch Der Ruf der Wildnis geliebt.

00:35:40: Das hat er schon unzählige Male gelesen.

00:35:43: Wie passend.

00:35:44: Und er trägt es auch immer bei sich.

00:35:46: Und er hat auch mit dem Autor viel gemeinsam, zum Beispiel den Hass auf den Kapitalismus.

00:35:51: Die Abneigung gegen die verlogenen Menschen.

00:35:54: Die Faszination für die unberührte und ursprüngliche Natur.

00:35:57: Deswegen ist eigentlich der Ruf der Wildnis so was wie Chris – ja!

00:36:02: Wie seine Bibel eigentlich.

00:36:04: Es ist eigentlich die Geschichte eines herrenlosen Hundees, der sich durch Alaska kämpft.

00:36:08: Und Chris kann einfach nicht aufhören darüber nachzudenken oder davon zu schwärmen.

00:36:13: Er möchte es diesem Hund und diesen Buch gleich tun.

00:36:17: Und als Zeugnis seines Willens fertigt Chris etwas Besonderes an mithilfe eines Reisebegleiters, und zwar habe ich dir auch davon mal ein Foto mitgebracht.

00:36:27: Es ist nämlich so'n Ledergürtel den Chris kunstvoll verziert hat.

00:36:34: Vielleicht kannst du ja mal deuten was du darauf siehst?

00:36:38: Das wirkt für mich bisschen wie eine Höhlenmalerei!

00:36:41: Ja, aber es ist auch total beeindruckend.

00:36:43: Also er hat ja fast seine Reise darauf dokumentiert.

00:36:47: oder man sieht Berge... Es ist Schrift drauf die Orte wo er gewesen ist aber auch so Fragezeichen und so Symbole.

00:36:55: ich finde das total beeindruckend dass er das gemacht habe.

00:36:59: Ja es sollen die Stationen seines bisherigen Abenteuers sein.

00:37:04: zum Beispiel wie du schon richtig erkannt hast man sieht Die Natur, man sieht Berge.

00:37:09: Man sieht einen Strand mit Zelt und Kanu.

00:37:11: Man seht den Colorado River ein Auto im Wasser.

00:37:14: Das war ja sein Auto, das untergegangen ist.

00:37:17: Und man sieht auch den Daumen eines Anhalters.

00:37:20: Was siehst du denn ganz rechts am Gürtel?

00:37:24: Da wo die Schnalle ist.

00:37:25: Das ist quasi die letzte Station, die er eingeritzt hat.

00:37:28: Da ist ein großes Ende drauf zu sehen vielleicht für ... North?

00:37:34: Ganz genau!

00:37:35: Das Ein steht für Norden Und das ist Chris ultimatives Ziel.

00:37:41: Da soll seine Reise für immer enden, da will er ab jetzt leben und er hat es auch ganz bewusst alles auf so ein Ledergürtel geritzt denn eigentlich hat einen Leder Gürteln in seinem Leben immer etwas Schlechtes bedeutet nämlich dass stand für großes Leid weil sein Vater ihn damit geschlagen hat und aus seiner Schwester Gott!

00:37:59: Sein Vater war wirklich... Richtig, richtig schlimm.

00:38:02: Die übrigens bestreiten das auch öffentlich bis heute die Eltern.

00:38:05: also es sind eher die Erzählungen von Chris und seiner Schwester.

00:38:08: Ja irgendwie glaube ich aber eher den Kindern.

00:38:10: Und er hat auf jeden Fall jetzt gesagt der Gürtel soll für mich etwas Neues sein und vor allem dass N steht für sein ultimatives Ziel.

00:38:20: Ich habe dir auch mal eine Karte mitgebracht und darauf sieht man jetzt die Station die Chris bisher schon gereist ist und wo es dann hinging.

00:38:30: Man sieht ja, dass er total viel hin und her gereist ist.

00:38:33: Und der wird jetzt aber eine riesige Strecke zurücklegen weil er durch ganz Kanada hoch nach Alaska fahren wird.

00:38:40: Er nimmt sich vor sobald der Schnee schmilzt und der Frühling kommt spätestens am ersten Mai.

00:38:46: da will er nach Alaska aufbrechen.

00:38:48: Von einem Reisebegleiter der eine Art Ersatzfamilie für Chris geworden ist bekommt er jetzt auch einen gefütterten Parker Eine Machete und einer Angel geschenkt.

00:38:59: Ist es endlich soweit?

00:39:01: Chris ist auf dem Weg zu seinem absoluten Herzensziel, zu seiner großen Liebe.

00:39:07: In die absolute Wehnness!

00:39:09: Von den südlicheren US-Bundesstaaten aus reist Chris jetzt nach Norden.

00:39:14: Aus Montana schreibt er hier wieder eine Karte – eine Postkarte an ein Freund, den er auf einer Farm vor seinem Ausbruch kennengelernt hat.

00:39:24: Und anhand dieser Postkarten, die er von nun an schickt und seiner Tagebucheinträge können wir seine Reise etwas besser nachvollziehen.

00:39:32: Und auch diese Karte habe ich dir mal mitgebracht!

00:39:34: Also ich lese mal vor was da draufsteht...und zwar steht da ab April, wenn heute Morgen auf einem Güterzug in Whitefish angekommen.

00:39:44: Kommt mir gut voran!

00:39:46: Heute werde ich mich über die Grenze schleichen.

00:39:49: Dann heißt es Richtung Norden nach Alaska.

00:39:52: Grüße an alle.

00:39:53: Ja, und genau das ist sein Plan.

00:39:55: Von dort aus trampt er zum berühmten Alaska Highway eine lange Fernstraße die Kanada mit Alaska verbindet.

00:40:03: Am siebenundzwanzigsten April verschickt Chris dann eine weitere Postkarte an seinen Freund – auch diese Postkart habe ich dir wieder mitgebracht!

00:40:21: Aber jetzt bin ich endlich hier.

00:40:23: Schicke bitte all meine Post an den Absender zurück!

00:40:26: Es kann noch lange dauern, bis ich wieder im Süden

00:40:28: bin.".

00:40:29: Dieses Abenteuer geht vielleicht tödlich aus und es kann sein dass du nie wieder von mir hören wirst.

00:40:35: Ich möchte aber das Du weißt wie sehr ich Dich bewundere?

00:40:42: weiß, wie gefährlich die Wildnis ist und weil er auch dort gar keinen Zugang mehr zum normalen Essen hatte oder?

00:40:57: Ja also er hat einfach sich sehr mit Alaska auseinander gesetzt.

00:41:01: Und weiß dass man da nur mit absoluter Kondition, Fitness und auch Vorbereitungen überleben kann und auch mit einem krassen Equipment was er übrigens nicht hat.

00:41:11: Also er geht da so ein bisschen leichtsinniger rein Und denkt, er schafft das auch ohne all diese aus dem Kapitalismus geformten Werkzeuge.

00:41:21: Er weigert sich davor ja auch so ein bisschen?

00:41:23: Also

00:41:24: ist er so leichtsinnig weil ... er weiß ja schon was ihn erwartet.

00:41:28: also er nimmt eigentlich in Kauf dass er das auch nicht überleben wird.

00:41:34: Ja stimmt!

00:41:35: Also dass er sogar das so ankündigt zeigt, dass ihm bewusst ist was er tut.

00:41:41: Also es gibt verschiedene Interpretationen.

00:41:43: manche sagen auch, dass da vielleicht sogar fast so ein Todeswunsch in ihm schon war.

00:41:50: Dass er das nicht schlimm findet wenn es passiert vor Ort.

00:41:57: andere sagen, dass er da eher naiv ist und denkt ihr schafft das alles man weiß es nicht so ganz.

00:42:02: also es kann nur Chris selbst eigentlich beantworten ich habe das Gefühl mein Interpretation Der Wunsch, in der Natur zu leben und wirklich so zum Ursprungsmenschen-Tum zurückzugehen ist größer als alles andere.

00:42:17: Als jede Sorge, als jede Zukunftsangst sogar auch als jeder Lebenswille will einfach wenn er lebt nur so leben.

00:42:25: ich habe da ehrlich gesagt großen Respekt vor und ich bewundere auch ein bisschen, was er getan hat.

00:42:32: Weil ich musste die ganze Zeit an einen ganz anderen Fall denken den ich gar nicht bewundert habe, den ich bei Motivex erzählt hab nämlich den Juni-Bomba.

00:42:40: jemand der auch genauso gesagt hat eigentlich ist die Gesellschaft doof und Die Natur ist das einzig wahre und ganz viele von seinen Gedanken haben ja Leute auch sehr inspirierend gefunden weil sie es auch auf eine gewisse Art und Weise waren.

00:42:53: Aber dieser Mensch hat sich dann dazu entschlossen, das Ganze mit Gewalt umzusetzen.

00:42:57: Und das finde ich bei Chris so cool.

00:43:00: Er sagt ... Ich lebe genau das Leben, dass ich leben will konsequent wie ich bin und schade damit aber niemanden.

00:43:07: Das find ich ganz beeindruckend.

00:43:10: Und ich selber interpretiere das so, dass er sagt, wenn man in der Natur lebt wirklich in der reinen Natur, ist es ja auch ein Teil der Natur dass man nicht weiß, ob man das überlebt.

00:43:24: So lebt ja auch jedes Tier in der Natur!

00:43:27: Also die pure Natur ist ja auch, dass das dein Tod bedeuten

00:43:33: könnte.".

00:43:34: Ja

00:43:34: voll und wir werden noch gleich ein paar andere Tagebuchenträge lesen und vielleicht erfahren wir dann noch mehr bei Chris Denkweise.

00:43:40: Er muss jetzt erstmal zu seinem absoluten Ziel.

00:43:42: Er ist zwar schon Alaska aber er möchte sein Lager woanders aufschlagen Und deswegen steht er jetzt erst mal auf einer einsamen Landstraße bei Fairbanks und ist dann wieder am Trampen.

00:43:53: Hier nimmt ihn jetzt einen Trucker namens Jim mit.

00:43:57: Jim wundert sich erst über diesen großen, schlacksigen Typen mit Rucksack der seinen Daumen in die Luft hält... ...und der so ganz und gar nicht gut ausgerüstet für Alaska zu sein scheint!

00:44:16: Und Jim merkt, ja das könnte passen.

00:44:18: Das ist auch meine Richtung!

00:44:20: Man muss aber auch sagen es gibt nicht so viele Richtungen auf den Landstraßen von Alaska.

00:44:25: Während sie jetzt wortlos die Straße runterfahren, muss der Trucker Jim sein Mitfahrer und er sieht dünne Wanderschuhe ungefüttert nicht wasserfest ein Gewehr dass aber vielleicht für so klein wild reicht Aber niemals für einen echten Elch.

00:44:41: und wie viel Proviant hat dieser Tramper in seinem Rucksack wohl dabei?

00:44:44: Vielleicht fünf Kilo Reis?

00:44:48: Ich mach dir mal einen Vorschlag, rumt der Trucker.

00:44:50: Ich nehm dich mit nach Anchorage!

00:44:52: Da kaufst du dir jetzt erstmal ordentliche Ausrüstung und dann machst du weiter mit deinem

00:44:56: Abenteuer.".

00:44:57: Chris, der weh nicht nach Anchorge in die Hauptstadt Alaska ist auf keinen Fall.

00:45:03: Er lässt sich nicht beirren – er hat ein Plan und er kriegt das hin, erklärt er.

00:45:08: Immerhin nimmt er am Ende dann die Gummistiefel und die Sandwiches an, Jim

00:45:14: ist aber auch wirklich ein ganz netter Typ.

00:45:16: Ich glaub, Jim kennt Alaska einfach sehr gut und Jim sieht das, was ja auch Chris in seiner Karte angekündigt hat, dass es tödlich enden könnte ... Dass das ziemlich wahrscheinlich ist wenn Chris nicht etwas an Hilfe annimmt.

00:45:30: Er hatte also jetzt Gummistiefel?

00:45:31: Er hatte vorher keine Gummestiefel!

00:45:33: Da sind überall Schnee, da sind überall Flüsse... Was er aber immer noch nicht hat, sein Schneeschuh.

00:45:40: Ein Kompass, der hatte auch nicht.

00:45:43: Er hat auch keine Axt und keine Insektenabwehr.

00:45:46: Nur eine zerfledderte Straßenkarte von Alaska, den fünf Kiloser Kreis.

00:45:53: Chris lässt sich jetzt am Stampede-Trail absetzen – das ist eine unbefestigte kaum benutzte Straße die auch noch auf den meisten Karten Alaskas nicht mehr eingezeichnet ist.

00:46:06: Also in anderen Worten kein Trail der von vielen bewandert wird!

00:46:11: Aber auf seiner Karte schlängelt sich der Weg als eine rote Linie in Richtung Westen.

00:46:16: Und dann bis zum mächtigen Mound McKinley!

00:46:19: Das ist sein Ziel, der Mound Kinley – das erklärt er jetzt im Trucker.

00:46:24: Der aber lacht nur und er brummt jetzt nur in Chris Richtung….

00:46:29: naja es ist nicht leicht hier etwas zu jagen und es gibt Grizzlies den du mit deiner kleinen Waffe nichts anhaben kannst und du wirst die damit nur noch wütender machen.

00:46:40: Aber Chris ist vollkommen unbeeindruckt.

00:46:43: Na ja, dann kletter ich eben auf ein Baum, man fordert

00:46:46: er.".

00:46:47: Und der Trucker merkt in diesem Moment nichts.

00:46:50: auf dieser Welt wird Chris von seinem Vorhaben abbringen können.

00:46:55: Chris schenkt dem Trucker jetzt seine Uhr und sein letztes Geld.

00:47:00: Ich will nicht wissen wie spät es ist!

00:47:01: Ich will auch nicht wissen welchen Tag wir haben oder wo ich bin – all das ist unwichtig.

00:47:06: Er möchte im Einklang mit der Natur leben….

00:47:09: Der Trucker, der findet das alles etwas crazy.

00:47:13: Er

00:47:14: schüttelt

00:47:14: jetzt nur den Kopf und auch als er Chris absetzt und alleine weiterfährt.

00:47:19: Chris wiederum hat ein breites glückliches Grinsen im Gesicht.

00:47:23: Er kann es kaum abwarten sich in die Wildnis zu schlagen.

00:47:27: Jetzt

00:47:27: geht es nur noch zu Fuß weiter.

00:47:30: vor ihm liegt die unendliche Freiheit.

00:47:34: tagsüber wird es immer noch höchstens null Grad warm.

00:47:37: Der Pfad ist bedeckt von matschigem Schnee mindestens fünfzig Zentimeter hoch.

00:47:43: Chris Atom bildet kleine Wolken.

00:47:45: Im verbleibenden Schnee entdeckt er noch einige Spuren von Schlitten und Hunden, aber mit der Zeit werden es weniger.

00:47:53: Am Ende des Tages findet er keine mehr.

00:47:56: Am zweiten Tag der Wanderung muss er durch einen eisigen kalten Fluss warten.

00:48:01: Eisschollen treiben vorbei seine Beine schmerzen Aber das ist ja nur ein kleiner Fluss.

00:48:08: Am dritten Tag überquert er einige eingefrorene Teiche, die Biber angelegt haben.

00:48:14: Er kämpft sich auf einen kleinen Hügel und hat nun endlich das allererste Mal ein Blick auf sein Ziel – auf den Mount McKinley!

00:48:25: Ein weißer Gigant umgeben von unberührter Landschaft und eisiger klarer Luft.

00:48:32: Pure Schönheit.

00:48:34: Dann ist der erste Mai dass Chris aber nicht mitbekommt, weil er keinen Zeitgefühl mehr hat.

00:48:41: Aber etwas anderes passiert an diesem Tag, was er sehr wohl mitbekommen.

00:48:47: Mitten in der Wildnis sieht Chris plötzlich etwas Helles in der Ferne.

00:48:53: Er blindzelt und tatsächlich ... da steht ein alter Bus!

00:48:59: Was macht denn jetzt einen alter Bus mitten im Nögen?

00:49:03: Und vor allen Dingen...was für'n krasser ... Glücksgriff, also gerade wo man auch irgendwie kein Dach über dem Kopf fährt.

00:49:10: Und es ist kalt und das könnte auch mal regnen.

00:49:12: So ein Unterschlupf schon sehr gut!

00:49:16: Und Chris der fragt sich das jetzt auch?

00:49:18: Also was kann da

00:49:19: sein?!

00:49:20: Und er geht näher zu diesem Fahrzeug und sieht dass es ja... Es wirkt wie so'n amerikanischer Schulbus aber in Tükis weiß und der Lack blättert auch ab.

00:49:32: Einige Fenster sind kaputt, aber am Inneren findet Chris Ritschen und ein Holzofen.

00:49:39: Außerdem findet er einen Vorrad an Streichhölzern und Insekten-Spray!

00:49:44: Und auf der Außenseite stehen die Zahlen – eins, vier, zwei.

00:49:49: Chris schreibt an diesem Tag begeistert in sein Tagebuch nur einen Satz.

00:49:55: Magic Bus Day

00:49:58: Ja.

00:49:58: also das scheint ja wirklich….

00:50:01: Wie ein Zeichen des Schicksals, dass er jetzt auf einmal alles kriegt was er eigentlich braucht.

00:50:07: Du hast ja vorhin schon gefragt was macht so einen Bus da irgendwie mitten in der Natur?

00:50:12: Also warum steht er da und wo sind die Menschen, die dann mal drin gewohnt haben?

00:50:15: Ich muss ehrlich sagen es ist ja verfilmt worden diese Geschichte und als ich den Film geguckt habe, hab' ich gedacht das muss fiktiv sein also als ob da... Was für ein Zufall!

00:50:25: Dass da wirklich mitten im Nögen dieser Bus ist.

00:50:28: Nee, das ist tatsächlich so.

00:50:30: Der sieht auch ganz genauso aus wie im Film der Bus.

00:50:33: Also das wird nicht irgendwie dramatisiert oder da wurde nichts hinzugefügt, fictionalisiert sondern es gibt diesen Bus und tatsächlich ist es so dass man auch rekonstruieren kann warum er da ist.

00:50:45: und zwar hat Anfang der sechziger Jahre eine Firma aus Fairbanks also aus an den größeren Städten der Nähe ein Fahrt ausgebaut.

00:50:55: Das Ziel war, dass Lastwagen zu einer Mineralgruppe gelangen können.

00:50:59: Und die Arbeiter bekamen keine Hütten, sondern drei ausrangierte Omnibusse.

00:51:06: Das Projekt wurde aber zwei Jahre später eingestellt und zwei Busse wurden wieder abtransportiert.

00:51:12: Nur einer, den brauchten sie nicht mehr, der war vielleicht auch Schrott, ist geblieben.

00:51:16: Das ist jetzt dreijahrzehnte her ... Der Trail ist mittlerweile komplett überwuchert mit Büschen und Sträuchern Aber der Bus ist noch da und der wird jetzt zur Chris Sommerlager.

00:51:29: Auf einer verwitterten Speerholzplatte, die in über einem kaputten Fenster hängt schreibt Chris etwas auf was man eigentlich als eine Unabhängigkeitserklärung bezeichnen könnte.

00:51:41: Und auch das kannst du uns ja mal vorlesen was dort steht

00:51:49: Ein Extremreisener.

00:51:56: Ein ästhetischer Wanderer der Welten, der nur die Straße sein Heim nennt denn The West ist the best!

00:52:03: Und nun nach zwei Jahren der Wanderschaft kommt das ultimative und größte Abenteuer Es gilt die letzte Schlacht zu schlagen Die zur zweiten Natur gewordene Falscheid auszumerzen und die spirituelle Wallfahrt siegreich zu beenden.

00:52:19: Zehn Tage und Nächte auf Güterzügen und per Anhalter bringen ihn in den großen weißen Norden.

00:52:26: Auf der Flucht vor dem Gift der Zivilisation durchschreitet er allein das Land, um sich in der Wildnis zu verlieren – Alexander's Supertramp Mai.

00:52:43: Und ich muss sagen, wir sollten alle dieses Manifest auf gar keinen Fall lesen und eigentlich nur Alexander Supertramp.

00:52:50: Weil das ist so toll auch geschrieben und ja total ... Also er könnte ein Schriftsteller sein es wirklich im Gegensatz zu Manifests des Unibombers ganz toll und spannend zu verfolgen.

00:53:05: man kann das auch anders machen.

00:53:07: Unibomber!

00:53:07: Man kann auch so sein wie Alexander Supertrap.

00:53:10: Ich finde es zeigt aber auch noch so ein bisschen, dass er immer noch auf der Suche ist irgendwie nach besseren Gefühlen.

00:53:19: Also ich habe den Eindruck als ob er sich immer noch irgendwie mit diesen lästigen Gedanken und Gefühle von früher herum schlägt und noch immer struggled.

00:53:29: irgendwie hab' ich das Gefühl Aber dafür ist ja jetzt diese Zeit da, dasser sich davon irgendwie frei machen kann.

00:53:36: Und er ist auch genau zur richtigen Zeit gekommen.

00:53:38: Der langsam schmelzende Schnee gibt jetzt Beeren frei, von denen er sich ernähren kann.

00:53:44: Und auch immer mehr Tiere kommen raus!

00:53:46: Er sieht einen Grizzlybär aber er hält sich fern von ihm.

00:53:50: Dann erlegt ihr ein Eichhörnchen, dann ein Rehpuhn eine Ente, eine Gans und sogar ein Stachelschwein.

00:53:57: Dass

00:53:58: er das auch kann?

00:54:00: Also er lernt es halt einfach.

00:54:01: Ja

00:54:02: und dass ja auch so räuchern kann... dass er zu richten kann und so, aber...

00:54:07: Gut.

00:54:07: Aber die ersten Menschen haben sich das halt auch irgendwie beigebracht ne?

00:54:11: Die Not macht dann erfinderisch!

00:54:13: Und er lernt jetzt auch die Gegenkennen.

00:54:15: Er steigt auf umliegenden Berge, er wandert Pfade ab und er notiert seine Abenteuer begeistert.

00:54:21: in seinem Tagebuch Auf Birkenrinde notiert er jetzt eine Tuduliste.

00:54:26: Darauf schreibt er Brennholz sammeln und die Asche aus dem Ofen entfernen.

00:54:38: Und unter der Überschrift Längerfristige to do's notiert er Karte, der Umgebung zeichnen Badewanne bauen Kleidungen aus Fällen- und Federn nähen Reparaturen durchführen Eine Brücke über einen nahegelegenen Bach errichten Und Jagdpfeide anlegen.

00:54:56: Also da kriegt man doch schon den Eindruck als ob er wirklich plan die nächsten Jahre hier zu verbringen oder?

00:55:02: Er hat ja auch gesagt, das letzte Ziel.

00:55:04: Also erscheint nicht mehr woanders hinzuwollen

00:55:08: und tatsächlich verstreichen jetzt auch die Tage und Wochen und Anfang Juni macht er dann von seiner Beute ein Foto.

00:55:14: Und auch das habe ich dir mal wieder mitgebracht.

00:55:16: Darauf siehst du ihn ganz stolz.

00:55:20: also er hält ja einen Elchgeweih in die Höhe.

00:55:24: Also er hatte einen Elcherlegt

00:55:26: Hat er.

00:55:27: Interessant, dass du das direkt erkennst?

00:55:29: Weil es ist tatsächlich das erste Mal, dass er ein Elch erlegt hat.

00:55:32: Er hat vorher eher so kleinere Tiere erlegt aber er hat jetzt geschafft einen etwas größeren Tier zu erwischen und hat auch die Hoffnung sich davon jetzt lange zu ernähren.

00:55:43: Und wie ein Trophäenjäger macht der auch ein stolzes Foto mit dem Geweih.

00:55:48: Das Tier ist nicht umsonst gestorben.

00:55:50: Er hofft, dass es wirklich ihn lange, lange, lang ernähre.

00:55:54: Drei Tage lang verbringt er jetzt erst mal nur damit, seine Beute auseinanderzunehmen und in kleinen Höhlen zu räuchern.

00:56:02: So konserviert man Fleisch am besten – das hat der von Jägern gelernt!

00:56:07: Es stinkt jeden Tag mehr nach Verwesung.

00:56:10: Und Fliegen und Moskitos schwirren ihnen um die Ohren, während er das Fleisch in dicke Scheiben schneidet und in die verrauchte Höhle hängt.

00:56:18: Aber dann scheint es ja nicht so gut funktioniert mit dem Konservieren.

00:56:23: Ja, leider muss er das auch feststellen.

00:56:27: Am vierten Tag dieses Prozesses schreibt er ganz enttäuscht in seinen Tagebuch.

00:56:42: Ja also er ist vollkommen frustriert und er hat voller Schuldgefühle und er zieht sich jetzt erst mal wieder an den Bus zurück und fängt weiter an zu lesen.

00:56:52: Den Eichkadaver überlässt er den Wölfen.

00:56:55: Chris unterstreicht jetzt immer wieder Passagen in seinen Büchern und macht sich Notizen am Rand.

00:57:01: Nach seinem Fehler mit dem Eich, also den er ja wirklich als moralischen Fehlpass bezeichnet so selbst liest er jetzt ein Kapitel über die Ethik des Essens.

00:57:12: Chris notiert sich jetzt Essen gleich heilig!

00:57:17: Und er nimmt sich vor, dass er von nun an sich nur noch von Bären ernähren möchte.

00:57:22: Aber das wird natürlich nicht leicht davon genug Energie zu bekommen!

00:57:27: Vor allem hat er vorher auch lange überlebt.

00:57:29: aber da hat der ja auch noch kleinere Tiere getötet und das Fleisch gegessen.

00:57:33: jetzt nur Bären zu essen ist schon

00:57:35: hart

00:57:36: und sein Reis ist auch schon längst weg.

00:57:39: Aber für ihn es ist die vollkommene Erleuchtung.

00:57:42: Er schreibt jetzt

00:57:44: Ich bin wieder geboren Dies ist mein Morgengrauen.

00:57:48: Das wahre Leben hat jetzt erst

00:57:50: bekommen.".

00:57:52: Also dieses Vorhaben, dass er jetzt auch vegan leben wird das gibt ihm ein richtig gutes Gefühl.

00:58:00: aber irgendetwas muss passiert sein.

00:58:03: ich kann es nicht rekonstruieren.

00:58:05: was genau?

00:58:06: Dass er doch in der nächsten Zeit beschließt dass er damit alles erreicht hat und dass dann Abenteuer jetzt erstmal vorbei ist.

00:58:16: Nach zwei erfolgreichen Monaten in der Wildnis will er dann doch zurück.

00:58:21: Was er danach macht, das würde er dann mal sehen.

00:58:24: Okay

00:58:25: bedeutet dass er wir jetzt zurück in die Zivilisation also doch wieder zu seiner Familie?

00:58:30: Ja auf jeden Fall irgendwie zurück ins normale Leben.

00:58:33: wie gesagt man kann nicht so richtig rekonstruieren was da in dem vorgeht.

00:58:39: aber Ja, ich glaube das hat auch ein bisschen damit zu tun dass er jetzt diesen Anschluss hatte wie gern zu leben und ich glaube ihr weiß schon es ist ziemlich hart wird im Winter nur von Bern weil die findest du gar nicht unter der Eisschicht.

00:58:50: Der Beziehungswesen gibt ja keine!

00:58:51: Ja und ich glaubet das führt dann irgendwie dazu dass er halt sagt ok ich breche das jetzt ab.

00:58:56: Er packt seine Sachen und macht ein letztes Foto mit seiner Kamera und am dritten Juli macht er sich auf den Rückweg weg vom Bus Tage-Lange Wanderung über den Hügel zwischen den Biberteichen hindurch, die inzwischen aufgetaut sind und dann nur noch durch den kleinen Fluss.

00:59:13: Aber da

00:59:15: stockt

00:59:15: Chris.

00:59:16: Warum?

00:59:17: Der kleine Fluss ist inzwischen dreißig Meter

00:59:21: breit.

00:59:21: Oh

00:59:22: nein!

00:59:23: Regenwasser und Schneeschmelze haben ihn zu einer unüberwindbaren Barriere anschwellen lassen.

00:59:30: Dreckiges Wasser donnt an ihm vorbei windet sich ein unberechenbaren Strom schnell und verschwindet in der Ferne.

00:59:38: Hier kann er auf keinen Fall sicher rüberkommen.

00:59:42: Wieder ist es also einen Fluss, der ihm die Grenzen aufzeigt wie schon damals in der Wüste als er sein Auto verloren hat.

00:59:50: Er realisiert jetzt ohne Kanu hat er hier keine Chance!

00:59:55: Er isst also gefangenen der Wildnis bis es vielleicht irgendwann weniger regnet und der Fluss halt so ein bisschen schmaler und berechenbarer wird.

01:00:03: Bis es soweit ist, muss er zurück zum Bus.

01:00:07: Das ist Anfang Juli!

01:00:09: Fast ein ganzen Monat lang lebt Chris jetzt im Bus so weiter wie die letzten beiden Monate und den sollten wir auch mal machen denn natürlich haben wir hier schon ein bisschen darüber spekuliert wie lange man eigentlich in der Natur leben kann ohne alles.

01:00:27: Und es gibt ja auch ein paar Leute, ich meine vielleicht haben ja auch unter euch schon einige Seven Wars Is Wild zum Beispiel gesehen oder andere Survival Shows die das auch regelmäßig machen und probieren.

01:00:38: Wir haben Fabio Schäfer nach Tipps zum Überleben in der Natur gefragt.

01:00:43: Fabio ist professioneller Mountainbiker und er war auch Teil – daher kennt ihr ihn vielleicht – der ersten Staffel Seven Wars is Wild und produziert die YouTube-Serie Survival Squad, die ich sehr gesuchtet habe, Leute!

01:00:56: Und Fabio ordnet uns jetzt mal ein, was ist da draußen eigentlich so benötigt zum Überleben?

01:01:53: Ja es macht ja auch Sinn.

01:01:54: Man muss sich vorbereiten man kann in der Wildnis einfach nicht mehr überleben vor allem in einer harten Wildnis wie sich gerade Chris befindet.

01:02:06: aber das bedeutet für ihn dass es wirklich richtig gefährlich wird.

01:02:11: und was auch so herzerreißend Chris, der ist eigentlich gar nicht so weit von Menschen entfernt wie er eigentlich denkt.

01:02:21: Also, Fünfzig Kilometer östlich verläuft eine der Hauptverkehrsstraßen Alaska's und fünfundzwanzig Kilometer vom Bus entfernt verläuft eine Touristenstraße durch den Denali-Nationalpark.

01:02:35: Und hinzukommt im Umkreis von zehn Kilometern liegen auch noch vier Blockhütten von Parkrangern.

01:02:43: Das heißt, die Zivilisation ist eigentlich gar nicht so weit entfernt.

01:02:47: Aber Chris, der weiß einfach nichts davon!

01:02:50: Und wir wissen ja jetzt gar nicht mehr wie fit Chris ist bzw.

01:02:54: wahrscheinlich er nicht mehr in einer guten körperlichen Verfassung.

01:02:57: Genau also wenn ihr wüsste dass dort diese krasse Straße verläuft dann wären fünfundzwanzig Kilometer für ihn früher auf jeden Fall machbar gewesen.

01:03:04: aber in der aktuellen Situation ist das schon was ganz anderes.

01:03:08: Genauso wenig weiß Chris übrigens, dass der unüberwindbare Fluss sich ein paar Kilometer weiter aufteilt und dort ganz einfach zu bequeren wäre.

01:03:17: Oh Mann!

01:03:18: Das ist ja so tragisch das er es schon hätte zurückschaffen können.

01:03:23: Ja die Sachen sind halt nicht immer das wofür man sie hält – das lernt jetzt Chris auch am eigenen Leib.

01:03:30: Denn in seinen Pflanzenbüchern lernt er von der wilden Kartoffel und er lernt, dass die wilde Kartoffeln ungiftig.

01:03:37: Das stimmt auch, solange man nur die Wurzel ist.

01:03:41: Wenn man jedoch aus Hunger die ganze Pflanze mitsamt den Samen isst wird es gefährlich.

01:03:48: In dem Samen steckt nämlich Gift und dieses Gift gelangt ins Blut und verhindert dass der Körper wichtige Nährstoffe aufnehmen kann.

01:03:58: Man kann also essen und essen so viel man will bekommt aber immer weniger Energie Immer schwächer und man verliert auch so sehr schnell Gewicht, kann sich kaum noch bewegen.

01:04:12: Und genau das passiert Chris Ende Juli.

01:04:16: Am einund dreißigsten Juli schreibt er jetzt folgende Nachricht in sein Tagebuch Also er weiß einfach dass es gerade dem Ende zugeht.

01:04:34: gar keine Art und Weise, wie er sich von dieser Vergiftung erholen könnte oder wie er Hilfe bekommen könnte?

01:04:40: Also Hilfe eigentlich nur durch andere Menschen die er aber halt schon seit Monaten nicht mehr gesehen hat.

01:04:46: Und ja doch es gibt auch eine theoretisch andere Lösung für das Problem Aber die kann er auch nicht erlangen ist nämlich so dass das Gift nur aus dem Körper rauskommen würde wenn man ganz viel anderes isst also wenn man zum Beispiel Zucker ist oder Fett oder irgendwas was der Körper rausspülen will.

01:05:05: Und dann kommt auch so ein bisschen Gift mit raus, aber weil Chris eh schon total unterernährt ist und nichts anderes hat, baut er rapide

01:05:12: ab.".

01:05:12: Vor allem hatte er ja keinen Zucker und kein Fett?

01:05:15: Ja die Kraft reicht gerade mal so dass er jeden Tag noch ein paar Bären sammeln kann.

01:05:19: das war's.

01:05:21: Am zwölften August, twohneinzehnhundertzweiundneunzig geht er das letzte Mal los.

01:05:26: Bevor

01:05:26: er losgeht hängt er noch verzweifelt ein Zettel an seinen Bus Für den Fall, dass irgendwer dort vorbeikommt, während er Beeren sammelt.

01:05:35: Und auch diesen Zettel haben wir einmal

01:05:36: vorliegen.".

01:06:00: Findet jemand diesen Zettel?

01:06:03: Nein.

01:06:04: Leider kommt Chris abends wieder zurück und muss feststellen, dass niemand den Zetteln entdeckt hat.

01:06:10: Erst Mitte September kommt jetzt eine Gruppe an Wanderern dort vorbei Und diese Wanderer sehen den Bus und sie sehen einen leeren Stuhl.

01:06:19: davor stehen.

01:06:20: Etwas abseits vom Bus rottet ein toter Elch vor sich hin und die Wanderers entdecken den Zettle an der Bustür.

01:06:28: Einer von ihnen klettert in den Bus rein.

01:06:31: Er liest das Manifest von Alex Supertramp auf der Speerholzplatte.

01:06:36: Dann zieht er den Schlafsack, der auf einer der Pritschen liegt und darin liegt Chris McCandless – tot!

01:06:49: Er hinterlässt nach hundert dreizehn Tagen im Bus einen Tagebuch und ein Stapel vollgekritzelter Bücher.

01:06:57: Eine der letzten Notizen die er sich am Rand eines Romans macht ist Happiness is only real when shared.

01:07:06: Also Glück ist nur echt, wenn

01:07:10: geteilt.".

01:07:11: Ja das zeigt ja dann doch dass ihm die Gesellschaft ein bisschen gefehlt hat?

01:07:16: Ich glaube er hat es erst kurz vor seinem Tod verstanden also ganz bewegend und ganz tragisch.

01:07:24: Er hat glaub ich in seiner großen Liebe der Natur erkannt...

01:07:30: Dass er vielleicht noch eine Liebe braucht!

01:07:32: dass das nicht ausreicht, allein im Leben.

01:07:37: Und er doch zurückgehen wollte eigentlich.

01:07:41: Seine Familie entwickelt den Film, der noch in seine Kamera steckt und tatsächlich hat er auch ein letztes Foto von sich gemacht.

01:07:49: Das macht er.

01:07:50: da ist er sich bewusst, dass er sterben wird.

01:07:54: Und Lin, vielleicht kannst du uns dieses Foto einmal beschreiben?

01:07:57: Meinst Du das wo er so lacht?

01:07:59: Krass!

01:08:01: Das letzte Foto ist, ich dachte gerade fast es wäre ein Ötum und du hättest mir hier das falsche Foto gezeigt weil er lacht total und sieht super glücklich auf dem Bild aus.

01:08:13: Ja also er ist unfassbar abgemagert, das erkennt man ja auch schon.

01:08:18: Er hat halt eine sehr dicke Jacke an deswegen sieht man's nicht so sehr.

01:08:22: Ich finde die Beinchen da sieht man schon dass es ja so... Die Hose ist so ganz locker und das Gesicht ist ganz dünn um die Hand.

01:08:31: Er ist ganz gebräunt natürlich, weil er ja auch keinen Sonnenschutz hatte oder so.

01:08:35: Und hat strubbelige Haare und eine sehr dreckige Kleidung.

01:08:40: Und was er auffällig ist?

01:08:41: Er winkt ja und er hält einen weißen Zettel hoch!

01:08:44: Was steht dann auf dem Zetteln?

01:08:46: Wir

01:08:46: können ja mal ranzoomen... Ich habe dir nochmal ein Foto mitgebracht wo du den Text erkennst.

01:08:51: Er hat nämlich bevor er für immer an den Schlafsack gekrochen ist ...mit letzter Kraft noch eine Botschaft aufgeschrieben und hält die in die Kamera.

01:09:01: Da steht, ich habe ein glückliches Leben gelebt und bin Gott vom ganzen Herzen dankbar.

01:09:07: Lebt wohl und Gott segne euch

01:09:09: alle.".

01:09:10: Also erst mal finde ich total spannend dass er auch so gläubig ist oder noch geworden ist in dieser Zeit?

01:09:18: Und dann ist das ja ganz außergewöhnlich.

01:09:21: also wir sind hier eigentlich gerade an einem sehr traurigen Punkt dass er gestorben ist aber ich find's jetzt gar nicht so traurig weil er wirkt trotz allem sehr, sehr glücklich.

01:09:31: Ich finde auch, also er hat ja auch nochmal betont dass er ein glückliches Leben hatte.

01:09:36: Also ihm ist bewusst ihr wird sterben und der wollte trotzdem.

01:09:39: das die Botschaft ist, die seine Familie und die Welt von ihm als Letztes sieht.

01:09:44: Und ihm war klar, dass sein Reise genauso enden könnte.

01:09:47: Tatsächlich ist das die letzte Botschaft, die wir von Chris haben und damit endet auch die Geschichte aus seiner Sicht.

01:09:55: Was danach passiert ist, dass Freunde die Chris auf seiner zweijährigen Reise gemacht hat ihn am Ende identifizieren müssen und danach wird seine Familie benachrichtigt.

01:10:05: Die bis dahin einfach keine Ahnung hatte wo ihr Sohn, Ihr Bruder eigentlich ist.

01:10:12: also sie haben da erfahren das er die letzten Monate in der Wildnis von Alaska gelebt hat ein Bus.

01:10:19: Das muss auch ganz schön hart gewesen sein.

01:10:21: Und tatsächlich haben wir all diese Informationen über Chris, weil kurz nach seinem Tod ein Journalist John Krakauer heißt er.

01:10:28: Ein Artikel über ihn veröffentlicht hat und der Artikel wird dann ganz groß diskutiert.

01:10:33: und am Ende schreibt John Kragauer auch einen Buch und er spricht dafür mit ganz vielen Weggefährten von Chris die ihm besser kannten und auch mit seiner Schwester.

01:10:42: und das Buch bekommt den Titel Into the Wild.

01:10:45: Das Buch wird zum internationalen Bestseller vom Regisseur Sean Penn verfilmt.

01:10:52: Und das ist der Film, den ich früher so viel gesehen habe und dann manchmal gedacht hab, sollte ich jetzt auch in die Wildnis aufbrechen?

01:11:01: Ich find es so krass dass das aber auch so ein Film ist den ganz viele als sehr positiv empfinden.

01:11:05: Der is super schön!

01:11:06: Also die Musik ist natürlich auch super beeindruckend.

01:11:09: Voll.

01:11:09: Aber diese Naturaufnahmen sind auch krass.

01:11:12: Ja, das ist es glaube ich.

01:11:14: Aber vielleicht... ...ist.. ..die Lösung einfach mehr in die Natur gehen und mal ein Urlaub in Alaska machen, aber vielleicht jetzt noch nicht ganz in die natur auswandern.

01:11:26: So eine Mischung vielleicht?

01:11:28: Also natürlich wird auch viel diskutiert über Chris nach seinem Tod.

01:11:33: das hat natürlich auch die Familie belastet beziehungsweise auch die Schwester belastet, die da sich vor kurzem Jahr auch dann nochmal genauer geäußert hat.

01:11:41: Viele haben nämlich ihr auch immer gesagt, ja denn Bruder war doch suizidal, der wollte doch gar nicht mehr leben.

01:11:45: Manche haben mir gesagt, ey, denn Bruda war total leichtsinnig!

01:11:48: Der hat aus Mangel an Erfahrungen sich für so ein Superheld gehalten, der das alles hinkriegen wird... Für einige ist aber auch Chris einfach ein Held, der dass gemacht hat was er machen wollte und sich nicht beirren lassen Und der Bus am Stampede-Trail wird deswegen auch für viele ein Pilgerort.

01:12:10: Ich bin da ehrlich gesagt bei diesen Menschen, weil ich finde das ganz beeindruckend, dass er einfach seinen Ding gemacht hat aber nur für sich selber.

01:12:18: Er hat niemanden damit Schaden zugefügt und das respektiere ich irgendwie.

01:12:24: Ja und deswegen möchte ich diese Folge auch mit Chris eigenen Worten abschließen die er in einem Brief an einen Freund geschrieben hat Die sollten wir aus der Folge mitnehmen.

01:12:35: und was man damit macht, dass es jedem selbst überlassen.

01:12:37: Aber ich finde sie haben schon einen wahren

01:12:39: Kern.".

01:12:40: Denn er sagt….

01:12:41: Viele Leute sind unglücklich mit ihrem Leben – und schaffen es trotzdem nicht etwas an ihrer Situation zu ändern weil sie total fixiert auf ein angepasstes Leben in Sicherheit sind, indem möglichst alles gleich bleibt!

01:12:55: Alles Dinge die einem scheinbar inneren Frieden garantieren.

01:12:58: In Wirklichkeit wird die Abenteuerlust im Menschen jedoch am meisten durch eine gesicherte Zukunft gebremst.

01:13:05: Leidenschaftliche Abenteurerlust ist die Quelle, aus der der Mensch die Kraft schöpft sich dem Leben zu stellen.

01:13:12: Freude empfinden wir wenn wir neue Erfahrungen machen und von daher gibt es kein größeres Glück als in einen immer wieder wechselnden Horizontblicken zu dürfen an dem jeder Tag mit einer neuen ganz anderen Sonne anbricht!

01:13:28: Und mit diesem Abschluss der Schulerfolge buche ich mir jetzt mein nächsten Urlaub.

01:13:34: Buche vielleicht ein kleines Cottage mitten im Nögenfuhr?

01:13:38: Ich wollte

01:13:38: gerade fragen, ob es so einen Camper ist den du dir jetzt buchst oder vielleicht doch eher ein gemütliches

01:13:44: Erdchen?

01:13:45: Ich glaube ... Ich mach den Mittelweg auch mitten ins Nögendwo aber in eine kleine süße Hüte mit Strom und Wasser weil dafür bin ich dann doch noch ein bisschen zu bequem.

01:13:56: was für eine Tolle Und wirklich schöne Geschichte, obwohl sie eigentlich traurig endet.

01:14:01: Aber ich weiß gar nicht ob sie traurige endet weil ... Ich habe das Gefühl er hat das Leben so gelebt wie ihr wollte.

01:14:07: Der war sich bewusst dass es passieren kann und ich finde vor allem seine Worte man kann die eher so metaphorisch nehmen.

01:14:12: also nicht jeder muss jeden Tag in einen wechselnden Horizont blicken.

01:14:15: Also es geht ja auch gar nicht wenn das jetzt so ein Elternteil hört und so ist okay ich breche auf scheiß auf alle!

01:14:21: Ich will jeden tag neuen Horizons sehen.

01:14:24: Er nicht machen Leute.

01:14:25: Es gibt Menschen, die euch lieben und ihr liebt.

01:14:29: Die euch brauchen ... Ich finde, man darf's nicht wortwörtlich nehmen und alles um die Welt reisen.

01:14:33: So ist es ja gar nicht gemeint.

01:14:35: Sondern eher metaphorisch, dass man halt nicht in seinem Trott versauert, sondern sich auch mal neue Sachen traut.

01:14:41: Nur so kann man neue Gehirnstrukturen knüpfen oder Erfahrungen machen und über sich hinauswachsen.

01:14:47: Und nicht jeder muss nach Alaska wandern!

01:14:49: Und das man sich vielleicht fragt?

01:14:51: Was macht mich wirklich glücklich?

01:14:53: und was schreibt mir nicht die Gesellschaft vor, was mich glücklich macht?

01:14:56: Ich glaube das kann man dann doch aus dieser Geschichte mitnehmen.

01:15:00: Und damit liebe Lovelies beenden wir diese True Love-Geschichte!

01:15:03: Wir haben euch lieb

01:15:04: und bis zum nächsten Mal!

01:15:05: Ciao!

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