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#56 Wieder Kind sein: Astrid Lindgren

Shownotes

Astrid Lindgren trägt ihre Kindheit so fest in ihrem Herzen, dass sie nur die Augen schließen muss, um die Bilder jener glücklichen Tage heraufzubeschwören. Sie liebt Bücher – und die Kreativität, die aus ihnen sprüht. Aus dieser Liebe zur Kindheit entstehen später Figuren, die Millionen Kinder prägen und Erwachsenen bis heute Halt geben: Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter, Michel aus Lönneberga.

Astrid Lindgren und ihre Bücher erlauben uns, wieder Kind zu sein. Zu lernen, sich zu widersetzen, Verantwortung zu übernehmen, nach der eigenen Moral zu handeln – und die Welt selbst zu deuten. In dieser Folge nehmen wir euch mit in die wundervolle Welt der Astrid Lindgren.

Eine Produktion von Auf Ex Productions. Hosts: Leonie Bartsch & Linn Schütze Recherche: Tanja Kachler, Antonia Faltermaier Redaktion: Antonia Fischer Produktion: Lorenz Schütze, Antonia Bolln

Quellen (Auswahl) Buch "Das entschwundene Land" von Astrid Lindgren Buch "Astrid Lindgren. Bilder ihres Lebens" von Jacob Forsell, Johan Erséus und Margareta Strömstedt Buch "Astrid Lindgren. Ein Lebensbild" von Margareta Strömstedt Buch "Astrid Lindgren. Ihr Leben" von Jens Andersen Buch "Astrid Lindgren" von Sybil Gräfin Schönfeldt Website Astrid Lindgren

Hintergrundinformationen, Bilder und Videos findet ihr auf unserem Instagram- oder TikTok-Kanal @true.lovepodcast. Oder auf unseren privaten Profilen @leonie_bartsch und @linnschuetze.

Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr den Podcast bewertet und teilt. Haben euch lieb & bis nächste Woche!

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Transkript anzeigen

00:00:07: How can you tell what it's really about?

00:00:07: I've been in love several times before.

00:00:10: And each time I thought I found my prince

00:00:13: charming.

00:00:43: Hallo, ich mich auch.

00:00:44: Und damit herzlich willkommen bei True

00:00:46: Love.

00:00:47: Mein Name ist Linchitze.

00:00:48: Mein Name ist Leonie Bartsch.

00:00:50: Und wir erzählen hier wahre Liebes- und Lebensgeschichten, bei denen man denkt, das kann doch nicht so passiert sein.

00:00:57: Aber das ist es.

00:00:58: Weil genau wie bei True Crime ist auch das hier alles true.

00:01:01: Und ich kann es meistens nicht fassen, aber es ist doch so.

00:01:05: Es ist wirklich so passiert.

00:01:06: Und

00:01:06: das hier heute, muss ich sagen, ist richtig.

00:01:10: Eine Folge.

00:01:11: die ich gebraucht habe.

00:01:12: Und ich wusste es nicht, bevor ich sie angefangen habe zu recherchieren.

00:01:17: Und dann war ich so, oh, es tut mir so gut.

00:01:20: Das ist irgendwie richtig, wonach ich mich gerade sehne.

00:01:23: Weil ich weiß nicht, wie es euch geht.

00:01:25: Das Jahr hat gerade angefangen.

00:01:27: Es ist ganz schön viel schon los.

00:01:29: Es ist kalt draußen.

00:01:31: Und ich sehne mich richtig zurück nach so meinem Zuhause, wo ich groß geworden bin, so auf dem Sofa zu sitzen oder draußen zu spielen.

00:01:41: und so eine heiße Tasse Schokolade zu bekommen.

00:01:44: Also ich habe gerade so ein richtiges Urbedürfnis wieder, eigentlich an meine Kindheit zurückzugehen.

00:01:50: Ja, so ein bisschen nach Leichtigkeit, vielleicht sehnst du dich oder dein Körper, aber auch sehr doll nach Sommer.

00:01:54: Ja, das auch.

00:01:55: Und neulich hat meine Mama bei uns in die Familiengruppe so Fotos reingeschickt.

00:01:59: Und ich hatte einfach eine ganz, ganz tolle Kindheit, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:02:04: Also wir haben ja einige Jahre in Schweden gelebt und dann später sind wir zurück nach Deutschland gezogen und haben auch da direkt im Wald gelebt.

00:02:11: Und ich habe meine ganze Kindheit eigentlich draußen verbracht und habe diese Erinnerung an Blaubeerflücken, an Hirsche, die im Garten stehen.

00:02:20: Und an ganz viele Ausflüge, vor allem mit meiner Oma, ich weiß noch einmal, haben wir sogar so ein Reh-Kitz gefunden, das sich dann in den Dornen verheddert hat und meine Oma hat das gerettet.

00:02:30: Also ich hatte wirklich eine kleine Bullerbüh-Kindheit.

00:02:35: Jetzt gerade leben wir in der Stadt und es ist alles nicht so grün.

00:02:38: Und manchmal denke ich so, ich will Eintracht wieder nach Lidingö.

00:02:42: Das ist so eine kleine Insel vor Stockholm, wo ich groß geworden bin und durch den Wald laufen.

00:02:47: Manchmal sehe ich so Fotos von dir.

00:02:49: Und dann denke ich kurz, ist das irgendwie so ein Filmausschnitt aus Nils Holgassen oder aus wie Kinder aus Böllerbühre oder so.

00:02:57: Also aus irgendwelchen Astrid Lindgren-Büchern oder Film.

00:03:00: Vielleicht können wir was bei True Love auf unserem Podcast-Kanal daraus posten.

00:03:05: und vielleicht können wir so ein kleines Ratespiel machen in der Story mit True Love, ob das ein Screenshot ist oder ob das ein Kinderfoto von Lin ist.

00:03:14: Ja, das finde ich sehr gut.

00:03:15: Ja und ich bin auch wirklich, du sagst es schon richtig, mit Astrid Lindgren und ihren Geschichten aufgewachsen, die mir meine Eltern jeden Abend vorgelesen und deswegen hat diese ganze Folge mich zurück an meine Kindheit erinnert und mir eigentlich gezeigt, dass ich dieses Jahr viel mehr im Wald toben möchte.

00:03:33: Und ich glaube, die Geschichte heute von Astrid Lindgren wird die perfekte Ergänzung sein zu der Pipi-Langstrumpfolge.

00:03:39: Ja, und sie erinnert uns vor allem daran, dass auch wenn wir jetzt eigentlich erwachsen sind und alle einen relativ seriösen Alltag haben, wir nicht vergessen sollten, das innere Kind in uns weiterleben zu lassen.

00:03:52: Und damit geht es los mit der heutigen Folge.

00:03:59: Mit quetschenen Reifen hält das gelbe Postauto vor dem unauffälligen Haus in Dologothan, in Stockholm.

00:04:08: Die Tür öffnet sich und ein Postbeamter tritt auf die Straße.

00:04:13: Ihr Dresse ist ein fester Bestandteil seiner Route.

00:04:17: Seit Jahren dürfte hier täglich eine Handvoll Briefe durch den Briefschlitz der älteren Dame.

00:04:23: Heute geht das allerdings nicht.

00:04:25: Denn in den vergangenen Tagen sind unzählige Briefe aus der ganzen Welt im lokalen Postamt eingetroffen.

00:04:33: Briefe aus Hawaii und Kenia, aus Japan und Australien, aus Deutschland und Kanada.

00:04:40: Der Postbeamte stöhnt leise, als er den Ersten von vielen mehreren schweren Säcken schultert und langsam die Stufen hinaufsteigt.

00:04:51: Wie gut, dass die ältere Dame, an die die Briefe adressiert sind, nur im ersten Stock wohnt.

00:04:57: Nach dem Klingeln dauert es nur ein paar Sekunden, bevor sich die Tür eröffnet.

00:05:02: Vor dem Postbeamten steht eine kleine Frau mit scharfsinnigem Blick, deren kurze graue Haare immer etwas unordentlich aussehen.

00:05:11: Ihr Name steht in schlichten Buchstaben auf dem gollenden Briefschlitz.

00:05:18: Und heute ist ihr siebzigster Geburtstag.

00:05:21: Nachdem die Tür in ihr Schloss gefallen ist, schlurft Astrid zurück in ihr kleines Büro.

00:05:27: Vorbei an dem runden Ess-Tisch, den durchgesessenen Sofas und den vielen Regalen, die bis zum Bärsten mit Büchern gefüllt sind.

00:05:37: Astrid hat ihr halbes Leben in der Wohnung verbracht.

00:05:41: Hier sind ihre Kinder groß geworden und zahlreiche Geschichten entstanden.

00:05:46: Von ihrem Schreibtisch kann sie direkt in den Vasa-Parken blicken.

00:05:51: Astrid liebt den kleinen Park vor ihrer Haustür.

00:05:55: Im Winter laufen Kinder dort Schlittschuh, im Sommer breiten Familien oder verliebte Pärchen picknickdecken auf der Wiese aus.

00:06:03: Langsam öffnet sie einen Brief nach den anderen und fliegt mit ihren Augen über die Zeilen.

00:06:10: Es sind Briefe von Menschen, die Astrid zum Großteil nie persönlich getroffen hat.

00:06:15: die aber trotzdem das Gefühl haben, sie zu kennen.

00:06:19: Die ihr alles Gute zum Geburtstag wünschen, ihr sagen, wie sehr sie ihre Bücher lieben oder ihr bunte Kinderzeichnung schicken.

00:06:28: Einige von ihnen fragen, ob Pferde wirklich Eis essen.

00:06:32: Andere wollen wissen, wie eine Geschichte weitergeht.

00:06:35: Oder wie man überhaupt so gute Bücher schreibt, wie Astrid Lindgren.

00:06:40: Eine Antwort auf diese Frage hat sie bereits einige Jahre zuvor gegeben.

00:06:45: als sie in einem Interview nach ihrem Erfolgsrezept als Atorin gefragt wurde.

00:06:49: Damals antwortete sie ganz lapidar, ach, ich weiß nicht, ob dazu irgendwelche Kniffe nötig sind, höchstens vielleicht, dass man sich gut an seine eigene Kindheit erinnern kann.

00:07:02: Ja vor allem hilft es wahrscheinlich, sich an seine eigene Kindheit zu erinnern, wenn man auch noch Bücher für Kinder schreibt.

00:07:09: Also da muss man wahrscheinlich schon manchmal aus seiner eigenen Erwachsenenperspektive rausschlüpfen und wieder die Welt so durch die Augen eines Kindes betrachten.

00:07:17: Und Astrid Lindgren, die erinnert sich wirklich sehr viel an ihre Kindheit.

00:07:23: Sie trägt ihre Kindheit so fest in ihrem Herzen, dass sie nur die Augen schließen braucht, um die Bilder jener glücklicher Tage herauf zu beschwören.

00:07:32: Dann wird Astrid das Kiechern ihrer Geschwister, riecht den Duft von frisch gebackenen Brot und sie sieht, ihr von den Apfelbäumen umgeben ist zu Hause, das genauso aussieht, wie man sich Häuser in Schweden ebenso vorstellt.

00:07:46: Astrid wächst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in der Provinz Smallland auf.

00:07:52: In einem Bauernhaus mit rot getündigter Fassade, durch dessen weiße Fenster man den tiefgrünen Wald sehen kann.

00:08:00: Später wird Astrid sagen, Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit.

00:08:07: Die Großen sollten uns daran erinnern.

00:08:12: Ja, damit hat sie natürlich total recht.

00:08:14: Also, ab und zu fällt das mir wieder auf, wenn ich so Dinge jetzt im Erwachsenenalter erlebe, die ich als Kind schon mal gemacht hab.

00:08:22: Und als Kind war das für mich das magischste, schönste, coolste, leichteste, was ich jemals erlebt habe.

00:08:29: Und im Erwachsenenalter ist man manchmal da so ein bisschen ... disillusioniert, schaut da drauf und hat auch so große Erwartungen, beispielsweise Harry Potter Bücher.

00:08:39: Als Kind, oh mein Gott, diese Welt, diese Bücher, das war für mich nach der Schule das Allertollste, nach Hause zu rennen, Buch zu lesen.

00:08:47: Ja.

00:08:48: Und bei einigen Dingen, die aber wirklich für Kinder geschrieben sind oder gemacht sind, hab ich das Gefühl, sollte man's vielleicht auch einfach lassen.

00:08:57: Man sollte es so belassen und die Erinnerungen nicht noch mal neu auffrischen.

00:09:02: Für einigen Sachen ist es, glaube ich, gut, so wie man das früher erlebt hat.

00:09:06: Genauso auch Urlaube.

00:09:07: Einige Orte sind so magisch und man hat die auch noch anders in Erinnerung.

00:09:10: Und ich will dann gar nicht das mit so neuen Erfahrungen überschreiben, diese Erinnerung.

00:09:15: Naja, oder man kann sich vielleicht auch einfach so wie Astrid sagt, daran... Erinnern, wie intensiv man das damals wahrgenommen hat und einfach versuchen, wieder so ein bisschen wie ein Kind an Sachen ranzugehen.

00:09:28: Also vielleicht auch wieder den Zauber von nach Hause rennen und auf dem Buch freuen zulassen und vielleicht auch wieder den Zauber zulassen, sich an den kleinen Dingen zu erfreuen.

00:09:39: Ja, wenn man das gut kann.

00:09:40: Also ich glaube, mir sind es dann jetzt eher andere Bücher oder eher andere Urlaube.

00:09:44: Aber... Ja, ist doch super schön, einfach, dass man weiß, wie das war, sich auf so was so krass zu freuen.

00:09:50: Na Leo, vielleicht kriegen wir dich ja in dieser Folge auch dazu, wieder ein bisschen zu deinem eigenen Kind zurückzufinden.

00:09:56: Auf jeden Fall erinnert sich Astrid so gerne an ihre Kindheit, weil ach, wie viel Spaß sie doch hatten.

00:10:08: Astrid und ihre Geschwister spielen dazu immer im Freien.

00:10:12: Sie klettern auf die höchsten Bäume, balancieren auf dem Dachfüß des Hauses und stürzen sich lachend in den nahen Fluss, bevor sie überhaupt schwimmen können.

00:10:21: Im Sommer flücken sie saftige Kirchen und im Winter bauen sie eine Armee von Schneemännern, die den Bauernhof bewachen.

00:10:29: Astrid schreibt später, wir spielten und spielten und spielten.

00:10:34: Das ist das reine Wunder, dass wir uns nicht totgespielt haben.

00:10:39: Wenn der Regen in dicken Bindfäden vom Himmel strömt, klettern die Kinder ausgelassen über sämtliche Möbel.

00:10:46: Sie denken sich neue Spiele aus oder sie huschen in das kleine Häuschen des Steilknechts.

00:10:52: Als Astrid vier Jahre alt ist, sitzt dort Edith, die Tochter des Steilknechts, mit einem Märchenbuch auf dem Schoß.

00:10:59: Wie gebannt lauscht Astrid ihrer zarten Stimme, als sie plötzlich merkt, dass sich die karge Küchenstube vor ihren Augen verwandelt.

00:11:08: Auf einmal flören Feen durch die Luft.

00:11:11: Sieben magische Katzen streifen um ihre Beine und der Luftzug, der durch die Ritzen pfeift, klingt wie das ferne Rauschen von Flügeln.

00:11:23: Astrid kann zwar selbst noch nicht lesen, aber ihre Liebe zu Geschichten ist geweckt.

00:11:29: Nach einem aufregenden Tag voller Abenteuer stimmen die Kinder mit dreckigen Klamotten und geröteten Wangen nach Hause.

00:11:36: Ihre Mutter schmunzelt nur.

00:11:39: Sie stört es nicht, wenn ihre Kinder etwas zu spät oder mit einem Loch in der Hose zum Essen kommen.

00:11:44: Auch Astrids Vaters liebevoll und ein unverbesserlicher Geschichtenerzähler.

00:11:50: Er hat dieses besondere Talent, mit ein paar Worten ganze Bilder zum Leben zu erwecken.

00:11:56: Wenn er seinen Kindern lachend von den ganzen Streichen erzählt, mit denen er seine Eltern zur Weißglut getrieben hat, sitzt Astrid mit gespitzenen Ohren daneben.

00:12:06: Sie merkt sich alles ganz genau.

00:12:08: und wird ihm Vater viele Jahre später ein Denkmal setzen.

00:12:13: Das erinnert mich natürlich ein bisschen auch an das Buch Michel Auslönneberger von Astrid Lindgren.

00:12:20: Kann es sein, dass ihre Inspiration da so ein bisschen ihr Vater war?

00:12:23: Ja, also sie hat auf jeden Fall, glaube ich, ein paar Streicher von ihm in ihre Bücher eingebaut.

00:12:31: Und das finde ich irgendwie ganz süß, dass sie sich daran so erinnert hat.

00:12:35: Also wenn ich mir irgendwas für meine späteren Kinder auch wünsche, dann eigentlich genau so eine Kindheit wie Astrid.

00:12:41: Sie hatte, also es klingt ganz,

00:12:43: ganz toll.

00:12:43: Ja, also die haben auf jeden Fall super viel erlebt.

00:12:45: Also es war auch nicht immer einfach, man muss sagen, ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung lebt auf dem Land und dort ist natürlich das Leben einfach langsamer als in den Städten, wo mittlerweile sogar erste Autos über die Straßen preschen und Frauen wie erster Blender über das Wahlrecht diskutieren, über die wir ja letzte Woche gesprochen haben.

00:13:05: Ich wollte gerade sagen, bisher ist es ja auch super ähnlich.

00:13:08: Esther und Astrid sind beide in Smallland aufgewachsen, beide irgendwie total in der Natur und sind rumgerannt und haben gespielt.

00:13:16: Ja und nicht nur gespielt, also sie mussten tatsächlich auch auf dem Hof mithelfen, weil Smallland liegt ungefähr so dreihundert Kilometer von Stockholm entfernt.

00:13:25: Und die Eltern bewirtschaften da ein Bauernhof und dort packen alle mit an.

00:13:29: Also vor der Schule ziehen die Kinder auch Seite an Seite mit Knechten, Märkten und Tagelöhnern rüben aus der Erde oder sie rupfen Brennnesseln für die Hühner.

00:13:40: Aber das macht Astrid Freude.

00:13:42: Als Astrid sieben Jahre alt ist, bricht dann der erste Weltkrieg aus.

00:13:47: Aber sie bekommt davon tatsächlich nur wenig mit.

00:13:49: Sie ist ja auch noch jung und im neutralen Schweden fallen keine Bomben.

00:13:53: Der Krieg, der bleibt fern.

00:13:55: Dafür passiert in ihrem eigenen Leben etwas, das alles überstrahlt.

00:14:00: Astrid kommt in die Schule und lernt lesen.

00:14:03: Als sie die geheimnisvollen schwarzen Zeichen endlich entziffern kann, öffnet sich eine neue Welt.

00:14:10: Stundenlang vergräbt Astrid ihre Nase in den Seiten von einem der Märchenbücher, die ihre Eltern zu Weihnachten unter den Baum legen.

00:14:18: Lesen ist für Astrid das grenzenloseste Abenteuer von allen.

00:14:24: Abgesehen davon kann Astrid ihre Schulzeit allerdings nicht besonders gut leiden.

00:14:28: Sie will rennen, sie will wild sein und nicht den ganzen Tag auf einer unbequemen Holzbank sitzen.

00:14:34: Später schreibt sie, die beste Zeit meines Lebens war, wenn ich spielen durfte.

00:14:39: Ich fand es nicht besonders lustig, größer zu werden.

00:14:43: Doch wie bei allen Kindern lässt sich auch bei Astrid das Älterwerden nicht aufhalten.

00:14:49: Meines Sommers merkt sie, dass die Spiele, die ihr bisher so viel Spaß gemacht haben, sich plötzlich albern anfühlen.

00:14:58: Also ein bisschen wie bei dir jetzt Leo.

00:15:01: Wie meinst

00:15:01: du?

00:15:02: Also du merkst ja auch, dass jetzt auf einmal die Bücher, die du als Kind toll fandest, nicht mehr das Gleiche sind und das... Du nicht mehr so aufgeregt nach Hause läuft.

00:15:11: Ja, für

00:15:11: andere Dinge.

00:15:12: Also, ich glaube, manche Sachen, da hat man mit kindlichen Augen ganz anders drauf geschaut.

00:15:18: Aber das ist ja auch schön, dass man sich so beibehält.

00:15:20: Ja, und Astrid, die realisiert auch in diesem Moment, irgendwas, das hat sich für sie verändert.

00:15:24: Aber sie kann gar nicht sagen, was es genau ist.

00:15:28: Sie begreift, dass sie erwachsen wird.

00:15:31: Und das gefällt Astrid gar nicht.

00:15:34: Es fühlt sich mühsam an und traurig.

00:15:37: Und auch bei ihren besten Freundinnen bemerkt Astrid immer mehr Veränderungen.

00:15:42: Sie sind auf einmal ständig verliebt und schwärm für irgendwelche Männer.

00:15:46: Gefühle, die Astrid nicht nachempfinden kann.

00:15:49: Sie findet sich selbst so hässlich, dass sie davon überzeugt ist, niemals ein Verehrer zu

00:15:54: haben.

00:15:54: Oh Gott, aber das ist ja ganz traurig, dass sie deswegen das dann für sich komplett ausschließt.

00:15:59: Ich muss aber sagen, also diesen Teil des Erwachsenwerdens kenn ich auch.

00:16:03: Weil ich würde auch sagen, dass ich noch länger gespielt habe und gelesen habe.

00:16:06: Und so für mich war als meine Freundinin.

00:16:08: Und ich hatte, glaube ich, auch mehr Heimweh, auch als alle schon die ersten wilden Urlaube machen wollten.

00:16:13: Und ich weiß auch noch, wo es bei allen darum ging.

00:16:16: Der und der hat mir geschrieben.

00:16:18: Und ich glaube, in dem bin ich ein bisschen verliebt und so.

00:16:21: Und wo ich auch noch so dachte, können wir bitte einfach mit meinem Kuscheltier Miepsch weiterspielen?

00:16:27: Ich will noch nicht.

00:16:28: Also das kenne ich sehr, dass man irgendwie ... Ja, so struggled mit diesem Umbruch.

00:16:35: Ja, ich

00:16:36: bin, glaube ich, viel zu schnell erwachsen geworden.

00:16:38: Also, ich wollte irgendwie schon mit acht Jahren dreißig sein.

00:16:42: Ich weiß auch nicht, warum.

00:16:44: Und heute denke ich mir so, ich wünschte, ich hätte das ein bisschen länger gehabt.

00:17:00: Wo da liest ihr aber ganz schön harte Kost auch, also das im Jugendalter zu lesen.

00:17:04: Also das waren so meine schwierigsten Philosophiekurse.

00:17:09: Also das finde ich schon beeindruckend, dass sie das als so junge Frau dann schon sich reinzieht.

00:17:14: Besonders der Skandal-Roman, Lager Son, hat es ihr angetan.

00:17:18: Darin geht es um eine Frau, die mit den bürgerlichen Konventionen bricht, sich die Haare kurz schneidet, Jackett und Schlips trägt und genauso will Tanz, trinkt und raucht, wie es sonst nur Männer tun.

00:17:30: Und Astrid, die startet jetzt selbst so etwas wie eine kleine Jugendrevolte.

00:17:35: Sie hat keine Lust mehr, die Abende vor dem heimischen Herd zu verbringen.

00:17:39: Stattdessen geht sie mit ihren Freunden tanzen.

00:17:42: Sie entdeckt Jazzmusik für sich, sieht Filme mit Greta Gabo und beginnt, männliche Kleidung zu tragen.

00:17:49: Wenn sie durch die Straßen schlendert, hält Astrid auf.

00:17:53: Manchmal kommen Leute zu ihr und fragen sie Schüchtern, ob sie nicht ihren Hut abnehmen kann.

00:18:00: Astrid hat nämlich noch etwas ziemlich Ungewöhnliches getan.

00:18:04: Sie hat sich als allererste Frau im ganzen Dorf die Haare kurz geschnitten.

00:18:08: Oh, die Leute wollen sich das anschauen, weil sie es gar nicht fassen können.

00:18:11: Die

00:18:11: kennen das nicht von Frauen, dass die kurze Haare haben.

00:18:14: Aber Astrid, die macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt.

00:18:18: Schließlich sagt sie selbst, Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.

00:18:26: Der Eltern finden das aber gar nicht so toll.

00:18:28: Als sie mit ihrer neuen Frisur nach Hause kommt, schauen sie alle nur schweigend an und verlieren kein Wort darüber.

00:18:35: Bei Astrid so viel liest, entwickelt sie auch selbst ein ziemlich gutes Gespür für Sprache.

00:18:41: Es ist egal, ob sie von einer Wanderung mit Freundinnen berichtet, vom Heiligen Abend mit ihrer Familie erzählt oder ein Versuch aus dem Physikunterricht beschreibt.

00:18:50: Sie schafft es jeden Text lebendig und für ihre Leser interessant zu gestalten.

00:18:56: Schon als Dreizehnjährige schreibt sie einen so eindrucksvollen Aufsatz über ihre Kindheit auf dem Bauernhof, dass ihr damaliger Lehrer nicht anders kann, als den Text an den Chefredakteur der örtlichen Zeitung weiterzuleiten.

00:19:08: Und der lässt den Artikel drucken.

00:19:13: Drei Jahre später bekommt sie dann eine Stelle als Volontärin in einer Lokalzeitung angeboten.

00:19:18: Jeden Morgen radelt sie nun die kurze Strecke vom Bauernhof zur Redaktion, wo sie anfangs noch als Mädchen für alles eingespannt wird, aber bald auch selbst anfängt zu schreiben, als eine der ersten Journalistinnen Schwedens.

00:19:32: In dieser Zeit verschlingt sie übrigens auch das Buch, als Markt unter Märkten von Esther Blender und liebt es.

00:19:39: Krass, dass es so viel Parallelen gibt, also dass beide auch im Journalismus so früh schon gearbeitet haben und dass sie jetzt auch noch Esthers Buch liest.

00:19:48: Das hätte ich nicht erwartet.

00:19:50: Ja, und sie findet es ganz, ganz toll, weil sie berichtet dann auch in der Zeitung darüber, dass die Geschichte bald als Theaterstück aufgeführt werden soll.

00:19:58: Ach, krass.

00:19:59: Alles scheint gut, bis Astrid's Voluntariat im August nineteenhundertsechsenzwanzig von einem auf den anderen Tag endet.

00:20:08: Aber

00:20:08: sie ist doch total gut, also... Warum wird das beendet?

00:20:12: Ja, in dem Empfehlungsschreiben begründet Astrid Chefs das damit, dass sie ein neues Betätigungsfeld sucht, aber das stimmt nicht.

00:20:21: Astrid ist mittlerweile achtzehn Jahre alt und in ihrem Leben ist etwas passiert, mit dem sie nicht gerechnet hat und dass ihre Welt für immer verändern wird.

00:20:30: Noch weiß niemand darüber Bescheid.

00:20:33: Doch als sie an ihrem letzten Tag die Redaktion verlässt, Zeichnet sich bereits ein kleines Beuchlein unter ihrem Sommerkleid ab.

00:20:41: Astrid ist schwanger.

00:20:42: Oh.

00:20:43: Von ihrem dreißig Jahre älteren Vorgesetzten Reinhold Blumenberg.

00:20:48: Au.

00:20:49: Okay, also ich habe jetzt noch nicht so viel Information dazu, aber in mir tut sich schon so ein komisches Gefühl auf.

00:20:56: Gerade durch den Alters- und Machtunterschied, also das Vorgesetzter mit einem gewissen Einfluss, eine achtzendjährige Dated oder auch noch Ja, sie von ihm schwanger wird.

00:21:09: Das klingt für mich nach nicht ganz so einer gesunden Dynamik.

00:21:12: Aber wie sehr beruht das Ganze denn auf beidseitigen Gefühlen?

00:21:17: Ja, also er hat Astrid monatelang umworben und ihren schnulzigen Briefen, sein überwältigendes Interesse an ihrer Seele und ihrem Körper gestanden.

00:21:28: Astrid hat sich davon schon geschmeichelt gefühlt.

00:21:31: Auch wenn sie nicht in Reinholt verliebt ist, gibt's dann aber seinen Verben nach.

00:21:36: Also, man muss natürlich aber hier sagen

00:21:37: ... Das geht gar nicht.

00:21:38: ...

00:21:39: ein Riesenmachtgefälle da.

00:21:41: Und sie war ja auch noch nicht erwachsen.

00:21:43: Boah, also wirklich, je mehr ich höre, das so unangenehmer und ehrlicherweise auch unakzeptabler finde ich es, dass es so ein Riesenmachtgefalle, so ein altes Unterschied ... Ich find, das geht gar nicht, dass er sich so umwirbt.

00:21:55: Oh, also jetzt in Redaktionen wäre das echt ein Riesen-Skandal.

00:21:59: Ich weiß nicht, wie das damals war.

00:22:01: Aber es sollte echt anders laufen.

00:22:04: Ja, und es gibt tatsächlich noch mehr Probleme, weil offizielles Reinhold nämlich auch nicht singt.

00:22:09: Der Verleger schleppt sich seit Jahren durch ein erbittertes Scheidungsverfahren und ist auf dem Papier aber noch verheiratet.

00:22:16: Und tatsächlich ist der Skandal hier nicht, dass ein älterer Mann ein junges Mädchen verführt, was wir eher schwierig finden, sondern das unehrliche Kind ist der Riesenskandal.

00:22:28: Und tatsächlich, wenn das rauskommt, dass Reinhold was mit Astrid hatte, könnte er sogar wegen Ehebruchs angeklagt werden.

00:22:37: Das war nämlich damals noch ein Thema.

00:22:40: Und Reinhold verspricht ihr zwei Räumütig Astrid zu heiraten, sobald die Scheidung durch ist.

00:22:46: Bis dahin weigert er sich aber, sich zu dem Kind zu bekennen.

00:22:49: Für Astrid ist das ein echter Schlag ins Gesicht.

00:22:53: Also tritt sie die Flucht nach vorne an.

00:22:56: Sie verabschiedet sich vom Ort ihrer Kindheit und zieht mit neunzehn Jahren ganz alleine in die Großstadt.

00:23:03: Oh krass,

00:23:04: und jetzt auch noch als Alleinerziehende junge Mutter.

00:23:06: Ja, also noch ist das Kind nicht geboren.

00:23:09: Aber Astrid zieht jetzt nach Stockholm und fängt erst mal Schwanger einer Ausbildung an einer Sekretärin in Schule an.

00:23:17: Und in Kopenhagen bringt sie dann ihren Sohn zur Welt.

00:23:21: Dort befindet sich nämlich das einzige Krankenhaus in ganz Garninavien, in dem ledige Mütter ihre Kinder anonym und ohne Angabe zum Vater entbinden können.

00:23:31: Astrid nennt den kleinen Sohn Lasse.

00:23:34: Ein paar Wochen darf Astrid noch bei ihm bleiben, ihn im Arm halten, sein Geruch in sich aufsaugen, ihn auf die Stören küssen.

00:23:43: Dann heißt es Abschied nehmen.

00:23:46: Astrid gibt nämlich ihren kleinen Lasse zu einer dänischen Pflegemutter.

00:23:50: Sie weiß, dass das das Beste für ihren Sohn ist.

00:23:54: Damals gibt es noch keine Kindergärten und Astrid muss den ganzen Tag arbeiten, um gerade genug Geld für ihr kleines Zimmer zu verdienen.

00:24:03: Im Kopenhagen hat Lasse einen Garten zum Spielen und eine liebe Frau, die sich den ganzen Tag um ihn kümmert.

00:24:10: Der Abschied fällt Astrid trotzdem unglaublich schwer.

00:24:14: Immer wieder stellt sie sich vor, wie einsam ihr Sohn ohne sie sein muss.

00:24:19: Oh mein Gott, ich stelle es mir, ehrlich gesagt, auch so schrecklich vor.

00:24:24: Also, Astrid ist selber gerade irgendwie seit ein paar Monaten kein Kind mehr und eine junge Frau, eine junge Erwachsene.

00:24:33: Und jetzt muss sie sich selber von dem eigenen Kind verabschieden.

00:24:38: Also, es wusste ich, ehrlich gesagt, auch gar nicht über Astrid lindgren und finde es gerade richtig heftig.

00:24:43: Ja, und sie hat diese Gefühle auch in viele ihrer Bücher einfließen lassen.

00:24:46: Das finde ich ganz spannend, wenn man jetzt darauf achtet.

00:24:49: Also fast alle Figuren von Astrid Lindgren kennen das Gefühl von Einsamkeit.

00:24:54: Oh mein Gott, und jetzt macht auch Pippi Langstrumpf plötzlich viel mehr Sinn für mich, weil sie wohnt ja ohne Eltern in diesem Haus und ihr Papa ist weit weg und ihre Mama ist tot.

00:25:05: Oh mein Gott, vielleicht hat sie da halt auch das Schicksal ihres eigenen Kindes verarbeitet.

00:25:10: Ja, dann gibt es noch ein anderes Buch, das heißt Mio Mein Mio und da erzählt Astrid auch die Geschichte eines weißen Jungs, der sich nach seiner echten Familie sehnt.

00:25:18: Also Astrid hat immer die Gefühle genommen aus ihrem Leben, aus ihrem Umfeld und hat die einfach in Büchern verarbeitet.

00:25:26: Denn auch Astrid fühlt sich in dieser Zeit unglaublich einsam.

00:25:31: Ihr Leben kommt ihr trostlos vor.

00:25:34: Sie hat ihre sekretärinnen Ausbildung abgeschlossen und versucht sich mit ihrem Bürojob über Wasser zu halten.

00:25:40: Am Ende jeden Monats ist das Geld trotzdem so knapp, dass Astrid auf Essenspakete aus der Heimat angewiesen ist.

00:25:48: Sie sehnt sich nach leichteren Zeiten, nach ihrer Familie, nach Smallland.

00:25:53: In einem Brief an eine Freundin schreibt sie, fühlte sich alles so einfach an.

00:26:06: Ihr größtes Glück sind die regelmäßigen Briefe von Lasses Pflegemutter.

00:26:10: Astrid's Augen fliegen über die Zeilen.

00:26:13: Wie schnell ihr kleiner Lasse doch groß wird, er hat Humor und plappert glücklich vor sich hin.

00:26:19: Astrid kann es kaum erwarten, ihn wieder in die Arme zu schließen.

00:26:23: Jede Krone, die sie entbeeren kann, legt sie zurück, um möglichst bald ein Zugticket nach Kopenhagen zu lösen.

00:26:30: Ihr Sohn steht für sie über allen.

00:26:33: Einmal verliert Astrid sogar ihren Job, als sie unerlaubterweise einen Tag blau macht, um früher nach Kopenhagen zu reisen.

00:26:39: Am Bahnhof läuft sie dann aber ausgerechnet einem ihrer Vorgesetzten in die Arme und wird gekündigt.

00:26:45: Das ist aber wahrscheinlich einer dieser Momente, die sich im Rückblick wie Schicksal anfühlen.

00:26:51: Durch eine Empfehlung findet Astrid nämlich eine neue Stelle, wo sie auch ziemlich gut ankommt.

00:26:57: Und mich nur bei ihren Kolleginnen, sondern auch bei ihrem neuen Jahre älteren Chef.

00:27:02: Sture.

00:27:03: Oh, mein Schuh wieder

00:27:04: auf.

00:27:04: Okay, aber ich würde sagen, das hier ist jetzt eher eine Beziehung auf Augenhöhe.

00:27:09: Also erst zwei, neun Jahre älter, aber Astrid ist jetzt auch erwachsen.

00:27:12: Also das ist, glaub ich, schon in Ordnung.

00:27:14: Außer, dass Machtgefälle das halt wieder da ist.

00:27:16: Ja.

00:27:16: Also altersmäßig würde ich auch sagen, jetzt ist sie irgendwie wirklich erwachsen, nicht mehr minterich-ehrig, als sie sich kennenlernen.

00:27:24: Aber es gibt halt immer noch dieses Machtgefälle, genau.

00:27:28: Man muss leider auch sagen, in der Zeit gab es ja auch wenig Jobs, wo Frauen und Männer gleichgestellt waren.

00:27:33: Das heißt, wenn man Arbeitskollegen kennengelernt hat, und wir wissen ja auch selber, darüber entstehen richtig viele Beziehungen durch den Freundeskreis, durch den Kollegenkreis, dann hattest du in der Zeit halt einfach ein Machtgefälle.

00:27:46: Ist halt einfach so auch, also so traurig es ist.

00:27:49: Aber gut, das klingt jetzt zumindest schon mal ein bisschen gesünder.

00:27:52: Und wie geht es denn weiter mit denen?

00:27:54: Ja, wir können ihn ja uns vielleicht mal kurz angucken.

00:27:56: Ich hab dir auch ein Bild mitgebracht, das wir euch auf Two Love Podcast im Instagram-Account hochladen.

00:28:01: Magst du ihn mal ein bisschen beschreiben?

00:28:03: Also, er sieht aus wie so ein typischer Verleger.

00:28:05: Ich weiß ja gar nicht genau, wo Astrid jetzt anfängt.

00:28:08: Aber ich seh hier so ein Foto von ihm, wo er einen Stift hält und irgendwie gerade was aufschreiben will.

00:28:15: Er sieht auf jeden Fall aus wie so ein klassischer Verleger.

00:28:18: Und ja, hat so volles Haar, was er in einem Seitenscheidel kämmt.

00:28:22: Er trägt da auch auf beiden Fotoselegante anzüge und hat so Krübchen.

00:28:27: Also, ich finde, der könnte

00:28:30: auch

00:28:31: so ein erfolgreicher Schauspieler sein oder Politiker oder so.

00:28:35: Irgendwie hat der schon so was sehr edles.

00:28:38: Allzu lange dauert es nicht, bis die beiden sich auch außerhalb der Arbeitszeiten treffen.

00:28:43: Sture kocht verastret, er summt Lieder in der Küche und er bringt Ordnung in die Innenalltag.

00:28:49: Nach all den traurigen, einsamen Jahren fühlt Astrid sich zum ersten Mal wieder geborgen.

00:28:55: In einem Brief an ihnen schreibt sie, Reise am Dienstagmorgen mit dem früheren Zug nach Stockholm.

00:29:02: Komm und hol mich ab.

00:29:03: Ich sehne mich so, zu dir nach Hause zu kommen und in deinen Armen geschaukelt zu werden.

00:29:08: Und Sture ist auch für Astrid da, als sie eine Entscheidung trifft, die alles verändert.

00:29:15: Sie holt Lasse zu sich.

00:29:17: Oh, okay, warum holt sie denn jetzt Lasse weg?

00:29:20: Ja, der Hauptgrund ist tatsächlich, dass Lasses' Pflegemutter Herzprobleme hat und sich nicht mehr um den Jungen kümmern kann.

00:29:27: Astrid will jetzt nicht, dass ihr Sohn mit drei Jahren in eine andere Pflegefamilie kommt und dann halt wieder eine Veränderung hat, also beschließt sie, ihn zu sich nach Stockholm zu holen.

00:29:38: Eigentlich voll schön, dass die jetzt zusammenfinden, also Mama und Sohn, auch wenn Lasse sich wahrscheinlich auch ... sehr an seine Pflegermutter gewöhnt hat.

00:29:47: Und das für ihn wahrscheinlich auch nicht leicht ist, damit drei Jahren diese krasse Umstellung zu haben.

00:29:52: Aber ich hoffe, dass die jetzt einfach das gut aufarbeiten.

00:29:56: Ja,

00:29:56: das ist alles erst mal überhaupt nicht leicht.

00:29:59: Also Lasse hat ja auf diesen Hof in Kopenhagen gewohnt.

00:30:02: Jetzt sind sie in der Großstadt, in der kleinen Wohnung.

00:30:05: Und Astrid ist auch total überfordert mit der Aufgabe, sich um ihren Sohn zu kümmern, weil Lasse auch mittlerweile einen sehr schweren Keuch husten hat.

00:30:13: Umso glücklicher ist Astrid, als ihre Mutter vorschlägt, Lasse bei sich in Smallland aufzunehmen.

00:30:20: Nach den stressigen Jahren in der Großstadt wird auch Astrid auf dem alten Hof wieder zum Kind.

00:30:26: Sie und Lasse unternehmen stundenlange Streifzüge durch den Wald.

00:30:31: Astrid zeigt ihm klein, wie man auf Bäume klettert.

00:30:35: Oder sie legen sich nebeneinander ins Gras, um Wolkenbilder zu beobachten.

00:30:40: Das er gewöhnt sich schnell an das Leben auf dem Land.

00:30:43: Er tobte über die Wiesen, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

00:30:48: Ich find das auch so süß.

00:30:49: Es gibt ein Zitat von Astrid Lindgren.

00:30:52: Und das hab ich mich verliebt.

00:30:53: Und das werde ich auf jeden Fall nächstes Jahr auch mehr machen.

00:30:57: Sie hat nämlich mal gesagt, es gibt kein Verbot, für alte Weiber auf Bäume zu klettern.

00:31:02: Oh mein Gott.

00:31:04: Also, okay, du bist erst mal noch kein altes Weib.

00:31:08: Aber ich verhalte mich wie eins.

00:31:10: Ja, das stimmt manchmal.

00:31:12: Deswegen unterstütze ich es sehr, dass du mehr auf Bäume kletterst.

00:31:16: Und auf Sture kommt Astrid in Smallland Besuchung.

00:31:19: Also, ich weiß, du hast es schon häufiger vom Smallland erzählt.

00:31:22: Aber mir geht es genauso wie dir in meiner Pipi-Langstrum-Folge.

00:31:26: Man denkt einfach trotzdem leider, dass er ... zu ihr Kerr fährt und sie da abholt aus dem Smallland.

00:31:34: So, jetzt Astrid ist Zeit nach

00:31:35: Hause zu gehen.

00:31:37: Nee, nicht ganz.

00:31:39: Er kommt zu ihr nach Hause, dort wo ihre Eltern leben und sie und Lasse jetzt ja auch.

00:31:44: Und zusammen schlendern sie jetzt durch die vertrauten Gassen, beobachten lachend, wie Lasse Purzbäume schlägt und sie feiern ihre Hochzeit.

00:31:52: Es ist kein rauschenes Fest und es gibt auch keine offiziellen Hochzeitsfotos.

00:31:57: Doch die Figur des glücklichen Brautpass von der Hochzeitstorte wird Astrid ihr Leben lang in einer Schreibtischschublade aufbewahren.

00:32:05: Und Astrid nimmt auch den Nachnamen von Sture an und damit wird sie offiziell zu Astrid Lindgren.

00:32:12: Ah,

00:32:13: okay.

00:32:15: Das wusste ich nämlich auch nicht.

00:32:16: Sie ist nicht als Astrid Lindgren geboren.

00:32:19: Okay, also hat sich doch irgendwie alles dann zum Guten gewendet.

00:32:22: Das klingt ja jetzt sehr, sehr schön.

00:32:25: Ja und nach der Hochzeit ziehen Sture, Astrid und Lasse jetzt in eine hübsche Wohnung mitten in Stockholm und Astrid kündigt ihren Job, um sich um ihren Sohn zu kümmern.

00:32:35: Um die Haushaltskasse aufzufüllen, schreibt sie ab und zu kleine Geschichten, die sie an eine Wochenzeitung verkauft und springt auch manchmal als Sekretärin ein.

00:32:44: Ansonsten geht sie voll und ganz in ihrer Mutterrolle auf.

00:32:48: Erst recht, als drei Jahre später ihre Tochter zur Welt kommt.

00:32:52: Karin.

00:32:54: Astrid ist verzaubert von ihrem neuen Leben.

00:32:57: Belasse hat sie so viel verpasst, die ersten Schritte, die kleinen Eigenheiten und das Langsame werden.

00:33:05: Bei Karin schaut sie umso genauer hin.

00:33:09: Sie beobachtet, staunt und notiert.

00:33:12: Sie will keinen einzigen Moment verpassen und schreibt in ihren Briefen jede Entwicklung bis ins kleinste Detail.

00:33:20: Während Sture im Büro brütet, ist Astrid mit den Kindern draußen unterwegs.

00:33:25: Jeder Spaziergang wird zum Abenteuer.

00:33:27: Jede Böschung zur Kletterpartie.

00:33:30: Jedes Stück Wald zur Wildnis.

00:33:32: Sie ist nicht wie die anderen Mütter der Zeit.

00:33:35: Astrid spielt mit ihren Kindern, anstatt sie still von der Parkbank zu beobachten.

00:33:40: Sie sagt nämlich selbst, alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.

00:33:47: Einmal zerfetzt sie einen ihrer liebsten Röcke, als sie mit Lasse auf ein Stück Karton ein Berg hinunterrutschen will.

00:33:54: Abends kuschelt sie sich zu ihren Kindern ins Bett und liest aus Märchenbüchern vor.

00:34:00: Oder sie erfindet selbst so lange Geschichten von Trollen und anderen Fantasiegestalten bis Lasse und Karin die Augen zufallen.

00:34:09: Ihr Motto bei der Erziehung ist, schenke deinen Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe und der gesunde Menschenverstand kommt von selbst.

00:34:18: Das finde ich aber auch eine süße Einstellung.

00:34:22: Also, man muss ja auch sagen, wir haben beide noch keine Kinder.

00:34:24: Das heißt, wir haben uns auch jetzt noch nicht wahnsinnig viel mit pädagogischen Einstellungen beschäftigt und so.

00:34:29: Ich bekomme das aber von meiner Familie mit und von Freunden, dass es auch da natürlich super viele verschiedene Anweisungen gibt, wie man sich verhalten soll, wie streng man ist oder wie viel Führung man gibt.

00:34:42: Und ich finde irgendwie das ist eine schöne Einstellung.

00:34:46: Also... Dass man sich nicht verrückt machen soll durch zu viel, was es da irgendwie gibt, sondern das Wichtigste ist einfach erst mal zu lieben.

00:34:53: Ja, und das hat mich richtig doll an meine Oma erinnert, weil meine Oma war, glaube ich, der liebevollste Mensch, den ich je gekannt habe.

00:35:01: Ich bin zu der nach Hause gekommen, wir wurden geknuddelt, wir haben so viele Abenteuer gemacht.

00:35:05: Neulich hat meine Tante noch mal erzählt, dass sie einfach immer mit uns aufs Dach gestiegen ist.

00:35:11: weil sie mit uns Sachen beobachten wollte.

00:35:13: Und dann hat sie die ganze Familie danach gesagt, du kannst doch nicht die ganzen Kinder mit aufs Dach nehmen.

00:35:18: Und für uns waren es halt die größten Abenteuer.

00:35:20: Und ich hab das Gefühl, ich hab in der Zeit so viel gelernt, weil meine Oma mich einfach nur geliebt hat und mich entdecken lassen hat.

00:35:27: Wir sind einfach nur rumgelaufen und haben entdeckt.

00:35:29: Und da entsteht ja auch so Kreativität.

00:35:33: Weil ich hab so viel geträumt und so viele Geschichten gesponnen, weil Oma einfach immer so war, ja.

00:35:39: Hier ist bestimmt ein Troll versteckt.

00:35:42: Aber um kurz einmal unsere Werte zu verteidigen, weil mir geht es natürlich in meiner Podcastoma genauso.

00:35:48: Da war es auch immer das absolute Paradies und man ist angekommen, man musste nur so den Finger heben und so in Richtung des Süßigkeiten Schrank bewegen und Schwups, wo schon die Tür aufgemacht und es wurden einem alles präsentiert, worauf man Lust hat.

00:36:00: um kurz unsere Eltern zu verteidigen.

00:36:02: Natürlich können Oma und Opa's da auch ein bisschen die geilen Sachen machen.

00:36:06: Und wenn's da wieder um das andere geht, dann müssen die Eltern ran.

00:36:09: Also ich werde auch so werden, wenn ich Oma bin, mit mir wird nur geiler Shit gemacht, weil das Ganze, den ganzen Rest, den übernimmt ihr eh die Eltern.

00:36:17: Obwohl ich muss sagen, meine Mama ist definitiv mit mir auch auf Bäume geklettert.

00:36:21: Das war schon ein Abenteuer.

00:36:23: Aber ... Manchmal kommt ja auch das Leben dazwischen und man hat gar keinen Einfluss auf das, was passiert.

00:36:30: und so ist es auch bei Astrid.

00:36:32: Wir befinden uns nämlich im Jahr neunzehnhundertneununddreißig.

00:36:35: Ja, also in nur ein paar Wochen wird der Zweite Weltkrieg ausbrechen und Deutschland wird Polen angreifen.

00:36:42: und ich weiß jetzt nicht genau, inwiefern das Astrid betrifft, weil Schweden ja nicht ganz so involviert war wie andere Länder, aber vielleicht merkt sie es irgendwie indirekt oder so.

00:36:54: Ja, sie spürt schon in den warmen Sommermonaten, dass etwas in der Luft liegt.

00:36:59: Sie blickt jetzt besorgt auf Nazi-Deutschland und die Expansionspläne von Adolf Hitler.

00:37:04: Trotzdem glaubt sie nicht daran, dass es wirklich zum Krieg kommt, bis es schließlich passiert.

00:37:10: Am ersten September, neunzehntneuenbreißig greift Deutschland Polen an.

00:37:15: Astrid verabscheut Hitler, seinen totbringenden Nationalsozialismus Und die Gewalt, die Europa wie eine gigantische Welle unter sich begrebt.

00:37:25: In ihrem Tagebuch notiert sie Sätze wie, die Menschheit hat komplett den Verstand verloren oder, schade, dass niemand Hitler erschießt.

00:37:35: Ja, ehrlich gesagt, absolut verständlich, dass sie da so denkt, weil ich glaube, anders hätte man es wahrscheinlich auch gar nicht aufhalten können.

00:37:41: Ich wusste allerdings aber nicht, dass Astrid auch so politisch sich geäußert hat.

00:37:45: Weil bisher haben wir ja eigentlich immer nur gesehen, dass sie sich auf Ja, das schöne Leben fokussiert auf die Kindheit, auf

00:37:54: irgendwie

00:37:54: Kindergeschichten auch.

00:37:56: Andererseits natürlich kann man auch es fast gar nicht vermeiden, wenn ein Weltkrieg dabei ist, auszubrechen.

00:38:03: Ja, und Leo, jetzt will ich dir noch was erzählen, was du glaube ich auch nicht über Astrid Lindgren weißt.

00:38:08: Weil Astrid, die hat einen sehr scharfen Blick auf die Welt und zwar nicht nur durch die vielen Zeitungen, die sie täglich liest.

00:38:16: Sie erfährt jetzt mehr vom Schrecken des Krieges als die meisten Menschen in Schweden.

00:38:21: Etwa ein Jahr nach Kriegsbeginn beginnt sie nämlich eine neue Arbeit.

00:38:25: Eine Arbeit, über die sie mit niemanden sprechen darf.

00:38:29: Und zwar beim schwedischen Nachrichtendienst.

00:38:33: Okay,

00:38:33: was?

00:38:34: Also sie arbeitet beim schwedischen Geheimdienst?

00:38:38: Das wusste ich nicht.

00:38:40: Was?

00:38:40: Ja.

00:38:41: Was macht sie da denn jetzt?

00:38:42: Astrid wird in der Abteilung für die Postsensur als Kontrolleurin angestellt.

00:38:48: Tag für Tag ließ sie jetzt Briefe aus besetzten Ländern oder aus Gegenden, in denen gekämpft wird.

00:38:54: Relevante militärische Informationen werden geschwärzt, ganze Briefe zurückgehalten.

00:39:00: Meine Drecksarbeit nennt Astrid ihre geheime Arbeit.

00:39:04: Denn mit jedem gelesenen Brief erfährt sie, wie es den jüdischen Menschen in Deutschland geht und wie viel Angst sie haben.

00:39:11: Der Krieg liegt plötzlich nicht mehr irgendwo draußen, sondern direkt in Ihren Händen.

00:39:17: Das ist tatsächlich auch, worüber der neue Kinofilm über Astrid Lindgren hauptsächlich geht.

00:39:23: Wir konzentrieren uns hier ja eher auf die Liebe zu Kindheit.

00:39:27: Den Film kann ich euch sehr empfehlen, wenn ihr genau so wie ich das auch super spannend findet, dass sie beim Nachrichtendienst gearbeitet habt.

00:39:35: Das finde ich gerade mindblowing, weil ich habe wirklich geglaubt, dass sie ... sich immer nur mit Büchern beschäftigt hat, aber dass sie so ein Plot twist in dem Leben noch hat und einfach beim Geheimdienst war, ist wild.

00:39:47: Also Astrid hat sich viel politisch auch eingesetzt, auch später.

00:39:51: Und durch ihre Arbeit jetzt wird Astrid aber täglich daran erinnert, wie privilegiert die Menschen in Schweden sind.

00:39:58: Während so viele Menschen in Europa leiden, muss ihre Familie nur mit wenigen Einschränkungen leben.

00:40:04: Bei den Lindkrins gibt es auch während des Krieges Hummer oder Leberpastete.

00:40:09: An Weihnachten kaufen sie ihren Kindern Geschenke und als Sture befördert wird, kann die Familie sogar in eine größere Wohnung ziehen.

00:40:17: Von ihrem Fenster in der Dolar-Guttern, forty-six, kann Astrid auf einen großen Park mit hohen Bäumen schauen.

00:40:26: Doch auch hier ist es nicht immer einfach.

00:40:28: Astrids Tochter Karin ist immer öfter krank.

00:40:32: Im März, ist es besonders schlimm.

00:40:36: Eine Lungenentzündung hat den Körper der siebenjährigen fest im Geriff.

00:40:41: Tag für Tag wacht Astrid an ihrem Bett.

00:40:44: Sie lauscht dem Arten ihrer Tochter und legt immer wieder kühle Lappen auf ihre heiße Stirn.

00:40:50: Mit schwacher Stimme bettelt Karin.

00:40:54: Erzähl mir eine Geschichte, Astrid Seufst.

00:40:58: Sie hat in den letzten Stunden sich den Mund fuzzelig geredet.

00:41:02: Jede Geschichte, die sie kennt, hat sie ihrer Tochter bereits erzählt.

00:41:06: Mühde fragt sie ihre Tochter.

00:41:08: Aber was willst du denn noch alles hören?

00:41:12: Karin schweigt einen Moment.

00:41:14: Dann sagt sie mit leiser Stimme.

00:41:17: Erzähl mir von Pipi Langstrumpf.

00:41:20: Astrid Lindgren legt ihre Tochter verdutzt an.

00:41:24: Pipi wehr?

00:41:26: Karin liebt es, sich lustige Namen auszudenken.

00:41:30: Aber dieser ist nun besonders schräg.

00:41:33: Doch Astrid fragt nicht weiter nach.

00:41:35: Sie denkt sich, für einen so merkwürdigen Namen braucht es ein merkwürdiges Kind.

00:41:42: Sie überlegt einen Moment.

00:41:44: Dann fängt sie an zu erzählen.

00:41:46: Von einem Mädchen mit Karotten, roten Zöpfen und Sommersprossen, das alleine in der Villa Kunterbund lebt.

00:41:54: Gesellschaft leisten ihr das Äffchen Herr Nielson und der kleine Unkel.

00:41:59: Entfernt, dass Pipi einfach auf die Varander trägt, wenn sie das Haus putzt.

00:42:04: Denn Pipi ist das stärkste Mädchen der Welt.

00:42:07: Und sie tut, was ihr gefällt.

00:42:09: Karin schließt Pipi sofort in ihr Herz und will immer neue Geschichten von ihr hören.

00:42:15: Auch, als sie längst wieder gesund ist.

00:42:18: Damit Karin die Geschichten immer wieder lesen kann, bestießt Astrid ein paar Jahre später die Abenteuer von Pipi aufzuschreiben und ihrer Tochter zum Geburtstag zu schenken.

00:42:28: Als Astrid mit gezückten Stift sich auf ihr Sofa kuschelt, fließen die Worte wie ein wohliger, warmer Strom.

00:42:36: Und Astrid spürt, dass sie nicht nur ihre Tochter beschenkt, sondern auch das Kind in sich selbst.

00:42:42: Mit jeder Zeile taucht sie tiefer an ihrer eigene Kindheit ein.

00:42:47: Sie erinnert sich an die Spiele, die sie sich mit ihren Geschwistern ausgedacht hat, an die Streiche, die sie ihren Lehrern gespielt hat und an die alte Ulme im Garten, in der sie sich so gerne versteckt hat.

00:43:01: Aus ihr formt Astrid den Limonadenbaum, jener Baum, an dem Flaschen voller leckerer Limonaden wachsen.

00:43:10: Eine Kopie des Manuskrips schickt Astrid auf gut Glück an einen angesehenen schwedischen Verlag.

00:43:17: Doch der Chef lehnt dankend ab.

00:43:20: Er befürchtet tatsächlich, dass Kinder auf dumme Ideen kommen, wenn sie sich Pipi zum Vorbild nehmen.

00:43:26: Ich liebe ehrlicherweise immer diese Momente, wenn

00:43:30: gute Bücher

00:43:32: und gute Ideen abgelehnt werden.

00:43:34: Und man sich so denkt, aus der heutigen Perspektive, oh mein Gott, ihr Trottel, ihr habt nicht reingeglaubt.

00:43:39: Wie dumm wart ihr?

00:43:41: Genau wie der Harry Potter.

00:43:42: Diese Momente, wo Leute ein Imperium erschaffen haben und hätte die richtige Person sich darauf eingelassen, hätte der Verlag.

00:43:51: Sein Millionen-Geschäft machen können.

00:43:54: Auf jeden Fall immer.

00:43:55: Ich finde tatsächlich, diese Momente sollten die größte Motivation für alle Leute sein, ihre eigenen Ideen auch umzusetzen.

00:44:02: Weil es zeigt doch immer wieder, die erfolgreichsten Leute wurden ganz oft am Anfang erst mal nicht ernst genommen, abgelehnt, abgewiesen und haben dann den krassesten Erfolg später doch bekommen.

00:44:13: Also, es ist doch so motivierend.

00:44:15: Es war ja nicht so, dass jeder das gesehen hat und direkt so war.

00:44:17: Okay, machen wir.

00:44:18: Sie musste es ja scheinlich jetzt noch weiter schicken, oder?

00:44:21: Ja,

00:44:21: erst nineteenhundertviertzeig bringt ein anderer Verlag Pipi Langstrümpfe heraus.

00:44:26: Das Buch wird sofort zum Bestseller.

00:44:28: Ah.

00:44:29: Astrid kann es kaum glauben.

00:44:31: Und tatsächlich hat diese erste Absage auch was mit ihr gemacht.

00:44:35: Also, sie hat jetzt auch viel an Pipi gezweifelt.

00:44:38: Sie hat sich nämlich gefragt, ob die Figur vielleicht zu provokant ist.

00:44:42: und ob die Welt überhaupt dafür bereit ist, dass das stärkste Kind der Welt ein Mädchen ist.

00:44:47: Ja, dabei ist es wahrscheinlich ja genau das, was es überhaupt so krass erfolgreich gemacht hat.

00:44:53: Also, wenn ich an mich selber denke, ich hatte auch Pippi Langstrumpf als mein Vorbild, weil die einfach cool war, die war frech, die war mutig, die war halt immer irgendwie funny drauf.

00:45:04: Also, ich hab dann auch mal drüber nachgedacht und war so, das war schon revolutionär, weil ... erlaubt, dass Frauen in der Ehe vergewaltigt werden.

00:45:15: Da durften Frauen ganz oft in ganz vielen Berufen noch nicht arbeiten.

00:45:19: Sie durften

00:45:20: erst seit ein paar Jahren wählen.

00:45:21: Das ist echt nicht so verwunderlich.

00:45:23: Und selbst heute sehen wir ja noch, dass es voll typisch ist, dass Mädchen so Puppen zum Spielen gegeben werden und Jungs Autos.

00:45:30: Und dass dann das beliebteste Kinderbuch halt wirklich ein Buch ist, wo ein Mädchen stark ist, ist schon richtig

00:45:36: cool.

00:45:37: Das finde ich richtig cool, wenn man darüber nachdenkt.

00:45:40: Aber wahrscheinlich, und da hast du komplett recht, ist genau das einer der Gründe, warum Pipi so erfolgreich wird.

00:45:47: Das Buch bricht mit den damaligen gesellschaftlichen Normen.

00:45:51: Kinder sollen in der Nachkriegszeit brav, ruhig und gehorsam sein.

00:45:56: Und Pipi ist das genaue Gegenteil.

00:45:59: Vermutlich können sich auch viele Kinder mit ihr identifizieren.

00:46:03: Pipis Vaters ja verschollen, ihre Mutter ist tot.

00:46:06: Eine Erfahrung, die viele Kinder, die im Schatten des Zweiten Weltkrieges aufwachsen, nachempfinden können.

00:46:12: Oh

00:46:12: mein Gott, stimmt.

00:46:14: Und wenn ich jetzt an meine Oma denke, ist das exakt das Gleiche.

00:46:17: Also, da kann man schon verstehen, warum diese Figur so viele anspricht.

00:46:22: Was ich auch noch total spannend fand, viele sehen in Pipi auch eine Person, die man sich im Kampf gegen den Nationalsozialismus gewünscht hätte.

00:46:31: Zum Beispiel besiegt in einem Kapitel Pipi den starken Adolf.

00:46:38: Vielleicht heißt Astrid auch in Pipi Langstrumpf ein bisschen schon ihren Wut auf Adolf Hitler und auch den Nationalsozialismus einfließen lassen.

00:46:48: Spannend.

00:46:50: Die Kinder lieben auf jeden Fall das Buch.

00:46:53: Pipi-Lookalike-Wettbewerbe sind bald in ganz Schweden beliebt.

00:46:57: Alle wollen aussehen wie ihre Heldin.

00:47:01: Und das Verrückte ist ja, und das finde ich... macht auch eigentlich wieder Mut, weil man denkt ja immer, man muss ganz früh sich deinen Traum erfüllen.

00:47:10: Und später im Leben hat man dafür gar nicht mehr die Zeit.

00:47:13: Aber Astrid Lindgren hat ihr erstes Buch erst mit thirty-eight Jahren veröffentlicht.

00:47:17: Und dann ist sie erst zum Star geworden.

00:47:20: Aber das habe ich schon ganz oft gehört.

00:47:22: Also ich habe eh das Gefühl, dass ... Also natürlich kann man auch schon ganz früh anfangen zu schreiben.

00:47:28: Aber je mehr Lebenserfahrung man sammelt und je mehr Personen man im Leben getroffen hat und durch je mehr Gefühle man auch schon gegangen ist, desto größer ist ja auch die Vielfalt über die man schreiben kann.

00:47:41: Und ich hab schon das Gefühl, dass das auch bei vielen einfach so ein Wunsch ist, den sie sich irgendwann mal erfüllen wollen, also bei mir genauso.

00:47:48: Und ich denk dann, okay, vielleicht ist jetzt gerade noch viel los.

00:47:51: Jetzt gibt's irgendwie erst mal noch ganz viele Skripte, die ich mache.

00:47:56: Aber ja, das ist natürlich motivierend.

00:47:58: Um sich mal auf einen Outdoor zu beziehen, den wir ja auch vor kurzer Zeit getroffen haben, wir haben ja zusammen mit Sebastian Vitzek auch zwei Folgen aufgenommen für Mord of Ex allerdings.

00:48:08: Da war es ja auch so, dass er erzählt hat, dass er vorher einfach lange als Journalist gearbeitet hat, ich glaub sogar als Radiogonalist, und da sich auch wirklich hoch gearbeitet hat und irgendwann ... Als er schon längst Kinder hatte, der Familie hatte und so hatte er sich gedacht, ich schreibe jetzt mal ein Buch.

00:48:23: Ja, und wie bei Fizek, der ja jetzt auch ein Buch nach dem Nächsten rausbringt, ist es auch bei Astrid Lindgren.

00:48:28: Ihre Produktivität lässt sich nicht mehr bremsen.

00:48:31: Ihre Heldinnen und Helden sind meist ganz normale Kinder, die sich oft gegen die Welt der Erwachsenen und der ihr scheinbar innerwohnenden Logik wenden.

00:48:40: Doch wie Pipi wissen Astrid Kinder gestalten instinktiv, was richtig und gut ist und was sich falsch und gemein anfühlt.

00:48:49: Bin weniger Jahre, schreibt sie zwei weitere Peepie Bücher, drei Bände mit Geschichten aus Bullerbüh und sie erfindet den Meisterdirektiv Calle Blomquist.

00:48:59: Am liebsten schreibt Astrid im Bett oder im Freien.

00:49:03: Calle Blomquist verfasst sie z.B.

00:49:04: in einem Ruderboot.

00:49:06: So schnell, dass sie sich fast dafür schämt.

00:49:09: In einem Interview erzählt sie, ich habe das komische Gefühl, als wäre das Buch bereits fertig, wenn ich zu schreiben beginne.

00:49:16: Mir fällt als Aufgabe nur die Reinschrift zu.

00:49:20: Astrid brütet aber längst dich mehr nur über ihren eigenen Büchern.

00:49:24: Jeden Tag um drei Uhr betritt sie beschwingt das Büro ihres Verlags, wo sie mittlerweile einen eigenen Schreibtisch hat.

00:49:32: Darauf stapeln sich so viele Kinderbuchmanneskripte, das Schreibmaschine und Telefon fast immer darunter verschwinden.

00:49:39: Die Aufgabe von Astrid ist es, sie alle zu lesen und zu beurteilen.

00:49:44: Welches für das Verlagsprogramm in Frage kommt?

00:49:48: Sie korrespondiert aber auch mit Illustratoren und zahlreichen Autoren und Autorinnen, die sie um Hilfe bitten, wenn sie in ihren Geschichten nicht weiterkommen.

00:49:57: Voll spannend, dass sie jetzt nicht nur selber schreibt, sondern auch noch irgendwie selber sogar verlegeren wird und wie die Gatorin und Lektorin wird.

00:50:06: Aber klar, sie weiß ja auch, wie man ein erfolgreiches Buch schreibt.

00:50:09: Ja, und sie lebt wirklich fürs Geschichten erzählen.

00:50:12: Nachdem Astrid nie vorhatte, ein Buch zu schreiben, kann sie jetzt nicht mehr damit aufhören.

00:50:17: Sie schreibt, schreibt und schreibt.

00:50:20: Dann kann sie alles vergessen und ihre eigenen Welten erschaffen.

00:50:25: Sie selbst sagt schließlich, alles was an Großen in der Welt geschah, verzog sich zuerst in der Fantasie der Menschen.

00:50:34: Etwas, was sich wie eine roter Faden durch das gesamte Werk von Astrid Lindgren zieht, ist ihr Kampf.

00:50:40: für das Recht aller Kinder auf Geborgenheit und Liebe.

00:50:45: Doch erst, als sie schließlich Anfang der Neunzehnhundersiebzigerjahre in Rente geht, misste sie sich auch aktiv in politische Debatten ein.

00:50:53: So wird Astrid, Neunzehnhundersiebzig, der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen und zu diesem Zeitpunkt steht sie kurz vor ihrem einundsiebzigsten Geburtstag.

00:51:02: Und sie hält eine flammende Rede, die wieder etwas in Bewegung setzt.

00:51:07: Und hier hören wir Astrid jetzt auch einmal selber.

00:51:11: Sie, meine Freunde, haben ihren Friedenspreis, eine Kinderbuchautorin verlieren und da werden sie sich kaum weite politische Ausblicke oder Vorschläge zur Lösung internationaler Probleme erwarten.

00:51:25: Ich möchte zu Ihnen über die Kinder sprechen, über meine Sorge um Sie und meine Hoffnungen für Sie.

00:51:35: Die jetzt Kinder sind, werden ja einst die Geschäfte unserer Welt übernehmen, sofern dann noch etwas von ihr übrig ist.

00:51:44: Sie sind es, die über Krieg und Frieden bestimmen werden und darüber, in was für eine Gesellschaft sie leben wollen, in einer, wo die Gewalt nur ständig weiterwächst oder in einer, wo die Menschen in Frieden und Eintracht miteinander leben.

00:52:02: Erst mal bemerkenswert, dass sie Deutsch spricht.

00:52:05: Ich dachte erst, jetzt kommt eine Übersetzung aus dem Schwedischen.

00:52:09: Aber das ist ja schon sehr beeindruckend.

00:52:11: Und ja, also man merkt ihr einfach an, wie wichtig ihr das wohl aller Kinder ist.

00:52:18: Also wie sie selber schon am Anfang auch sagt, also erst mal kommt es vielleicht ein bisschen komisch daher, dass der Friedenspreis nach Kinderautoren verliehen wird.

00:52:26: Aber wenn man dann darüber nachdenkt, sind Kinder unsere Zukunft.

00:52:30: Also Kinder werden ... Irgendwann zu den Menschen, die darüber entscheiden, ob die Welt ein friedvoller Ort ist oder nicht.

00:52:37: Und deswegen sollten alle auch eine schöne Kindheit haben.

00:52:40: Ja, und damit hat sie auch eine ganz konkrete Botschaft.

00:52:46: Die Rede heißt niemals Gewalt.

00:52:48: Und sie spricht sich damit aus, gegen das damalige Recht der Eltern ihre Kinder körperlich zu züchtigen.

00:52:55: Der klappt auf den Po oder auch, dass man seinen Kind mal haut, wenn das was Falsches macht.

00:53:00: Das war erlaubt.

00:53:02: Und Astrid ist überzeugt, wenn Kinder freundlich und mit Respekt behandelt werden, entwickeln sie sich auch zu freundlichen Menschen, die dann auch andere Respekt voll behandeln.

00:53:13: Und das war aber zu dem Zeitpunkt, hat man auch oft gedacht, man muss sehr streng mit Kindern umgehen.

00:53:18: Und da hat sie eine ganz andere Meinung, die sie auch sehr stark vertritt.

00:53:22: Also, ihre Meinung ist ja eigentlich ... Kinder brauchen Liebe, nur Liebe.

00:53:26: Ja, und die Erkenntnisse von aktuellen Studien und der Psychologie, wie wir sie heute kennen, die bestätigen ja, dass Astritz herangehensweise die richtige ist.

00:53:35: Also die ersten drei Jahre sind in jedem Leben das Entscheidende.

00:53:39: Und wenn man einem Kind in diesen ersten drei Jahren die Liebe schenkt, die es verdient und das Kind ganz blöd und aufwachsen kann, dann ist das schon ein ganz wichtiges Fundament gesetzt.

00:53:49: Deswegen, das, was Astrid schon irgendwie in den Siebzigerjahren gesagt hat, ist auch jetzt eigentlich das Wichtigste, was Erziehung angeht.

00:53:57: Und tatsächlich stößt sie damit jetzt auch eine riesige Debatte an.

00:54:01: In Deutschland wird ihre Rede kontrovers diskutiert.

00:54:05: Manche verstehen sie als Provokation oder als moralischen Zeigefinger.

00:54:10: Schweden hingegen wird aktiv.

00:54:13: In Astrid's Heimatland wird schon im Folgejahr ein Gesetz verabschiedet, das jede Form körperlicher Gewalt gegen Kinder ausdrücklich verbietet.

00:54:22: Schweden wird damit weltweit zum ersten Land, dass das Recht von Kindern auf eine gewaltfreie Erziehung gesetzlich festschreibt.

00:54:30: Deutschland hat übrigens erst im Jahr zweitausend ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

00:54:35: Was?

00:54:36: Ja.

00:54:37: Erschreckend, oder?

00:54:38: Kann das sein?

00:54:39: Ja.

00:54:41: Astrid's Worte.

00:54:42: haben den Anschluss zwar nicht allein gegeben, aber sie haben einer gesellschaftlichen Bewegung eine unüberhörbare Stimme verliehen.

00:54:51: Das finde ich auch so beeindruckend, weil dann hat sie uns Kindern irgendwie auf... Als sie sagt uns Kindern, als wäre ich nur ein Kind.

00:54:56: Aber ich war ja mein Kind und sie hat einem so zwei Dinge geschenkt.

00:55:01: Einmal das und halt die ganzen Geschichten, die sie geschrieben hat.

00:55:05: Ja, es ist einfach so spannend, dass sie... Nicht nur für Kinder schreibt, sondern auch für Kinder kämpft auf diese Art und Weise.

00:55:14: Gewalt und Unterdrückung haben in Astroz Welt keinen Platz.

00:55:18: Umwelt, Tier und besonders der Kinderschutz sind Themen, die ihr am Herzen liegen und für die sie ihre Stimme immer wieder erhebt.

00:55:27: Mit den Jahren wird diese Stimme allmählich aber leiser, die Bewegungen langsamer.

00:55:32: Hörgerät, Brille und Vergrößerungsglas gehören jetzt zum Alltag.

00:55:37: Aber ihren wachen Blick, ihre kindliche Neugierde, die bewahrt sich Astrid selbst als mehrfache Oma und Urgroßoma.

00:55:45: Noch bis ins hohe Alter schreibt Astrid Geschichten.

00:55:49: Am liebsten um fünf Uhr morgens in ihm Bett.

00:55:53: Rund neunzig Romane, Bilderbücher, Erzählungen, Theaterstücke und Märchen wird Astrid veröffentlichen.

00:56:00: Im Laufe des Vormittags landet dann die Post im Briefkasten.

00:56:04: Die Briefe kommen aus der ganzen Welt.

00:56:07: Mehr als seventy-fünfzehntausend Stück wird sie im Laufe ihres Lebens erhalten.

00:56:13: Und jeder bekommt eine Antwort.

00:56:16: Vor allem die Briefe der Kinder.

00:56:18: Denn Kinderbriefe, davon es Astrid überzeugt, müssen ernst genommen werden.

00:56:24: Sie schreibt ihnen, lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar.

00:56:30: Oh,

00:56:30: das ist ja so schön.

00:56:32: Und wie krass, dass sie alle Briefe beantwortet.

00:56:36: Also aus eigener Erfahrung, wir kriegen ja auch ab und zu mal Briefe, Mails und natürlich auch viele Nachrichten auf Social Media, die wir auch beantworten.

00:56:45: Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das ja auch schon ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt.

00:56:50: Vor allem, wenn sie auch noch per Hand antwortet und den Brief absendet.

00:56:54: Das ist krass.

00:56:55: Ja, aber ... Ich find vor allem so toll, dass sie sagt, sie will den Kindern antworten.

00:57:00: Weil das findet sie so wichtig, dass die eine Antwort darauf kriegen, wie viele Limonaden am Limonadenbaum hängen und wie die Pferde den Eis essen.

00:57:08: Und sie nimmt ja auch die Fragen der Kinder so unglaublich ernst.

00:57:14: Und ich glaube, sie hat das so geliebt, weil die Kinder sie auch weiter Kind sein lassen haben.

00:57:20: Und das find ich einfach schön.

00:57:21: Aber ich hab das einfach geliebt, mich mit ihrer Geschichte zu befassen, weil es mich so inspiriert hat.

00:57:29: Und ich irgendwie an den ganzen Tagen gedacht hab, oh, heute freu ich mich mal über ein Lolli.

00:57:36: Heute mach ich mir mal eine heiße Schokolade, weil ich einfach Lust darauf habe.

00:57:40: Oder heute hops ich mal ein bisschen, auch wenn ich eigentlich zu alt dafür bin.

00:57:45: Weil ich dieses so einfach wieder Kind sein, einfach mal Sachen zu machen, wie Pipi langstrumpft, einfach mal Sachen zu machen, die andere nicht machen würden.

00:57:54: So inspirieren fand.

00:57:55: Ich würde ja auch sagen, dass es eine gewisse Ähnlichkeit gibt, weil wir haben ja auch unser Leben dem Geschichten erzählen gewidmet.

00:58:02: Also halt auf zwei Arten und Weisen.

00:58:04: Also bei Mord of Ex erzählen wir irgendwie natürlich düstere Geschichten, teilweise aber auch hoffnungsvolle Geschichten.

00:58:11: Und bei True Love halt diese Arten von Geschichten.

00:58:14: Und auch wenn wir uns immer sehr viel mit Recherche beschäftigen.

00:58:17: muss auch ich sagen, mein Lieblingspart am Job ist das Geschichten erzählen.

00:58:22: Also, außer Informationen, die es gibt, die Geschichte bauen und Storytelling entscheiden, wie steigt man ein, wie macht man weiter und Geschichten haben einfach so eine unglaubliche Kraft.

00:58:34: Denn... Es ist was ganz anderes, wenn man bei einer Person mitfiebert und die Welt durch die Augen einer anderen Person ablegt und sich davon mitreißen lässt.

00:58:43: Also deswegen sehr, sehr schön jetzt auch das Leben von Astrid Lindgren kennengelernt zu haben und ihre eigene Geschichte gehört zu haben, die unglaublich inspirierend ist.

00:58:52: Auf jeden Fall.

00:58:53: Und ich kenne euch hier auch nur noch mal zum... Ende unserer Folge empfehlen.

00:58:57: Schaut doch mal bei Instagram vorbei auf unserem Account True Love Podcast.

00:59:02: Es gab nämlich ganz viele Infos, die es nicht in die Folge geschafft haben.

00:59:06: Zum Beispiel, dass bei Astrid Lindgrens Beerdigung ein weißes Pferd hinter dem Sack hinterher lief, als Hommage an ihre ganzen Kinderbücher und an Pipi Langstrumpf.

00:59:19: Ja, also ganz viele spannende Geschichten, die es noch zu Astrid Lincoln gibt, die es jetzt nicht alle hier reingeschafft haben, posten wir euch nochmal auf True Love Podcast.

00:59:30: Und da könnt ihr dann noch ganz viel mehr

00:59:32: entdecken.

00:59:33: So, wir haben noch ein kleines True Love Geschenk für euch, passend nämlich zum Valentinstag, Leute.

00:59:40: Loveys wird es diesmal True Love.

00:59:43: Nicht alle zwei Wochen geben, sondern wir hören uns nächste Woche schon wieder.

00:59:48: Es wird nämlich nächste Woche noch eine Folge von uns geben.

00:59:51: Eigentlich würden wir uns ja erst wieder über nächsten Freitag hören.

00:59:54: Aber wir haben uns gedacht, anlässlich von Valentinstag und Linda hast Geburtstag.

00:59:59: Es gibt also mehrere Gründe zu feiern.

01:00:01: Und deswegen gibt es auch da eine Geschichte, die wir euch erzählen.

01:00:06: Und vielleicht sogar auch noch eine andere kleine Überraschung.

01:00:08: Schaut mal bei Spotify vorbei.

01:00:09: Wir werden es dann zeigen.

01:00:12: Da werdet ihr es sehen.

01:00:13: Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid.

01:00:15: Und um nicht zu verpassen, abonniert einfach hier den Podcast-Kanal.

01:00:18: Bis dann, liebe Lavis.

01:00:20: Wir haben euch lieb.

01:00:21: Bis dann.

01:00:21: Bye.

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